Lärmschutz und mehr Sicherheit
Tempo 30 in Jork: Neue Dynamik für alte Forderung

Alexander Schöcke wohnt direkt an der viel befahrenen L140 | Foto: sb
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  • Alexander Schöcke wohnt direkt an der viel befahrenen L140
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Die Diskussion um ein Tempolimit auf der Ortsdurchfahrt L140 in Jork nimmt erneut Fahrt auf. Bereits im Herbst 2024 hatte Alexander Schöcke, Anwohner und engagierter Bürger, im Rahmen des Lärmaktionsplans der Gemeinde ein Tempolimit von 30 Kilometern pro Stunde vorgeschlagen. Damals lehnte der Gemeinderat das Vorhaben ab – das beauftragte Fachbüro sah keinen Handlungsbedarf. Nun allerdings kommt Bewegung in die Sache: Das neue Radverkehrskonzept der Gemeinde Jork eröffnet neue Chancen, Tempo 30 doch noch zu realisieren.

Schulwege, Sicherheit und ein strategischer Wandel
Der Schlüssel zur erneuten Betrachtung liegt in der veränderten Perspektive. Ging es bislang vorrangig um Lärmschutz, steht jetzt die Verkehrssicherheit im Fokus. Die L140 verläuft mitten durch Jork und wird täglich von zahlreichen Kindern und Jugendlichen als Schulweg genutzt. Grundschule, Schulzentrum, Kindergärten – sie alle liegen im Einzugsbereich. Das beauftragte Planungsbüro IKS Mobilitätsplanung hält Tempo 30 hier für prüfenswert – ein wichtiges Signal, wie Alexander Schöcke betont: „Ich sehe darin eine echte Chance, unser Lebensumfeld sicherer und lebenswerter zu gestalten. Tempo 30 erhöht nicht nur die Sicherheit, sondern macht das Zentrum für alle angenehmer.“

Zur Unterstützung seines Anliegens hat Schöcke nun eine Online-Petition gestartet, die unter openpetition.de/tempo30jork abrufbar ist. „Jork ist ein Ort zum Leben, nicht zum Rasen“, heißt es dort. Schöcke fordert eine Verkehrsberuhigung, nicht zuletzt wegen der wiederholten nächtlichen Raserei mit teils über 100 Kilometern pro Stunde – ein Thema, das viele Anwohner beschäftigt.

Gesetzesnovelle ermöglicht neue Wege
Tatsächlich stärkt auch die aktuelle Gesetzeslage Schöckes Anliegen. Seit April 2025 erlaubt die überarbeitete Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrsordnung (VwV-StVO) die Ausweisung von Tempo 30 auf klassifizierten Straßen, wenn es sich um hochfrequentierte Schulwege handelt. Eine solche Einstufung liegt in Jork nahe, wie auch Bürgermeister Matthias Riel bestätigt: „Ich sehe in Tempo 30 einen guten Lösungsansatz. Es geht um sichere Schulwege und um die Lebensqualität entlang unserer Hauptstraße.“ Die Maßnahme müsse zwar beim Landkreis Stade als zuständiger Behörde beantragt werden, aber die rechtlichen und sachlichen Voraussetzungen seien mit der Novelle klarer definiert.

Mehr als nur ein Tempolimit
Das Thema ist Teil eines größeren Ganzen: Die Gemeinde Jork verfolgt mit dem Radverkehrskonzept das Ziel, Mobilität neu zu denken. Das Büro IKS hat unter anderem Defizite beim Mischverkehr im Ortskern, unübersichtliche Knotenpunkte und unzureichende Radinfrastruktur identifiziert. Dabei spielt Tempo 30 eine zentrale Rolle – nicht nur zur Erhöhung der Sicherheit, sondern auch zur Förderung des Radverkehrs und des touristischen Radnetzes. „Das Radwegekonzept ist ein strategisches Ziel der Gemeinde, das auf mehreren Ebenen wirkt“, erklärt Bürgermeister Riel. „Es unterstützt den Schulwegverkehr, macht die Gemeinde für Touristen attraktiver und bindet dabei auch Land, Landkreis und touristische Akteure ein.“

Ganz ohne Herausforderungen wird das Vorhaben jedoch nicht umsetzbar sein. Tempo 30 könnte die Fahrtzeit durch den Ort verlängern und den Verkehrsfluss bremsen. Riel bleibt realistisch: „Raser werden wir damit nicht ausbremsen. Wer nachts mit 100 durch den Ort fährt, hält sich auch nicht an ein Tempolimit. Aber wir setzen ein Zeichen für mehr Rücksicht.“

Wie geht es weiter? Die Gemeinde zeigt sich offen für weitere Gespräche und wird das Thema "Tempo 30" bis zur nächsten öffentlichen Veranstaltung zum Radverkehrskonzept Ende September erörtern und vertiefen. Die Online-Petition von Alexander Schöcke läuft noch bis Mitte Juli.

Redakteur:

Stephanie Bargmann aus Stade

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