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Schwerer Verkehrsunfall auf der A 261

„Ihre Menschlichkeit wird uns im Rat fehlen!“

Hans-Heinrich Höper (stellvertretender Gemeindedirektor, re.) verabschiedete Bendestorfs Bürgermeister Hans-Peter Brink (Mitte). Sein Nachfolger ist Bernd Beiersdorf
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  • Hans-Heinrich Höper (stellvertretender Gemeindedirektor, re.) verabschiedete Bendestorfs Bürgermeister Hans-Peter Brink (Mitte). Sein Nachfolger ist Bernd Beiersdorf
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Schlechter Stil im Bendestorfer Gemeinderat! Die Mitglieder von CDU und BUG blieben der Sitzung am Dienstagabend fern. Dort wurde Bürgermeister Hans-Peter Brink (BWG) verabschiedet. Er zieht sich aus gesundheitlichen Gründen zurück.

mum. Bendestorf. Mehr als 35 Jahre engagierte sich Bendestorfs Bürgermeister Hans-Peter Brink (74) in der Kommunalpolitik. Am Dienstag vollzog er seinen - im WOCHENBLATT angekündigten - Rückzug aus dem Gemeinderat. „Gesundheitliche Gründe zwingen mich zu dieser Entscheidung“, so Brink, der sieben Jahre als Bürgermeister die Geschicke seiner Gemeinde lenkte. Brink - sichtlich bewegt - bedankte sich für die gute Zusammenarbeit. „Ich wollte nicht nur Repräsentationsaufgaben übernehmen, ich wollte gestalten.“ Er betonte, dass es ihm zudem wichtig gewesen sei, innerhalb des Rates eine vermittelnde Rolle einzunehmen. „75 Prozent der Abstimmungen im Rat waren einstimmig. Ich denke, das spricht für sich“, so Brink. „Bei inhaltlichen Diskussionen darf es am Ende keinen Verlierer geben“, beschrieb Brink sein Credo. „Ihre menschliche Art wird mir sehr fehlen“, sagte Gunnar Herr (Grüne). Auch bei unterschiedlichen Positionen habe Brink stets einen sensiblen Umgang gefunden. „Das werde ich hier am Ratstisch vermissen.“
Lobende Worte gab es erwartungsgemäß auch von Brinks eigener Fraktion - der Bendestorfer Wählergemeinschaft (BWG). „Mit Hans-Peter Brink an der Spitze haben wir viele großen Projekte angeschoben“, so Bernd Beiersdorf, der vor allem Brinks Gabe hervorhob, nach Kompromissen zu suchen. Den Krippen-Neubau, die Neuaufstellung des Filmmuseums, die Wohnbebauung auf dem ehemaligen Filmstudio-Areal, der Umzug des Bauhofs und die Ansiedlung des Porzellan-Museums seien Themen gewesen, die ohne das Zutun des Bürgermeisters nicht hätten realisiert werden können. „Brink ist sehr gut vernetzt. Das hat oft geholfen.“
Die Verabschiedung des Bürgermeisters wurde durch einen Eklat der Gruppe CDU und BUG (Bendestorfer Unabhängige Gruppe) überschattet. 90 Minuten vor Beginn der Gemeinderatssitzung informierte Heide Nemitz den stellvertretenden Gemeindedirektor Hans-Heinrich Höper, dass die Gruppe nicht an der Sitzung teilnehmen wird. Ihr gehören außer Nemitz und Veronika Knebel (beide CDU) noch Jan Paul Sommer und Stephan Toedter (beide BUG) an.
„Wir wurden über den Rücktritt unseres Bürgermeister vorab nicht informiert, sondern erfuhren über diese wichtige Veränderung aus dem
WOCHENBLATT“, heißt es in dem Schreiben. „Diesem mussten wir auch entnehmen, dass schon der Nachfolger feststeht. Offenbar spielt es für die BWG keine Rolle, dass der Bürgermeister vom gesamten Rat gewählt werden soll. Demokratie sieht anders aus.“ Weiterhin beklagt das Quartett: „Es wurde kein persönliches Gespräch gesucht, was man in einer konstruktiven und vertrauensvollen Ratsarbeit aus unserer Sicht erwarten muss.“ Nemitz kritisiert weiter, dass sie als zweite stellvertretende Bürgermeisterin auch während der Verwaltungsausschusssitzung nach der Veröffentlichung in der Zeitung nicht persönlich informiert worden sei. Die Gruppe weiter: „Wir möchten mit unserem Fernbleiben einen Denkanstoß geben. Wir sehen unsere Aufgabe als Minderheit im Gemeinderat auch darin, Kritik zu üben, die Mehrheit zu kontrollieren und Alternativen aufzuzeigen.“ Dem scheidenden Bürgermeister wünsche man einen verdienten Ruhestand und seinem Nachfolger eine glückliche Hand zum Wohl der Gemeinde.
„Dieses Verhalten finde ich bedauerlich“, kommentierte Gunnar Herr das Fernbleiben der übrigen Oppositionsmitglieder. Bernd Beiersdorf, der schließlich - ohne die Ratsmitglieder von CDU und BUG - einstimmig zum Bürgermeister gewählt wurde, wollte nicht noch weiteres Öl ins Feuer gießen. „Mir ist wichtig, dass wir hier alle gemeinsam an einem Strang ziehen.“ Er räumte ein, dass er „es befremdlich findet, dass das Schreiben kein Wort des Dankes an den scheidenden Bürgermeister enthalten hat.“
• Eine Vorstellung des neuen Bürgermeisters lesen Sie am Mittwoch im WOCHENBLATT.

