Deicherhöhung macht Neubau erforderlich
Röhren, Spundwände, Pfähle: Die Sielbaustelle in Jork-Hinterbrack

Die Sielbaustelle in Hinterbrack: Um die neuen Rohre verlegen zu können, musste der Deich geöffnet werden  | Foto: Daniel Beneke/Lk Stade
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Am Elbdeich bei Jork-Hinterbrack läuft derzeit ein Bauprojekt, das ein zentraler Baustein für die Entwässerung des Alten Landes ist. Dort wird ein neues Entwässerungssiel eingebaut. Das alte Siel muss aus statischen Gründen ersetzt werden. Es würde dem Druck der darüber liegenden Klei- und Sandschichten nicht mehr standhalten, wenn in den kommenden Jahren der Deich an dieser Stelle deutlich erhöht wird, um künftigen Sturmfluten zu trotzen.

Oberdeichrichter Wilhelm Ulferts und die zuständigen Ingenieure des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) führten kürzlich eine Delegation des Landkreises- darunter Landrat Kai Seefried und Kreisbaurätin Madeleine Pönitz - über die Baustelle. Die Erneuerung des Siels erfolgt im Vorfeld der geplanten Deicherhöhung zwischen der Elbinsel Hahnöfersand und der Hamburger Landesgrenze bei Cranz. Umgesetzt wird die Baumaßnahme vom Deichverband der II. Meile Alten Landes, dem Ulferts vorsteht. 

Ortstermin an der Sielbaustelle | Foto: Daniel Beneke/LK Stade
  • Ortstermin an der Sielbaustelle
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Deich wurde für den Sielbau geöffnet
Das Siel dient der Entwässerung der Hinterbracker Wettern in die Elbe. Um das Rohr für das Siel verlegen zu können, wurde jetzt - außerhalb der Sturmflutsaison - eine breite Scharte in den Deich gebaggert. Um gegen eventuelle Sommersturmfluten gewappnet zu sein, ließ der Deichverband mit dem Aushub einen Notdeich am Rand der Baustelle einlegen. Bereits vor zwei Jahren fertiggestellt wurde das Sielrohr unter der angrenzenden Straße, der K39. Auch das sogenannte Auslaufbauwerk, also die Einmündung des Siels in die Elbe, wurde bereits errichtet.

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Spundwände in die Erde gerammt
Wie Ulferts erläutert, erfolgt das Verlegen der Rohre in offener Bauweise. Das ist mit einem erheblichen technischen Aufwand verbunden. Zunächst müssen Spundwände zwölf Meter tief in den Untergrund getrieben werden. Um die Baugrube zu stabilisieren, werden Spundwandkästen installiert – stählerne Einfassungen, die das Grundwasser fernhalten, um ein sicheres Arbeiten zu ermöglichen. Zudem wurden 14 Meter tiefe Pfähle in den Boden gerammt. Auf dieser Gründung ruht das rund 70 Meter lange Sielrohr, das besonders stabil konstruiert ist. Nach der Deicherhöhung muss es immerhin einer Last von 26 Tonnen pro Quadratmeter standhalten.

Oberdeichrichter Wilhelm Ulferts erläutert die Baumaßnahme anhand der Bauzeichnung | Foto: Daniel Beneke/LK Stade
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Fertig bis Beginn der Sturmflutsaison
Nach Auskunft des Oberdeichrichters soll der Deich bis spätestens zum 15. September wieder geschlossen und die Fläche mit Gras eingesät sein – rechtzeitig vor Beginn der Sturmflutsaison. Dann werden auch die Rohre auf der Innenseite an das Einlaufbauwerk für die Hinterbracker Wettern angeschlossen. Wie Ulferts betont, muss jedes Sielbauwerk über zwei unabhängige Verschlüsse verfügen: einen außerhalb des Deiches und einen auf der Innenseite, um auch bei extremen Wasserständen maximale Sicherheit zu gewährleisten. Die Sielrohre befinden sich in einer Tiefe von etwa 2,40 Meter unter dem mittleren Tidehochwasser. 

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Baukosten von 2,7 Millionen Euro
Beim Sielbau blieben auch Überraschungen nicht aus. So stießen die Bauarbeiter beim Rammen der Pfähle in rund zwei Metern Tiefe auf Steine, die nach Ulferts Einschätzung von alten Hausfundamenten stammen und aufwendig aus dem Erdreich geborgen werden mussten. Sollte es keine weiteren unerwarteten Funde dieser Art geben, die die Baumaßnahme zusätzlich verteuern, werden sich die Gesamtkosten für das neue Sielbauwerk auf rund 2,7 Millionen Euro belaufen. 

Die Spundwände für das Sielrohr wurden zwölf Meter tief in den Boden gerammt | Foto: Daniel Beneke/LK Stade
  • Die Spundwände für das Sielrohr wurden zwölf Meter tief in den Boden gerammt
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Siel ist schon auf alter Karte eingezeichnet
Das Hinterbracker Entwässerungssiel befindet sich übrigens an historischer Stelle: "Bereits auf einer alten Karte aus dem 18. Jahrhundert ist hier ein Siel eingezeichnet", berichtet Ulferts. Für das wasserreiche Alte Land spielt es seit Jahrhunderten eine tragende Rolle bei der Entwässerung. Mit dem aktuellen Neubau wird diese Funktion für die kommenden Jahrzehnte gesichert – angepasst an moderne Anforderungen und sich wandelnde Klimabedingungen.

Die Sielbaustelle in Hinterbrack: Um die neuen Rohre verlegen zu können, musste der Deich geöffnet werden  | Foto: Daniel Beneke/Lk Stade
Oberdeichrichter Wilhelm Ulferts erläutert die Baumaßnahme anhand der Bauzeichnung | Foto: Daniel Beneke/LK Stade
Ortstermin an der Sielbaustelle | Foto: Daniel Beneke/LK Stade
Die Spundwände für das Sielrohr wurden zwölf Meter tief in den Boden gerammt | Foto: Daniel Beneke/LK Stade
Redakteur:

Jörg Dammann aus Stade

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