Artenschutz-Projekt im Landkreis Stade
Turmfalken ziehen in Kirchtürme an der Oste ein
- Überreichung der Plakette „Lebensraum Kirchturm“ vor der Kirche St. Marien in Großenwörden (v. li.): Biologin Janette Hagedoorn-Schüch mit dem Nistkästen-Erbauer Werner Hilz, Pastor Martin Michalek, Vogelkundler Gert Dahms und Kirchenvorstandsmitglied Silke Hansen
- Foto: Landkreis Stade / Daniel Beneke
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Zwei historische Kirchen im Landkreis Stade bieten ganz besonderen Gästen Unterschlupf: In den Kirchtürmen von St. Marien und St. Petri in den Oste-Dörfern Großenwörden und Burweg-Horst (beides Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten) wurden Nistkästen für Turmfalken angebracht. Die Quartiere in luftiger Höhe wurden schnell in Beschlag genommen: In beiden Kästen haben sich Turmfalken eingenistet.
- Blick in den Nistkasten von St. Petri: Sieben Turmfalken-Eier werden dort ausgebrütet
- Foto: Landkreis Stade / Janette Hagedoorn-Schüch
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Kirchen bieten wertvollen Lebensraum
Für dieses Engagement in Sachen Artenschutz wurden die zwei Kirchengemeinden jetzt mit der Plakette „Lebensraum Kirchturm“ ausgezeichnet. Janette Hagedoorn-Schüch vom Amt Naturschutz des Landkreises Stade überreichte die Auszeichnung an Pastor Martin Michalek und Kirchenvorstandsmitglied Silke Hansen.
Die Hinterlassenschaften in Großenwörden – getrockneter Dotter und Federn – zeigen es deutlich: Dieser Kasten wird genutzt. In Burweg-Horst sorgte sogar ein Turmfalke für einen besonderen Moment, als er während eines Fototermins aus dem Nistkasten herausflog und das Geschehen aus einer nahen Baumkrone beobachtete. Noch beeindruckender war jedoch der Blick ins Innere des Kastens: Dort entdeckte Hagedoorn-Schüch sieben Turmfalken-Eier. "Ein toller Erfolg für das Artenschutzprojekt", erklärte die Biologin. "Später im Jahr werden wir nachschauen, wie viele Jungvögel flügge geworden sind."
- Die zweite Plakette geht an die Kirche St. Petri auf der Horst in Burweg (v. li.): Biologin Janette Hagedoorn-Schüch mit dem Vogelkundler Gert Dahms, Pastor Michael Michalek, Nistkästen-Erbauer Werner Hilz und Kirchenvorstandsmitglied Silke Hansen
- Foto: Landkreis Stade / Daniel Beneke
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Erfolgreiche Zusammenarbeit in Sachen Naturschutz
Das Projekt „Lebensraum Kirchturm“ informiert seit 17 Jahren darüber, wie in Kirchengebäuden mit einfachen Maßnahmen die biologische Vielfalt gefördert werden kann. Denn Kirchtürme und Dachstühle bieten zahlreichen Tierarten ideale Bedingungen. Turmfalken nutzen beispielsweise den Bereich der Fensternischen als Brutplätze, Mauersegler finden unter Dachtraufen geeignete Nistmöglichkeiten und Fledermäuse verstecken sich gern im Dachgebälk. Die Initiative zum Artenschutz wurde 2009 vom Amt Naturschutz ins Leben gerufen. Unterstützt wird sie unter anderem von den evangelisch-lutherischen Kirchenkreisen Stade und Buxtehude sowie von NABU, BUND und der Ornithologisch-naturkundlichen Arbeitsgemeinschaft (Onag).
Die Zusammenarbeit zwischen Kirchengemeinden und Naturschutzverbänden macht das Projekt zu einem Erfolgsmodell. Nach Angaben des Landkreises wurden inzwischen mehr als 25 Kirchen im Kreisgebiet mit der Plakette ausgezeichnet. Zu ihnen zählen unter anderem die St.-Wilhadi-Kirche in Stade, die St.-Petri-Kirche in Buxtehude, die St.-Martin-Kirche in Assel und die St.-Primus-Kirche in Bargstedt.
„Weitere Kirchengemeinden sind herzlich aufgerufen, ebenfalls diesen Artenschutz zu unterstützen“, wirbt die Hagedoorn-Schüch für die Aktion. Wer mitmachen möchte, kann sich telefonisch direkt an Sie wenden (Tel. 04141 - 126737) oder eine E-Mail schreiben: naturschutz@landkreis-stade.de
Redakteur:Jörg Dammann aus Stade |
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