Kleckener Leon Stöver kocht in der Schweiz
Mit Fischbrötchen an die kulinarische Spitze
- Leon Stöver in Aktion im Wettbewerb: Er bereitet sein "Heimathafen Fischbrötchen" zu
- Foto: Tyro.Media
- hochgeladen von Gabriele Poepleu
Früher hat er in Klecken das WOCHENBLATT ausgetragen, heute gehört er zu den fünf besten Nachwuchsköchen eines renommierten Schweizer Wettbewerbs: Leon Stöver (26) hat beim „Marmite Youngster 2026“ mit einer ungewöhnlichen Interpretation des norddeutschen Fischbrötchens überzeugt. Wie gut er tatsächlich abgeschnitten hat, erfährt er am 30. November bei der Preisverleihung in Zürich.
Der gebürtige Kleckener arbeitet heute im Restaurant Soleil d’Or in St. Gallen. Beim Wettbewerb unter dem Motto „Talente setzen Trends“ setzte er auf kulinarisches Storytelling: Gerichte sollen nicht nur schmecken, sondern auch Geschichten erzählen.
Heimathafen Fischbrötchen
Sein Wettbewerbsbeitrag trägt den Namen „Heimathafen Fischbrötchen“. Die Inspiration dafür stammt von früheren Besuchen auf dem Hamburger Fischmarkt mit seinem Vater Markus. Aus dem einfachen norddeutschen Klassiker machte Stöver einen raffinierten Gang der gehobenen Küche.
Statt Backfisch im Brötchen servierte er sanft in Butter gegarte Seezunge mit einer Fischfarce und den typischen Remouladen-Kräutern Schnittlauch, Petersilie, Kerbel und Dill. Hinzu kamen eine Kräuter-Vinaigrette, eine Sauce mit Senf, Sardellen, Gewürzgurken und Kapern sowie ein hauchdünner Brotchip. Edler Kaviar erinnerte an seine Zeit auf Sylt, die ihn ebenfalls kulinarisch geprägt hat.
Opas Kochmesser gab den Anstoß
Dass Stöver einmal Koch werden würde, hat viel mit seiner Familie in Klecken zu tun. Seine Großeltern Erika und Heinrich Stöver betrieben dort einst die bekannte Fruchtkate. Schon als Kind schaute Leon seinem Vater und seinem Großvater beim Kochen über die Schulter.
Als Opa Heinrich starb, erbte Leon dessen Kochmesser. Dieses Erinnerungsstück gab schließlich den entscheidenden Anstoß für seine Kochausbildung. Seine Familie unterstützte ihn auf diesem Weg.
Am wichtigsten ist die Familie
Bis heute verbindet Stöver viele Erinnerungen mit der Küche seines Großvaters. Besonders dessen spanisches Garnelengericht „Pil Pil“ hat es ihm angetan. Er nennt es liebevoll „Garnelen à la Heinrich“. Eines Tages möchte er es als Hommage an seinen Opa auf einer Speisekarte anbieten.
Wenn der junge Koch seine Heimat besucht, bleibt für das Kochen allerdings wenig Zeit. Dann möchte er vor allem seine Eltern Petra und Markus, Oma Erika sowie Freunde und weitere Verwandte treffen. Häufig geht die Familie lieber gemeinsam essen.
Ein Michelin-Stern als großes Ziel
Mit dem Einzug unter die besten fünf Nachwuchsköche ist für Stöver längst nicht Schluss. Weitere Wettbewerbe wie „Koch des Jahres“ in Deutschland oder „Goldener Koch“ in der Schweiz reizen ihn auch. Sein größter beruflicher Traum ist ein eigener Michelin-Stern – ob als Restaurantinhaber oder als Küchenchef. Dafür arbeitet er täglich an seinem Können.
Besonders freut ihn, dass seine Geschichte nun auch in seiner alten Heimat erzählt wird. Schließlich hat er das WOCHENBLATT als Junge nicht nur selbst ausgetragen, sondern auch mit seinen Eltern und Großeltern gelesen. Jetzt wird darin über ihn berichtet – als Nachwuchskoch, der seine norddeutschen Wurzeln auch in der Schweizer Spitzenküche nicht vergessen hat.
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