Landwirtschaftskammer optimistisch
Kirschernte im Alten Land: hohe Qualität erwartet

Die Kirschernte hat in Niedersachsen in diesem Jahr erneut früher als üblich begonnen, während späte Sorten wie „Kir Vulcano®“ derzeit ausreifen – Fachleute der Landwirtschaftskammer erwarten insgesamt leicht überdurchschnittliche Erträge von hervorragender Qualität | Foto: Kockerols/Landwirtschaftskammer Niedersachsen
  • Die Kirschernte hat in Niedersachsen in diesem Jahr erneut früher als üblich begonnen, während späte Sorten wie „Kir Vulcano®“ derzeit ausreifen – Fachleute der Landwirtschaftskammer erwarten insgesamt leicht überdurchschnittliche Erträge von hervorragender Qualität
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  • hochgeladen von Stefanie Schimanski

Im Alten Land hat die Kirschernte begonnen – etwas später als im Vorjahr, aber weiterhin früher als im langjährigen Durchschnitt. Grund dafür ist erneut die frühe Blüte Anfang April, die den Saisonstart nach vorn verschoben hat.

Die ersten Frühsorten werden bereits geerntet, während die Haupternte mit den späteren Sorten „Kordia“ und „Regina“ in den kommenden Tagen beginnt. Fachleute der Landwirtschaftskammer Niedersachsen erwarten insgesamt leicht überdurchschnittliche Erträge und eine besonders gute Qualität der Früchte.

„Wir rechnen mit gut 12 Tonnen Kirschen pro Hektar, das entspricht etwa 15 Kilogramm pro Baum“, erklärt Martin Kockerols von der Obstbauversuchsanstalt in Jork. Nur anhaltender Regen oder Hagel könnten die positive Entwicklung noch bremsen.

Um sich gegen solche Risiken zu schützen, setzen viele Betriebe inzwischen auf moderne Dachanlagen. Rund 75 bis 80 Prozent der Süßkirschen im Alten Land wachsen mittlerweile unter Regenschutz. Das verhindert das Aufplatzen der Früchte, sorgt für bessere Reife und macht die Kirschen haltbarer und optisch ansprechender. Gleichzeitig lassen sich die Anlagen leichter vor Schädlingen wie der Kirschfruchtfliege oder der Kirschessigfliege schützen.
Für die Obstbauern ist der Anbau unter Dach allerdings mit hohen Kosten verbunden. Mehr als 100.000 Euro pro Hektar müssen investiert werden. Umso wichtiger sind stabile Preise für die Ernte.

Sollten sich die Prognosen bestätigen, könnten in Niedersachsen in diesem Jahr rund 5.000 Tonnen Süßkirschen geerntet werden. Der Großteil stammt aus dem Alten Land an der Niederelbe, dem wichtigsten Anbaugebiet der Region. Im vergangenen Jahr lag die Erntemenge bei knapp 4.950 Tonnen auf rund 500 Hektar Anbaufläche.

Trotz dieser Mengen bleibt Deutschland weiterhin auf Importe angewiesen. Der Selbstversorgungsgrad liegt bei lediglich 30 bis 50 Prozent. Ein Großteil der Kirschen stammt aus Ländern wie der Türkei, Griechenland, Spanien und Italien.

Für die Betriebe im Alten Land bleibt die Hoffnung, dass sich die hohe Qualität ihrer Früchte auch in angemessenen Preisen widerspiegelt. Denn steigende Produktionskosten, unter anderem durch höhere Löhne, stellen die Obstbauern zunehmend vor Herausforderungen.

Redakteur:

Stefanie Schimanski aus Buxtehude

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