Ortsrat Klecken spricht sich mit großer Mehrheit gegen Maststall im Ort aus

Gustav-Adolf Stöver betreibt auch eine Mastanlage im Außenbereich. Viele Klecker fragen sie, warum baut er nicht auch dort seinen neuen Stall?
  • Gustav-Adolf Stöver betreibt auch eine Mastanlage im Außenbereich. Viele Klecker fragen sie, warum baut er nicht auch dort seinen neuen Stall?
  • hochgeladen von Mitja Schrader

mi. Klecken. Der Ortsrat Klecken hat sich mit großer Mehrheit dagegen ausgesprochen, dass direkt am Ortsausgang Richtung Buchholz ein Schweinemaststall gebaut wird. Das Votum spiegelt dabei die deutliche Opposition in der Bevölkerung wider. Besonders verärgert, scheint man dabei über die Tatsache, dass der Bauherr seinen neuen Stall ausgerechnet in unmittelbarer Nähe der Wohnbebauung errichten will, obwohl er ausreichend Flächen im Außenbereich hätte.
Die Pläne des Klecker-Landwirts Gustav-Adolf Stöver einen Maststall für 360 Schweine auf seinem Hof an der Bendestorfer Straße zu bauen, sorgen weiter für Zoff im Ort. Das Vorhaben bestimmte jetzt auch die Sitzung des Ortsrats. Fast 70 Bürger waren erschienen, um sich zu dem Thema zu positionieren. Für erste Irritation sorgte dabei, dass sich der Ortsrat außerstande sah, die Veranstaltung in einen größeren Raum zu verlegen. Einigen Zuhörern blieb so nur ein Platz auf dem Gang.
„Ich hoffe, dass der Ortsrat die Belange der Bürger, die hier leben, in den Blick nimmt und zu der Erkenntnis kommt, dass deren Recht ohne ständige Geruchsbelästigung zu leben, schwerer wiegt, als die wirtschaftlichen Interessen eines einzigen Landwirts“, fasste eine Bürgerin die Forderung der betroffenen Ortsbewohner zusammen. Das Vorhaben trifft dabei offenbar sogar bei Berufskollegen auf Unverständnis. „Es fällt mir schwer, das zu sagen, aber die Grenzwerte werden schon jetzt überschritten, wir sollten deswegen mit aller Macht dafür sorgen, dass der Stall verlegt wird, erklärte Landwirt Hans-Hermann Meyer.
Einzig SPD Ortsratsmitglied Eva Geiko beurteilte den Umgang mit dem betroffenen Landwirt kritisch. „Sonst wird so ein Verfahren im Geheimen besprochen, warum hier nicht? Die Leute ziehen aufs Land und beschweren sich dann über den Gestank, wollen aber alle günstiges Fleisch essen“, so die Sozialdemokratin. Ortsbürgermeister Jürgen Grützmacher verteidigte die Entscheidung, die Pläne öffentlich zu machen: „Ich halte es für transparent und demokratisch, dass die Betroffenen frühzeitig informiert werden“. Für Gesprächsstoff sorgte dann ein Gutachten, dass dem Landwirt bescheinigte, der Bau eines neuen Stalls werde die Situation verbessern.
Hintergrund: Angeblich soll der neue Stall dazu dienen, die anderen Ställe des Landwirts im Ort zu entlasten. Demnach will Stöver nicht die Zahl der Schweine signifikant erhöhen, sondern nur vorhandene Tiere umverteilen. Dieses Argumente überzeugten die Ortsratsmitglieder nicht.
Letztlich entschied sich das Gremium gegen den Maststall an der beantragten Stelle und forderte gleichzeitig eine Verlegung auf das Grundstück der Mastanlage, die der Bauherr im Außenbereich betreibt.
Jetzt wird sich die Gemeinde im nicht-öffentlichen Verwaltungsausschuss mit dem Thema beschäftigen. Das letzte Wort hat dann der Landkreis.

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