Jennifer Kliem-Pärsch fertigt besondere Puppen, die oft genauso aussehen wie ihre Besitzer
Puppenkumpel aus Himmelpforten als Zwilling und allerbester Freund

Puppenmutter Jennifer Kliem-Pärsch
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sb. Himmelpforten. Die Puppen heißen Lara, Agnetha, Mali und Tatta, sind zwischen 16 und 45 Zentimeter groß und jede ist ein Unikat. Gefertigt werden sie seit rund zehn Jahren von der Himmelpfortenerin Jennifer Kliem-Pärsch (42), die dabei ganz individuelle Gestaltungswünsche erfüllt.

"Meine erste Puppe nähte ich 2009 für meinen damals einjährigen Sohn", erinnert sich Jennifer Kliem-Pärsch. Es folgten Puppen für Freunde und Bekannte, bis sie 2011 ihre Dienste auf einer eigenen Homepage im Internet anbot. "Diese Aufgabe ist für mich ein Herzensweg", sagt die inzwischen von ihrem Mann getrennt lebende Mutter von zwei Söhnen (9 und 11), die nicht nur Puppen kreiert, sondern in ihrer Puppenklinik auch betagte Exemplare repariert.

"Sei ganz du selbst" ist eine Botschaft, die Jennifer Kliem-Pärsch an ihre Mitmenschen weitergeben möchte. Deshalb ähneln ihre Puppen häufig den Kindern - und auch Erwachsenen -, für die sie gemacht sind. Wenn ein Kind beispielsweise an seinem Körper ein besonderes Mutter- oder Feuermal hat, dann könnte auch seine Puppe dieses Merkmal haben. "Nichts muss, doch alles ist möglich. Körperliche Beeinträchtigungen machen einen nicht weniger liebenswert", sagt die Puppenmutter, die selbst als Frühchen geboren wurde und als Spätfolge auf einem Auge blind ist.

Viele ihrer Werke sind Auftragsarbeiten. Diese haben alle eine besondere Geschichte. Da ist zum Beispiel der Puppenkumpel Mali, unisex und mit dunkler Hautfarbe. Er wurde gefertigt mit dem Ziel, einen Freund zu schenken, mit dem man sich sowohl identifizieren als auch durch dick und dünn gehen kann. Das Püppchen Lara hingegen verkörpert seine Besitzerin so, wie sie als Kind vor einem familiären Schicksalsschlag gewesen ist: frech, neugierig und rebellisch. "Viele Kinder spielen Erlebtes mit ihrer Puppe nach und verarbeiten so Gefühle wie Freude, Trauer, Wut und Enttäuschung", sagt Jennifer Kliem-Pärsch. "Aber auch für Erwachsene kann eine Puppe heilsam sein. Als Spiegel ihrer Seele verkörpert die Puppe ihr inneres Kind."
Die Puppen aus der Himmelpfortener Puppenwerkstatt sind stabile Freunde fürs Leben. Jennifer Kliem-Pärsch achtet bei den verwendeten Materialien auf zertifizierte Bio-Qualität und Nachhaltigkeit. Ein Großteil des Fertigungsprozesses ist Handarbeit. An der Nähmaschine werden lediglich die Glieder der Puppe gefertigt. Von Hand erfolgt anschließend das Ausstopfen, das Wickeln des Kopfes, das Häkeln der Haare und das Aufsticken des Gesichts. Die Puppenkleider werden dann wieder zum großen Teil an der Maschine genäht.

"Besonders viel Freude machen mir Puppen, die von der Norm abweichen", sagt Jennifer Kliem-Pärsch. Dazu gehören Puppen mit dunkler Hautfarbe, mit besonderen Merkmalen wie Sommersprossen oder einem Pflaster auf einer Verletzung, geschlechtsneutrale Puppen oder Puppen mit bewusst gewählten Gegensätzen, z.B. eine Mädchenfigur mit kurzen Haaren bzw. eine Jungenfigur in Pink oder Rosa. "Alles ist erlaubt. Das Ziel ist, Diversität und Inklusion als Bereicherung unserer Gesellschaft zu erkennen."
Neben den Auftragsarbeiten - die Kunden kommen aus ganz Deutschland sowie Österreich und der Schweiz - bietet Jennifer Kliem-Pärsch auch bereits fertige Puppen auf ihrer Homepage an: http://www.puppenhandwerk.de.

Autor:

Stephanie Bargmann aus Stade

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