"Ich bin ein von Gott geliebtes Stinktier"

Will sich weiter für Flüchtlinge engagieren: 
Pastor Martin Engelhardt
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    Pastor Martin Engelhardt
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Kirchenkreispastor Martin Engelhardt geht in den Ruhestand / Gottesdienst zur Verabschiedung am Sonntag.

(mum). Kirchenkreispastor Martin Engelhardt geht in den Ruhestand. Am morgigen Sonntag, 3. März, wird er im Gottesdienst um 15 Uhr von Superintendent Dirk Jäger in der Hittfelder Mauritiuskirche verabschiedet. Dreieinhalb Jahre übernahm er im Kirchenkreis Vertretungen für Pastoren und unterstützte Gemeinden bei Vakanzen. "Ich bin dankbar für die Menschen, die ich getroffen habe, die mir geglaubt und geholfen haben. Ich habe gern gepredigt, finde diesen Gott einfach toll und weiß, dass ich von ihm geliebt werde", sagt Engelhardt (65).
Martin Engelhardt kommt aus Lüneburg und hat in Göttingen evangelische Theologie studiert. Sein Vikariat absolvierte er in Moringen bei Göttingen, dort befindet sich einer der größten jüdischen Friedhöfe in Niedersachsen. "Das hat mich fasziniert, ich fotografierte die Grabsteine, übersetzte die Inschriften und fasste es in einem Buch zusammen." Seine Stationen führten ihn über Bodenwerder bei Hameln und Diepholz ins Teufelsmoor im Kirchenkreis Bremervörde-Zeven. Er, der den Wehrdienst verweigert hatte und sich als Friedensbewegter bezeichnet, wurde Militärpfarrer in der Panzergrenadierdivision in Schwanewede. Später wurde er Pastor der evangelischen Landeskirche Hannovers, damit nicht mehr für eine Gemeinde zuständig, und recherchierte die Frage, wie die Landeskirche in der NS-Zeit in das Thema Zwangsarbeit verwickelt war, nachzulesen im Buch "Der nächste Fremde".
Im Kirchenkreis Hittfeld hat er sich neben seiner Aufgabe als Kirchenkreispastor um Flüchtlinge gekümmert. "Jeder braucht einen Zuhörer, ich bin dankbar, dass ich diese Aufgabe übernehmen konnte." Ihnen möchte er auch im Ruhestand ein Ansprechpartner bleiben. Aber zunächst stehen Reisen nach Lettland und Norwegen auf dem Plan. Engelhardt interessiert sich für alte Kirchenbücher, kann Sütterlin lesen und hat schon ein Kirchenbuch aus dem 16. Jahrhundert digitalisiert. Sein beruflicher Weg war holprig und von vielen Wechseln geprägt. "Dennoch bin ich dankbar, dass mir viele Leute vertraut haben. Ich bin ein von Gott geliebtes Stinktier. Viele meiner Mitmenschen finden mich unkonventionell, aber so bin ich", sagt Engelhardt.

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