Feuerwehr Jesteburg
Drei von vier Gerätehäusern weisen gravierende Mängel auf
- Schon lange zu klein: 2015 beantragte die Feuerwehr Bendestorf eine Erweiterung des Gebäudes aus den 1980er Jahren
- Foto: pöp
- hochgeladen von Gabriele Poepleu
Drei Vorschläge, drei Ablehnungen – in den Feuerwehrgerätehäusern in Bendestorf, Harmstorf und Lüllau wurden im Zuge einer Gefährdungsbeurteilung sieben wiederkehrende Mängel festgestellt. Doch zumindest im Ausschuss für Brandschutz und Ordnung der Samtgemeinde Jesteburg konnten sich die Mitglieder bei der vergangenen Sitzung nicht darauf einigen, wie es nun weitergehen soll. Lediglich das Gerätehaus in Jesteburg weißt nur geringe Verstöße gegen Paragraph 4 der DGUV „Feuerwehren“ auf.
Folgende Mängel sind wiederkehrend aufgefallen:
- Keine Schwarz-Weiß-Trennung
- Fehlende oder unzureichende Duschräume (nicht geschlechtergetrennt)
- Fehlende Umkleideräume
- Unzureichender Lagerraum
- Unzureichende Abstände zwischen Fahrzeugen und angrenzenden Gebäudeteilen
- Unzureichende Größe der Tordurchfahrten
- Fehlende oder nicht ausreichende Übungsflächen am Gerätehaus
Das Gerätehaus in Bendestorf weist außerdem Mängel in der Quellenabsaugung auf, es fehlt auch eine ausreichende Anzahl an Stellplätzen für Feuerwehrfahrzeuge. Eine unzureichende Notstromversorgung sowie weitere Punkte werden in der Gefährdungsbeurteilung ebenfalls genannt.
Bereits seit zehn Jahren Thema
Ein Antrag zur Erweiterung des Bendestorfer Gerätehauses liegt bereits seit 2015 vor. Erst 2021 wurde allerdings klar, dass die Realisierbarkeit einer Erweiterung mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden wäre. Von dort an wurde stattdessen ein Neubau an einem anderen Standort, an der Kreuzung Kleckerwaldstraße/L213, favorisiert.
Im vergangenen Jahr schien das Vorhaben erstmals Fahrt aufzunehmen. Im November 2024 hatte die Gemeinde vor, 4.5 Millionen Euro für einen Neubau in den Haushaltsplan 2025 einzuplanen. Im Dezember wurde aber letztlich beschlossen, 102.00 Euro für die Planungskosten festzulegen und die geschätzten Baukosten in Millionenhöhe auf das Haushaltjahr 2028 zu verschieben.
Im Januar dieses Jahres beschloss der Samtgemeinde die geplante Verschiebung, allerdings als Investition ohne Verpflichtungsermächtigung. Die Durchführung einer Gefährdungsbeurteilung wurde zu der Zeit noch abgelehnt, im Februar wurde aber letztlich die Beurteilung aller Feuerwehrgerätehäuser beschlossen.
Weitere Verzögerung nicht vertretbar
In der nun fertigen Beurteilung kommt die Verwaltung zu dem Schluss, dass eine weitere Verzögerung des zu planenden Neubaus in Bendestorf nicht vertretbar wäre und der Beginn des Baus direkt nach Abschluss der Planung notwendig sei. "Bereits 2016 wurden gravierende Mängel festgestellt, die gegen gesetzliche Vorschriften verstoßen", merkt die Verwaltung hinsichtlich der Notwendigkeit der Maßnahme an.
Da die Feuerwehrgerätehäuser in Harmstorf und Lüllau laut der Beurteilung "vergleichbare, teils gravierendere Mängel" aufweisen, wird geprüft, ob die Gebäude umgebaut werden können. Sollte es zu der Erkenntnis kommen, dass ein Umbau jeweils nicht möglich ist, müsse wie in Bendestorf über einen Neubau nachgedacht werden.
Keine Einigung im Ausschuss
In der Eingangs erwähnten Sitzung des Ausschusses für Brandschutz und Ordnung der Samtgemeinde Jesteburg wurde die Gefährdungsbeurteilung erstmals vorgelegt. Die fünf Mitglieder, die an der Sitzung teilnahmen, diskutierten über drei Beschlussvorschläge zum weiteren Vorgehen, wovon nicht einer eine Mehrheit erhielt.
Der erste Vorschlag beinhaltet, dass der Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Bendestorf 2026 beginnen soll, gefolgt von Harmstorf in 2031 und Lüllau in 2036. Mit zweimal Ja, zweimal Nein und einer Enthaltung lehnten die Ausschussmitglieder in ihrer Beschlussempfehlung an den Samtgemeinderat den Vorschlag ab.
Im zweiten Vorschlag heißt es, dass Gespräche mit den Feuerwehrleitungen über mögliche Standortzusammenlegungen geführt werden sollen. Bei der Planung des Neubaus in Bendestorf solle daher eine nachträgliche Erweiterung oder ein größerer Neubau berücksichtigt werden. Dieser Beschlussvorschlag erhielt eine Ja- und eine Nein-Stimme sowie drei Enthaltungen.
Und der dritte Vorschlag lautet, eine Arbeitsgruppe aus den Ausschussmitgliedern, den vier Ortsbrandmeistern, dem Sicherheitsbeauftragten der Feuerwehr und seitens der Verwaltung der Fachkraft für Arbeitssicherheit sowie den für Brandschutz zuständigen Sachbearbeiter zu bilden, um eine weitere Gefährdungsbeurteilung durchzuführen. Eine Person stimmte dafür, drei dagegen, eine enthielt sich.
Das letzte Wort liegt beim Samtgemeinderat Jesteburg, der sich am Donnerstag, 26. Juni, über die Gefährdungsbeurteilung beraten wird. Ob einer der genannten Vorschläge doch noch eine Mehrheit erzielt oder es weitere Vorschläge diskutiert werden, bleibt abzuwarten. Die gesamte Beurteilung gibt es hier.
Redakteur:Armon Böhm aus Winsen |
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