Sommertour im Landkreis Stade
Melanie Walter: Starke Regionen sind Europas Zukunft
- Horneburgs Samtgemeinde Bürgermeister Knut Willenbockel (v.li), Lühe Samtgemeindebürgermeister Timo Gerke, Erster Kreisrat Torsten Heinze, Dr. Sebastian Ipach, Geschäftsführer der Arge Maritime Landschaft Unterelbe, Europaministerin Melanie Walter, Dr. Georg Hetzendorf, Dozent, Landesbeauftragte ArL-Lüneburg Karin Beckmann
- Foto: StK/Michael Löwa
- hochgeladen von Stefanie Schimanski
Die Alte Seefahrtsschule in Grünendeich erzählt seit Generationen Geschichten von der Schifffahrt. Heute verbindet sie historisches Erbe mit moderner Wissensvermittlung und digitaler Technik – ein Zusammenspiel, das Niedersachsens Europaministerin Melanie Walter bei ihrem Besuch im Rahmen ihrer Sommertour besonders beeindruckte. Im Mittelpunkt standen die modernisierte Einrichtung mit ihrem Planetarium sowie die Frage, wie europäische Fördermittel dazu beitragen, den ländlichen Raum zu stärken und regionale Identität zu bewahren.
Maritimes Erbe als Zukunftsprojekt
Bei ihrem Rundgang durch die modernisierte Alte Seefahrtsschule mit ihrem Planetarium verschaffte sich Walter einen Eindruck davon, wie Geschichte, moderne Wissensvermittlung und digitale Technik miteinander verbunden werden. Dabei zeigte sie sich beeindruckt von der Arbeit der zahlreichen Ehrenamtlichen und hauptamtlichen Akteure.
„Ich habe in Grünendeich äußerst engagierte Menschen erlebt, die mit beeindruckendem Fachwissen und großem ehrenamtlichen Einsatz das maritime Erbe der Unterelbe lebendig halten. Tradition und Wissensvermittlung verschmelzen hier zu einem echten Erlebnisort für Gäste und Einheimische gleichermaßen“, sagte Walter.
Aus ihrer Sicht leisten solche regionalen Einrichtungen einen wichtigen Beitrag für Niedersachsen. „Solche regionalen Einrichtungen sind für Niedersachsen von großer Bedeutung, denn sie stiften Identität und stärken den Tourismus. Sie tragen dazu bei, unsere Regionen als attraktiven Lebens-, Arbeits- und Kulturraum weiterzuentwickeln.“
Gemeinsame Zukunft für Stadt und Land
Für Walter reicht die Bedeutung der Arge Maritime Landschaft Unterelbe weit über den Tourismus hinaus. Sie sieht in Einrichtungen wie dieser einen wichtigen Baustein für die Entwicklung der Metropolregion Hamburg und des ländlichen Raums.
„Einrichtungen wie die Maritime Landschaft Unterelbe helfen dabei, Stadt und Land näher zusammenzubringen. Sie tun das, indem sie wichtige Impulse für die regionale Wertschöpfung setzen und die Zusammenarbeit über Gemeinde-, Kreis- und Ländergrenzen hinweg fördern“, betonte die Europaministerin. Hier entstünden Projekte und Verbindungen, „die die gesamte Region als Lebens- und Arbeitsort stärken. So kann aus gemeinsamer Geschichte eine gemeinsame Zukunft wachsen.“
Europa wird vor Ort erlebbar
Ein zentrales Thema des Besuchs war die Rolle europäischer Förderprogramme. Die Weiterentwicklung der Alten Seefahrtsschule zu einem modernen Bildungs- und Erlebnisort mit Planetarium wurde unter anderem durch europäische Fördermittel, Landesgelder und die Unterstützung des Landkreises Stade möglich.
Für Walter ist das ein Beispiel dafür, wie Europa im Alltag der Menschen sichtbar wird. „Europa wird oft als abstrakt und weit weg wahrgenommen, dabei können wir es jeden Tag vor der eigenen Haustür in unseren Städten und Gemeinden erleben“, sagte sie.
Die Weiterentwicklung der Alten Seefahrtsschule hin zu einem modernen Bildungs- und Erlebnisort sei „das konkrete Ergebnis europäischer Fördermittelpolitik zur Entwicklung des ländlichen Raums“. Gleichzeitig stehe das Gebäude für die lange maritime Geschichte der Region. „Generationen von Seeleuten wurden hier ausgebildet. Auf ihren Fahrten haben sie immer auch ein Stück Niedersachsen in die Welt getragen und hatten wiederum bei ihrer Rückkehr neue Impulse für ihre Region im Gepäck.“
Für Walter steht die Einrichtung damit sinnbildlich für „die enge Wechselwirkung von regionaler Identität und europäischem Austausch“. Ihr Fazit: „Gemeinsam erreichen wir mehr, denn ein zukunftsfähiges Europa braucht starke Regionen.“
Anerkennung für die Arbeit in Grünendeich
Für Dr. Sebastian Ipach, Geschäftsführer der Arge Maritime Landschaft Unterelbe, war der Besuch der Europaministerin weit mehr als ein offizieller Termin. Er versteht ihn als Anerkennung für die Arbeit, mit der die Einrichtung in den vergangenen Jahren zu einem modernen Bildungs- und Erlebnisort weiterentwickelt wurde.
Mit Unterstützung europäischer Fördermittel, des Landes Niedersachsen und des Landkreises Stade sei das Modernisierungsprojekt erfolgreich umgesetzt worden. Heute verfüge die Einrichtung über ein modernes Planetarium, das an der Unterelbe einzigartig sei und Besucherinnen und Besuchern neue Zugänge zur maritimen Geschichte eröffne.
„Der Besuch von Europaministerin Walter im Rahmen ihrer Sommerreise ist vor allem ein großes Zeichen der Wertschätzung für unsere Arbeit vor Ort“, sagte Ipach. „Mit Hilfe europäischer Mittel, Landesgeldern und Unterstützung durch den Landkreis Stade haben wir unser Modernisierungsprojekt im Haus erfolgreich umgesetzt. Unsere Einrichtung mit modernem Planetarium ist einzigartig an der Unterelbe und wir freuen uns auf weitere Gäste.“
Besonders erfreut zeigte sich Ipach darüber, dass der in Grünendeich verfolgte Ansatz auch auf politischer Ebene Anerkennung findet. „Ich habe deutlich wahrgenommen, dass unser Ansatz einer Verbindung von analoger mit digitaler Welt, von alt und neu im Sinne des Ministeriums ist. Auch in einem weiteren Rahmen ist dieser Ansatz erfolgversprechend.“
Weitere Station der Sommertour
Neben dem Besuch der Arge Maritime Landschaft Unterelbe führte Melanie Walters Sommertour an einem weiteren Tag auch zur Hochschule 21 in Buxtehude. Dort informierte sie sich über die Bedeutung moderner Bildungsangebote und deren Beitrag zur Entwicklung der Region. Gemeinsam mit dem Termin in Grünendeich unterstrich die Sommertour die Bedeutung von Bildung, Innovation und regionaler Entwicklung und zeigte zugleich, wie europäische Förderung ganz konkret vor Ort Wirkung entfalten kann.
Redakteur:Stefanie Schimanski aus Buxtehude |
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