Auf ein Wort

Ganz schlechter Stil

Die vier Mitglieder der Gruppe CDU/BUG haben ihren jeweiligen Parteien einen Bärendienst erwiesen. Nicht das Verhalten des Bürgermeisters, die Bürger über das
WOCHENBLATT zu informieren, ist undemokratisch, wohl aber das Fernbleiben der Politiker von der Ratssitzung.
Am Dienstag wurde nicht nur ein neuer Bürgermeister gewählt, sondern auch der Haushalt verabschiedet. Dies geschah nun ohne Kommentierung von CDU und BUG. Heide Nemitz, Veronika Knebel, Jan Paul Sommer und Stephan Toedter müssen sich den Vorwurf gefallen lassen, die Verantwortung, die ihnen die Wähler übertragen haben, nicht gerecht geworden zu sein.
Statt in der Diskussion und mit einem Bürgermeister-Gegenkandidaten ein politisches Zeichen zu setzen, entschied sich das Quartett für die kindische Variante, zu Hause zu schmollen. Schlimm, dass sich in der Erklärung der Gruppe nicht einmal eine kleine Würdigung von Brinks Verdiensten für Bendestorf fand. Wer eine Verbesserung des politischen Stils fordert, sollte selbst als Beispiel voran gehen.
Zeitgleich mit der Gemeinderatssitzung fand am Dienstagabend die Jahreshauptversammlung des CDU-Ortsverbandes statt, dessen Vorsitzende Heide Nemitz ist. Zog sie die Parteiarbeit ihrem Mandat im Gemeinderat vor? Ein Schelm, der Böses dabei denkt.
Zudem stimmt die Aussage, Brink hätte zuerst die Bürger über das
WOCHENBLATT informiert, nicht. Allen Ratsmitgliedern war via Ratspost schon am Freitag - einen Tag vor der Presse-Veröffentlichung - die Information offiziell zugänglich gemacht worden. Doch das ist Heide Nemitz offensichtlich entgangen. „Ich lese doch nicht alle Ratsunterlagen“, teilte sie auf WOCHENBLATT-Nachfrage mit. Eine Aussage, die sich ihre Wähler merken sollten.
Sascha Mummenhoff

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Autor:

Sascha Mummenhoff aus Jesteburg

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