„Wie eine Vergewaltigung“: Mit einem Internet-Blog will Burkhard Homburg Einbruchsopfern helfen

Burkhard Homburg hat einen Blog ins Leben gerufen. Dort können sich Einbruchopfer austauschen
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Blaulicht
Das Amts- und Landgericht in Stade

Corona-Hilfe abgezockt
Stader ergattert 50.000 Euro durch Soforthilfe-Programme

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Blaulicht
Das Jugendzentrum Tostedt war zwischen Dezember 2015 und September 2016 Schauplatz der mutmaßlichen Übergriffe

Sexuelle Belästigung und Vergewaltigung
Abgründe im Tostedter Jugendzentrum

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Traurige Nachrichten aus dem Landkreis Harburg
Corona: Fünf Tote an einem Tag!

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In Deutschland wird immer öfter in Wohnungen eingebrochen - im Schnitt alle vier Minuten. Im vergangenen Jahr hat es insgesamt 144.117 Einbrüche gegeben. Das ist ein Anstieg um 8,7 Prozent. Gleichzeitig sank die Aufklärungsrate: Sie liegt bei nur 15,7 Prozent (minus 0,5 Prozent). Das will Burkhard Homburg nicht akzeptieren. Der Jesteburger hat jetzt einen Internet-Blog für Opfer ins Leben gerufen.

mum. Jesteburg. „Opfer eines Einbruchs zu sein, fühlt sich wie eine Vergewaltigung an“, sagt Burkhard Homburg (71). Er wolle keineswegs das grausame Verbrechen verniedlichen, aber noch zu frisch sind die Erinnerungen an den Tag im Mai, der sein Leben und das seiner Frau Ulrike Homburg-Kaliga grundlegend veränderte: Während eines Urlaubs brachen Unbekannte in das Haus der Jesteburger ein. Die Diebe knackten den Safe des Ehepaares und stahlen Schmuck von erheblichem Wert. Doch es ist nicht der finanzieller Schaden, der den Eheleuten zusetzt. Vielmehr haben die Täter der Psyche der Homburgs schweren Schaden zugefügt.
Jetzt hat Burkhard Homburg einen Blog ins Leben gerufen. Er will Opfern eine Plattform bieten, auf der sie über ihre Erfahrungen reden können. „Sie sollen sehen, dass sie mit ihren Gedanken nicht allein sind“, sagt Homburg. Langfristig will er eine Unterschriftenaktion auf den Weg bringen. Ziel: Die Bundesregierung soll deutlich mehr Polizeistellen schaffen.
Das Ehepaar reiste für sein Leben gern in ferne Länder. Das bedeute für sie Lebensqualität. Der Einbruch hat das geändert: „Wir können uns nicht mehr vorstellen, unser Haus länger zu verlassen“, sagt Homburg. Stets habe man Angst, wieder ausgeraubt zu werden. Selbst die Tatsache, dass die Immobilie inzwischen mit einer modernen Alarmanlage gesichert sei, schaffe nicht das notwendige Vertrauen. Am meisten jedoch falle es dem Ehepaar schwer, damit umzugehen, dass fremde Menschen ihnen die Sicherheit ihres Zuhauses genommen haben.
Offensichtlich kein Einzelfall. Aus zahllosen Gesprächen weiß Homburg, dass viele Einbruchsopfern so empfinden. „Betroffene ziehen sich oftmals in ein inneres Schneckenhaus zurück und reagieren abweisend gegen jedermann. Umzüge sind nicht selten und ältere Personen suchen vorzeitig den Schutz eines Altenheimes“, weiß Homburg.
Dieser Umstand der unblutigen Verletzung werde von Gerichten kaum berücksichtigt, ist sich Homburg sicher. „Ersttäter kommen erfahrungsgemäß mit einer Bewährungsstrafe davon“, sagt der Jesteburger. „Dabei sind sie üblicherweise Teil einer Bande mit viel Praxis. Kriminalität ist und bleibt ihr Lebensstil. Sie haben bereits hinlänglich die Erfahrung gemacht, dass dieses Gewerbe ertragreicher ist, als jedes andere, zu dem sie fähig wären.“
Der Jesteburger will nicht zur Selbstjustiz aufrufen. „Ich wünsche mir aber, dass die Menschen aufmerksamer für auffällige Veränderungen im eigenen Umfeld werden“, sagt Homburg. Er ist sich sicher, dass Diebe vor jedem Einbruch das Umfeld ausspähen. „Immerhin sind es Hinweise aus der Bevölkerung, die oftmals zur Aufklärung bei Einbrüchen führen.“
Der Blog im Internet: www.einbruch-opfer.de.

Autor:

Sascha Mummenhoff aus Jesteburg

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