Sommerfest in der Brüggerei in Estebrügge
Aus Nachbarschaft wird Miteinander
- Hilde von Gilgenheimb (v.li.), Jan Sulzer, Dorte Harms-Krüger, Britta Weigand und Claus Prior beim Sommerfest der Brüggerei
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Spielen, essen, trinken, schnacken: Beim ersten Sommerfest der Brüggerei in Estebrügge ist für Groß und Klein etwas dabei. Zwischen Spielangeboten, Getränken und selbstgemachten Brötchen zeigt sich vor allem eines: Hier soll das Dorf zusammenkommen. July Fey (19) und Finja Stenzel (18) flechten großen und kleinen Besuchern die Haare, Jan Köberlin serviert Fischbrötchen mit gebeiztem Lachs und seiner eigenen Wildbeeren-Gewürzmischung.
- July Fey (19) flechtet großen und kleinen Besuchern die Haare
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Ein Ort für alle
Jan Sulzer ist einer der Köpfe hinter der Brüggerei und hat die Entwicklung des Hauses mit vorangetrieben. Dass daraus ein lebendiger Treffpunkt werden konnte, sei aber das Verdienst vieler. "Das Ganze hätte nicht geklappt, wenn andere Leute nicht mitgezogen hätten."
In Estebrügge gebe es dafür gute Bedingungen. Heimatverein, Schützenverein, Feuerwehr, AFC und andere örtliche Strukturen tragen dazu bei, dass Ideen gemeinsam umgesetzt werden können. Entscheidend sei, Menschen für eine Idee zu begeistern. "Wenn man für etwas wirbt und ein Team findet, das dazu Lust hat, dann geht das ganz gut."
Dass ihm als Arzt im Ort möglicherweise etwas mehr Gehör geschenkt werde, betrachtet Sulzer durchaus als Vorteil. Seine Rolle sieht er vor allem darin, Ideen anzustoßen, Menschen zu motivieren und Dinge ins Rollen zu bringen.
Sulzer möchte verhindern, dass Menschen sich zunehmend nur noch innerhalb ihrer eigenen Gruppen und Milieus bewegen. Die Brüggerei soll helfen, solche Grenzen zu überwinden: "Wir brauchen Orte, an denen wir uns miteinander unterhalten können."
- Ideengeber mit Blick fürs Miteinander: Jan Sulzer hat die Entwicklung der Brüggerei mit angestoßen und möchte Menschen in Estebrügge zusammenbringen
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Aus einer Idee wurde eine Genossenschaft
Der Weg zur Brüggerei begann mit einer konkreten Gelegenheit: "Als uns das Haus zum Kauf angeboten wurde, gründeten wir die Genossenschaft, um ausreichend Geld zusammen zu bekommen und das Projekt umzusetzen", sagt Dorte Harms-Krüger, Vorstand der Brüggerei, die das Konzept für das Haus schrieb. Geholfen habe dabei die bereits vorhandene Gemeinschaft der Brückenbäckerei, die das Projekt mitgetragen habe.
Wirtschaftlich muss sich die Brüggerei selbst tragen, geführt wird sie jedoch vollständig ehrenamtlich. Eine vermietete Wohnung im Obergeschoss hilft dabei, den Kredit abzusichern. Ein Genossenschaftsanteil kostet 250 Euro. Unabhängig davon, wie viele Anteile jemand besitzt, gilt das Prinzip: Eine Person hat eine Stimme.
Vom Jugendtreff bis zum Kinoabend
Inzwischen ist aus der Idee längst Alltag geworden. Zweimal pro Woche öffnet in der Brüggerei ein Jugendtreff, der mittlerweile gemeinsam mit der Gemeinde Jork betrieben wird. Die Gemeinde hat dafür eine 22-Stunden-Stelle geschaffen. Übernommen hat sie Inge Swinnen (44), die sich zuvor bereits ein Jahr lang ehrenamtlich im Jugendtreff engagiert hatte.
- Inge Swinnen hat durch ihr herausragendes Engagement ihren Weg in die Gemeinde Jork gefunden
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Hinzu kommen Kinoabende und besondere Veranstaltungen. Das erste Sommerfest zeigt nun, wie sehr sich die Brüggerei zu einem Treffpunkt im Dorf entwickelt hat.
Für Sulzer soll es dabei nicht bleiben. "Die Brüggerei ist nur ein Baustein der Dorfgenossenschaft", sagt er. Mit der Genossenschaft könnten perspektivisch weitere Projekte für Estebrügge angestoßen werden.
Engagement, das in beide Richtungen wirkt
Dass er selbst ebenfalls etwas von seinem Engagement hat, sagt Sulzer ganz offen. Das Sommerfest bereite ihm Freude und gebe ihm Genugtuung. "Es macht mir Spaß, mich für andere Menschen zu engagieren und sie zu motivieren."
Ganz uneigennützig müsse Ehrenamt für ihn deshalb gar nicht sein. Würde ihm das Engagement selbst nichts geben, würde er es auch nicht machen. Sein Dank gilt den vielen großen und kleinen Helferinnen und Helfern, die Verantwortung übernehmen, Veranstaltungen ermöglichen und immer wieder mit anpacken.
Und wenn am Abend die letzten Gäste gehen, werden die Tische und Bänke nicht weggeräumt. Sie bleiben stehen. Denn schon am nächsten Morgen trifft sich das Dorf hier wieder zum gemeinsamen Frühstück.
- Das Sommerfest der Brüggerei ist sehr gut besucht
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Redakteur:Stefanie Schimanski aus Buxtehude |
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