Nach andauernden Sachbeschädigungen in Oldendorf soll die Überwachung ausgeweitet werden
Per Video gegen Vandalen

Oldendorfs Bürgermeister Johann Schlichtmann ärgert sich über Schmierereien am Sportplatz in Oldendorf
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lt. Oldendorf. Nach mir die Sintflut ist wohl das Motto der Jugendlichen, die sich nach Schulschluss an den Schulzentren in der Region treffen und denen ganz offensichtlich eine sinnvolle Beschäftigung fehlt. Aus Langeweile, Frust und sinnloser Zerstörungswut hinterlassen sie Müll und Zigarettenkippen auf öffentlichen Plätzen, besprühen Wände und Fenster und zeigen keinerlei Respekt vor fremdem Eigentum. Mit solchen Vandalismus-Problemen ist Oldendorfs Bürgermeister Johann Schlichtmann fast täglich konfrontiert und will deshalb die Videoüberwachung ausweiten.
Bei seinen regelmäßigen Rundgängen auf dem Sportplatz am Schulzentrum Oldendorf findet Schlichtmann jedesmal Hinweise darauf, dass sich Jugendliche dort außerhalb von Schul- und Trainingszeiten - und damit illegal - aufhalten.
"Häufig wird sogar der Bewegungsmelder festgesetzt, damit die Gruppe Licht hat", sagt der Bürgermeister und hebt dabei eine noch geschlossene Dose mit einem Energy-Drink auf, die jemand offenbar am Tag zuvor achtlos im Aufenthaltsbereich auf dem Sportplatz liegengelassen hat. Auch eine schwere Sitzgarnitur wurde verschoben und steht am falschen Platz.
Die Verantwortlichen sind Schlichtmann größtenteils bekannt und er habe auch schon häufig das Gespräch gesucht. Zum Beispiel wenn er eine Gruppe Jugendlicher beim Rauchen und Trinken beobachtet und darauf hinweist, dass es nicht erlaubt ist, sich auf dem Sportplatz aufzuhalten. Oft zeigten sich die Angesprochenen in dem Moment einsichtig, am nächsten Tag müsse er aber wieder die Spuren des illegalen Gelages beseitigen, so der Bürgermeister.
Die Gemeinde habe schon etliche Strafanträge wegen Sachbeschädigung gestellt, so Schlichtmann, es sei aber meist schwer, den Tätern etwas zu beweisen. Ins Netz gegangen seien jedoch kürzlich Sprayer, die sich am Schulzentrum ausgetobt hatten. Sie wurden von einer von der Samtgemeinde installierten Überwachungskamera aufgezeichnet. Gegen die Täter werde nun ermittelt und sie müssten mit hohen Schadenersatzforderungen rechnen.
Der Gemeinde bleibe wohl keine Wahl, als die Videoüberwachung im öffentlichen Bereich auszuweiten, sagt der Bürgermeister. Konkret geplant sei das zum Beispiel im Bereich der Schulmensa und am Multifunktionshaus.
Schlichtmann werde aber weiter das Gespräch suchen und hoffe darauf, wenigstens den einen oder anderen auf den richtigen Weg bringen zu können. In den vergangenen Jahren habe das schon einige Male funktioniert.

Polizeisprecher Rainer Bohmbach weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass es nicht so einfach sei, in öffentlichen Bereichen Überwachungskameras zu installieren. In Deutschland gebe es diesbezüglich - anders als in Großstädten wie New York oder London - teils hohe Hürden und langwierige Genehmigungsverfahren. Anders verhalte es sich im privaten Bereich. So lange nicht das Nachbargrundstück oder die Straße erfasst werde, könne jeder sein Privatgrundstück filmen.
In der Hansestadt Stade, wo es laut Tjorven Plate aus dem Vorstandsbüro des Rathauses immer wieder Vandalismusschäden vor allem im Stadtkern gebe, sei keine Videoüberwachung geplant. Derzeit werden lediglich die Parkhäuser videoüberwacht.

Situation in Apensen verbessert
Auch in der Samtgemeinde Apensen gab es erhebliche Probleme mit Vandalen, die insbesondere am Schulzentrum ihr Unwesen trieben (das WOCHENBLATT berichtete). Auf WOCHENBLATT-Nachfrage berichtet Sabine Benden, kommissarische Samtgemeinde-Bürgermeisterin, dass sich die Situation bezüglich der Schulhöfe gebessert habe. Im Zuge der Vandalismus-Probleme hatte die Samtgemeinde eine "Satzung über die Benutzung der Schulhöfe" erlassen, in der u.a. festgelegt ist, wer das Schulgelände betreten darf, und in der aufgelistet ist, was alles untersagt ist und mit Bußgeldern geahndet wird.
Auch die zahlreichen „Sprayer-Vandalismusschäden“, die die Gemeinde Apensen bezahlen musste, weil bei der Mutter des Verursachers „nichts zu holen war“, seien zurückgegangen. Vermutlich, weil der Täter ermittelt werden konnte und vor Gericht stand. 

Polizei braucht Zeugen
Die Polizei dringend auf die Hilfe von Zeugen angewiesen ist, um Vandalen zu schnappen. Wer einen Fall von Sachbeschädigung beobachtet, sollte umgehend die Polizei - gerne auch per Notruf unter 110 - benachrichtigen. "Wenn wir den Hinweis erst einen Tag später bekommen, ist die Chance sehr gering, den Täter zu erwischen", so Rainer Bohmbach.

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