In Rekordzeit voll
Zehn neue Altkleidercontainer im Landkreis
- Die nagelneuen Altkleidercontainer auf der Mülldeponie in Nenndorf
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- hochgeladen von Silke König
Früher oder später ist es so weit: Der Kleiderschrank soll aufgeräumt und Überflüssiges aussortiert werden. Noch mehr gibt es zu sortieren, wenn ein ganzer Haushalt aufgelöst werden muss. Bisher packte man die überschüssigen Teile einfach in einen Sack und brachte sie zu einem der Altkleidercontainer, die an öffentlich zugänglichen Plätzen jederzeit befüllt werden konnten. Doch viele Container sind mittlerweile verschwunden. Standen im Landkreis im vergangenen Sommer noch 240 der praktischen Kästen, sind es jetzt noch 175. Hinzu kommen die Container auf privaten Geländen. Allerdings geht auch deren Zahl zurück, so wurden z. B. auf dem Edeka-Parkplatz in Nenndorf die beiden Container der Firma Humana im Juli abgebaut.
Dem zunehmenden Containerschwund möchte der Landkreis Harburg entgegenwirken und hat neue Abgabemöglichkeiten geschaffen. Auf den kreiseigenen Entsorgungsanlagen in Nenndorf, Hanstedt, Tostedt-Todtglüsingen, Ardestorf und Drage stehen seit dem 29. Januar jeweils zwei Altkleidercontainer, zugänglich zu den Öffnungszeiten der Anlagen.
Andrang in Nenndorf
Kaum waren die nagelneuen Container auf der Müllumschlaganlage in Nenndorf aufgestellt, begann ein regelrechter Ansturm auf die Sammelstelle. „Die neuen Altkleidercontainer waren innerhalb von zwei Tagen voll“, berichtet Hofleiter Ronald Eitel, der bei Bedarf einen dritten Container anfordern kann. Auf seinen Anruf hin wurden die Textilien schon am nächsten Tag vom neuen Verwerter, der Textil Recycling Nord GmbH, abgeholt. Eitel hofft, dass die Abholung weiterhin so gut funktioniert.
Die gebrauchte Kleidung geht teilweise ins Ausland
Bei der Textil Recycling Nord GmbH werden die gebrauchten Kleider sortiert und teilweise nach Südamerika, Osteuropa, Afrika und Asien exportiert. Nicht mehr tragbare Textilien, etwa 30 Prozent, verarbeitet der Verwerter zur Hälfte zu Putzlappen, Dämmstoffen oder Malerfließ. Die andere Hälfte geht ins sogenannte Faserrecycling. Auf ihrer Internetseite bittet die Recyclingfirma darum, keine Tüten neben den Container zu stellen, weil nasse oder verschmutzte Kleidung nicht mehr gebraucht werden kann. Und auch die Mitarbeiter der Mülldeponie ärgern sich über abgestellte Säcke, weil sie diese später eigenhändig in den Restmüll werfen müssen.
Erste Nutzererfahrungen mit den Containern in Nenndorf
Dass man auch gut erhaltene Gürtel und Taschen oder sogar Gardinen spenden kann, wussten auf der Nenndorfer Mülldeponie nicht alle Leute. Einige Bürger, die hier Altpapier oder Grünabfälle entsorgen, entdecken die neuen Container erst auf den zweiten Blick, wie eine Besucherin aus Moisburg. Sie fährt ihren vorbildlich verschnürten Altkleidersack seit einem Tag im Auto umher, auf der Suche nach einer Entsorgungsmöglichkeit. Denn da, wo sie ihre aussortierten Kleider einwerfen wollte, am ehemaligen Sammelplatz beim Marktkauf in Buxtehude, türmten sich neben den Glascontainern die Tüten.
Mit dem Bereitstellen der neuen Entsorgungsmöglichkeit reagiert der Landkreis auf den Abwärtstrend beim Handel mit Alttextilien, der gemeinnützige und gewerbliche Sammler zum Aufgeben zwingt. Allein in Buchholz waren es drei von vier Betreibern. Mit der Insolvenz des Textilrecyclers SEOX, eines der führenden Unternehmen in der Branche, gab auch die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) ihre Sammelcontainer auf, denn SEOX war ihr Betreiber. Der Grund: Geschäft lohnt sich nicht mehr. Wurden früher noch rund 500 Euro pro Tonne für gesammelte Textilien gezahlt, bringt ihr Verkauf jetzt keine Erlöse mehr. Im Kreislauf befinden sich vor allem günstige Textilien, Fast Fashion aus synthetischen Stoffen, die sich oft nicht mehr verwerten lassen.
Hinzu kam die neue EU-Richtlinie „Getrenntsammelpflicht von Textilien“ vom 1. Februar 2025, auf die viele Bürger verunsichert reagiert und kaputtes oder verschmutztes einfach mit in die Altkleidercontainer geworfen haben. Die quollen über und die Sammler kamen mit dem Entleeren nicht hinterher. Unbrauchbares mussten auch sie im Restmüll entsorgen.
Jeder kann mithelfen - umsichtiges Entsorgen ist gefragt
Bei der Benutzung der neuen Container hofft Jörg Klenner von der Abfallwirtschaft des Landkreises auf das Mitdenken der Bürger. Kaputte und schmutzige Textilien oder allzu abgenutzte Schuhe gehören nach wie vor nicht in den Altkleidersack, sondern in die Mülltonne. Klenner empfiehlt: „Eine Kleiderspende ist nur dann sinnvoll, wenn man die Textilien auch einem Freund oder einer Freundin weitergeben würde“.
Einen ausführlichen Leitfaden finden Sie hier:
Weitere Abgabemöglichkeiten sind die DRK-Kleiderkammern mit ihren ehrenamtlich geführten FUNDUS-Läden oder Second-Hand-Anbieter wie z. B. das Kaufhaus mit Herz in Buchholz.
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Redakteur:Silke König aus Rosengarten |
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