Immer wieder Lücking

Der "Jappens Hof" in Itzenbüttel hat einen neuen Eigentümer. Dort sollen 
20 Wohneinheiten entstehen Fotos: mum/as
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Steffen Lücking kauft "Jappens Hof" in Itzenbüttel / 20 neue Wohneinheiten entstehen.

mum. Jesteburg. Das Jahr beginnt für Investor Steffen Lücking positiv - oder anders gesagt, es geht so weiter wie es 2018 aufgehört hat. Wie berichtet, kaufte Lücking vor Weihnachten das Filmstudio-Areal (12.000 Quadratmeter) von den Brüdern Horst und Hans-Joachim Fink. Dort sollen 30 Wohneinheiten entstehen. Nun hat der Unternehmer, der nach eigenen Angaben in den vergangenen fünf Jahren 250 Wohneinheiten überall im Landkreis realisiert hat, mit dem "Jappens Hof" das nächste attraktive Grundstück erworben. "Robert Böttcher und ich sind uns einig geworden und haben beim Notar alle notwendigen Papiere unterschrieben", freut sich Lücking. Konkret geht es um eine etwa 1,2 Hektar große Hofstelle mitten im kleinen Jesteburger Ortsteil Itzenbüttel.
Lücking hat bereits nächste Woche einen Termin im Jesteburger Rathaus, um sein städtebauliches Konzept vorzustellen. "Ich möchte auf der Fläche gern 20 Wohneinheiten realisieren", so der Investor. Dabei handele es sich um Ein- und Mehrfamilienhäuser. "Mir ist wichtig, dass der Hof-Charakter erhalten bleibt und sich die Neubauten in den Ort gut einfügen." Bevor Lücking allerdings mit den Arbeiten beginnen kann, muss das gesamte Gelände geräumt werden. Alle Gebäude kommen weg. "Die Bäume bleiben jedoch erhalten." Der Investor geht davon aus, dass er im Sommer 2020 beginnen kann. Bis dahin hat Robert Böttcher Zeit, seinen Hof an einer anderen Stelle neu zu errichten. Wie bereits berichtet, möchte der Landwirt an den Ortsrand von Itzenbüttel ziehen. Böttcher hatte stets erklärt, dass er seinen Hof mit dem Umzug fit für die Zukunft machen möchte. Die Vergrößerung sei auch deswegen notwendig, da seine Tochter nach ihrem Studium in den elterlichen Betrieb eingestiegen ist.
Sowohl für Lücking als auch für Böttcher gilt, dass nun die Gemeinde am Zug ist. Im Fall des Investors muss die Politik einem städtebaulichen Vertrag zustimmen, dem Landwirt den neuen Hof genehmigen.
Robert Böttcher dürfte auf jeden Fall erleichtert sein, dass er mit Lücking nun einen zuverlässigen Partner gefunden hat. Der Weg dorthin war nicht einfach. Bereits im Frühjahr 2016 trat der Landwirt (unter anderem 80 Rinder, 15 Schafe und zehn Pferde) an die Gemeinde heran, seinen Hof zu verkaufen. Damals war dort die Unterbringung von bis zu 60 minderjährigen Flüchtlingen angedacht. Das stieß im Dorf auf wenig Gegenliebe. Danach präsentierte Böttcher gleich eine ganze Reihe von potenziellen Investoren, jeweils mit unterschiedlichen Konzepten. Unter anderem wollten Wolf-Dietrich Witt und Björn Bardowicks ("Witt & Bardowicks Grundstücks oHG" aus Marxen) dort 35 Wohneinheiten entwickeln. Doch die Politik sperrte sich gegen die Konzepte. Das Problem: Um die Wohnbebauung zu realisieren, muss die Baulinie um rund 20 Meter verschoben werden. Erst als Böttcher der Gemeinde im vergangenen Jahr drohte, seinen Betrieb im Ort zu vergrößern und einen neuen, riesigen Stall auf seiner Hofstelle zu errichten, gab es ein Einlenken. Für Kopfschütteln sorgte, dass erst nach Böttchers Drohung Politiker vor Ort sich einen Eindruck von den Gegebenheiten gemacht hatten.

Auf ein Wort: 
Vom Ortsteil zum kleinen Dorf

In dem kleinen, verschlafenen Itzenbüttel (etwa 250 Bürger) geht es derzeit Schlag auf Schlag. Erst kürzlich gab der Gemeinderat grünes Licht für die Hotel- und Erweiterungspläne von "Hof + Gut" (wie berichtet sollen etwa 65 Hotelzimmer und ein 400 Quadratmeter großer Hofladen entstehen), nun zieht Steffen Lücking nach - 20 neue Wohneinheiten werden entstehen.
Spätestens jetzt ist davon auszugehen, dass auch die anderen Höfe ihre Planungen vorantreiben werden. Im Zuge eines Masterplan-Verfahrens hatten auch Christoph Heitmann ("Zeckers Hof") und Jan Meyer ("Minkenhof") ihre Vorstellungen erklärt. Insgesamt könnten auch dort 20 weitere Wohneinheiten entstehen. Im Dorf heißt es bereits, der nächste Bauantrag ist gestellt.
Die Gemeinde ist nun gut beraten, alle denkbaren "Ausbau-Varianten" zu berücksichtigen und schnell eine Lösung für den zu erwartenden Verkehr zu entwickeln. Allen sollte klar sein, dass die kleine Dorfstraße, die zudem als Verbindung von Jesteburg nach Buchholz genutzt wird, nicht für einen so großen Restaurant- und Hotelbetrieb sowie mindesten 40 Wohneinheiten reichen wird. Fakt ist jedoch auch, dass die Politik nach dem positiven Beschluss für "Hof + Gut" den anderen Landwirten nicht ihre Pläne verweigern kann.
Sascha Mummenhoff

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Autor:

Sascha Mummenhoff aus Jesteburg

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