Nur ein Sturm im Wasserglas?

Die Skizze zeigt einen alten Entwurf, wie das Filmstudio-Areal bebaut werden könnte. Das Museum ist inzwischen im linken länglichen Komplex 
untergebracht. Die Halle (Mitte) soll abgerissen werden
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    untergebracht. Die Halle (Mitte) soll abgerissen werden
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Grüne wollen Studiohalle in Bendestorf unter Denkmalschutz stellen lassen.

mum. Bendestorf. Eigentlich ist seit einem Jahr alles klar. Im Herbst 2015 machte der Bendestorfer Gemeinderat den Weg für das wohl am heftigsten diskutierte Projekt im Ort frei. Projektentwickler Friedrich W. Lohmann will auf dem ehemaligen Studio-Areal 30 Wohneinheiten bauen. Das Konzept sieht vor, dass dafür auch die alte Studio­halle A1 abgerissen werden soll. Ursprünglich sollte dort ein neues Filmmuseum entstehen (das WOCHENBLATT berichtete mehrfach).
Doch es kam anders - viele sagen besser. Als bekannt wurde, dass das Vox-Klangstudio (es befindet sich ebenfalls auf dem Areal) zum Verkauf stand, griff der Förderverein „Freunde des Filmmuseums Bendestorf“ zu. Der Verein sammelte Spenden und zahlte etwa 150.000 Euro für den zweistöckigen Gebäudekomplex (etwa 800 Quadratmeter Fläche). Spätestens im Herbst soll das geplante Museum eröffnet werden.
Doch der Abriss der Halle 1 schmeckt nicht allen. „Das Ensemble aus ehemaligem Klangstudio und Halle A1 kann doch noch gerettet werden“, sagt Gunnar Herr, Fraktionschef der Bendestorfer Grünen. „Voraussetzung dafür wäre aber ein Umdenken des Bürgermeisters und seiner Mehrheitsgruppe im Gemeinderat. Wir fordern, die Wähler entscheiden zu lassen.“
Hoffnung bezieht Gunnar Herr aus einer Zusage der Hermann-Reemtsma-Stiftung über angeblich 50.000 Euro. Laut Herr könne das Objekt für Ausstellungen, Video-Film-Produktionen und als musealer Studio-Erlebnisraum genutzt werden. Um seiner Idee Nachdruck zu verleihen, setzt er auf das niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege. Herr hofft, dass die Halle noch unter Denkmalschutz gestellt wird.
Über das ganze Vorgehen kann Bürgermeister Hans-Peter Brink (Bendestorfer Wählergemeinschaft) nur den Kopf schütteln. „Selbst wenn die 50.000 Euro zur Verfügung stehen, hat eine Machbarkeitsstudie ergeben, dass wir allein für die Sanierung zwischen 300.000 und 500.000 Euro benötigen. Dazu kommt noch der Kaufpreis für die Halle von mindestens 100.000 Euro.“ Laut Brink würde es für so eine Maßnahme keine Mehrheit geben. Das habe die Abstimmung gezeigt, die damals 10:3 gegen den Erhalt der Halle ausging. Der Bürgermeister weist zudem auf die Folgekosten hin. „Wer trägt das Risiko? Die Gemeinde kann und darf hier nicht die Verantwortung für so eine Einrichtung übernehmen.“
In dem Schreiben von Gunnar Herr an das Ministerium werden als Betreiber die Mitglieder des Fördervereins ins Spiel gebracht. Sie leisten seit dem Kauf des ehemaligen Klangstudios großartige Arbeit. Die Mitglieder haben nicht nur die 150.000 Euro für des Gebäudes aufgebracht, sondern gut 250.000 Euro und unzählige Arbeitsstunden in den Umbau investiert (ein Großteil der Summe stammt aus EU-Fördermitteln). Doch ein Mega-Projekt wie dieses sei den ehrenamtlichen Film-Freunden wohl auch selbst eine Nummer zu groß, heißt es aus den eigenen Reihen. Sie wollen an ihrem Ziel festhalten, an historischer Stelle einen besonderen Ort zu schaffen.
Bürgermeister Brink geht davon aus, dass es beim beschlossen Fahrplan bleib. „Wir wollen vor der Wahl den Satzungsbeschluss fassen. Dann könnte der Abriss noch dieses Jahr beginnen.“ Eine inzwischen 15 Jahre alte Diskussion würden endlich ihren Abschluss finden.

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Sascha Mummenhoff aus Jesteburg

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