Jesteburg: Zweite Bürgermeister-Kandidatin
Julia Reese am Start
- Verwurzelt in der Samtgemeinde: Julia Reese
- Foto: Hauke Gilbert
- hochgeladen von Gabriele Poepleu
Sie hat fast ihr ganzes Leben in der Samtgemeinde Jesteburg verbracht: Aufgewachsen in Jesteburg, beruflich lange in Bendestorf und seit elf Jahren mit Partner wohnhaft in Harmstorf - Julia Reese kann alle Ortsteile der Samtgemeinde ganz genau. Am 13. September 2026 wird sie zur Wahl als Samtgemeinde-Bürgermeisterin antreten und wird dabei von der Jesteburger CDU unterstützt. Bisher hat nur Christoph Kröger (das Wochenblatt berichtete) seinen Hut in den Ring geworfen. Die derzeitige Amtsinhaberin Claudia von Ascheraden möchte sich noch nicht zum Thema äußern.
Julia Reese war von den Christdemokraten im Sommer motiviert worden, um das Amt zu kandidieren. "Ich trete aber parteilos an", sagt die gelernte Verwaltungsmitarbeiterin. Denn CDU-Mitglied ist sie nicht. Seit 20 Jahren arbeitet Reese bei der Samtgemeinde-Verwaltung, hat dort ihre Ausbildung als Verwaltungsfachangestellte begonnen, sich zur Verwaltungsfachwirtin weitergebildet und ist heute stellvertretende Gemeindedirektorin in Jesteburg. In dieser Zeit hat sie alle Bereiche der Verwaltung durchlaufen - vom Einwohnermeldeamt über das Steuer- und Bauamt bis zum Bereich Kitas und Schulen. "Mir fehlt nur der Bereich Finanzen, aber mit dem kommt man ja in jedem anderen in Berührung", erklärt Reese.
An den manchmal rauen Ton - besonders im Jesteburger Gemeinderat - ist sie gewöhnt. "Ich denke, ich habe schon ein 'dickes Fell' entwickelt", sagt sie selbst. Schlimm sei das nur, wenn man selbst für eine Sache wirklich gekämpft habe und die dann einfach abgebügelt werde. Doch sie hat auch positive Erfahrungen mit politischen Gremien gemacht: Manchmal könnten Politik und Verwaltung gemeinsam auch sehr viel Gutes erreichen. "Ich unterstelle erstmal jedem: Er möchte das beste für die Bürger."
Was sind für Julia Reese wichtigste Themen in der Samtgemeinde Jesteburg? Aktuell geht es gerade vor allem um die Personalgewinnung. Das sei gerade schwierig, geeignete Leute zu finden. Und
Und: "Ohne mein Team bin ich nichts", sagt sie. Und es sei wichtig, in der Samtgemeinde in allen Bereichen eine gemeinschaftliche Perspektive zu entwickeln. "Das ist bisher noch nicht überall gelungen."
Wichtige Aufgaben fallen ihr im Übrigen noch viele ein: die Schulen, Kindergärten, die Feuerwehrgerätehäuser in Bendestorf, Lüllau, Harmstorf, ein Rathaus, das Platz für alle Mitarbeiter bietet und nicht zuletzt die Straßensanierung. "Doch das ist alles Wunschdenken, dafür müssen erstmal die Finanzen stimmen." Sie setzt auf Einnahmenerhöhung, zum Beispiel durch Zuzug, auch von jungen Familien. Dafür müsse man nicht unbedingt neue Baugebiete ausweisen. Man könne auch gut mit Innenverdichtung der Orte arbeiten.
Fest steht: Die drei Dörfer der Samtgemeinde sind für Julia Reese Lebensmittelpunkt und schon von daher Herzensangelegenheit. Sie besitzt ein Pferd und mehrere Meerschweinchen ("Wunderbare Tiere") und ist auch immer leidenschaftlich beim Harmstorfer Faslam dabei. "Das macht wirklich Freude und verbindet!"
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