Stau-Saison vor der Müllumschlaganlage in Nenndorf startet

Im Kreisverkehr vor der Müllumschlaganlage in Nenndorf staut sich regelmäßig der Verkehr
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CDU-Kreistagsfraktion fordert baldige Lösung für den Verkehr zur Müllumschlaganlage

as. Nenndorf. Es ist Frühling, die Sonne scheint, und mit der Gartensaison beginnt auch die Stausaison in Nenndorf. Wieder stehen die Gartenbesitzer, die ihre Grünabfälle kostenlos in der Müllumschlaganlage (MUA) in Nenndorf entsorgen wollen, vor der Anlage im Stau. Teilweise führt der Rückstau bis zum Autobahn-Kreisel nach Dibbersen.
Der Anlieferungsverkehr zur MUA wurde im vergangenen Jahr mehrfach im Kreistag diskutiert (das WOCHENBLATT berichtete). Um den Stau zu entzerren, will die Kreisverwaltung auf einer gegenüberliegenden Fläche eine neue Annahmestelle für Grünabfälle errichten, gleichzeitig soll der Anlieferungsverkehr nicht mehr über den Kreisel erfolgen, sondern über das Gewerbegebiet zur Anlage geleitet werden. Rund 380.000 Euro würde die Maßnahme kosten. Im Kreistag wurde mehrheitlich dafür gestimmt, vor einer Erweiterung die verkehrliche Situation erneut zu begutachten und die Möglichkeiten einer Überplanung der vorhandenen Anlage zu untersuchen.
Die CDU hat damals gemeinsam mit der WG geschlossen für die Erweiterung gestimmt. Jetzt warnt sie in einer Pressemitteilung vor Verkehrsbehinderungen und langen Wartezeiten vor der Anlage an sonnigen Samstagen und den darauffolgenden Montagen. CDU-Kreistagsmitglied Christian Horend: „Es ist mir unverständlich, warum der lösungsorientierte Vorschlag der Verwaltung im Kreistag nicht mehrheitlich unterstützt wurde.“ Auch die FDP favorisiert eine schnelle Umsetzung. "Der Müll wird ja nicht weniger, sondern mehr", so Arno Reglitzky.
"Bei der geplanten Erweiterung sind einfach noch zu viele Fragen offen, die müssen erst geklärt werden", sagt hingegen Martin Gerdau von der SPD-Kreistagsfraktion. Insbesondere das Verkehrskonzept sei noch unklar. "Wir haben Zweifel, ob die Leute dann tatsächlich wie vorgesehen das Gewerbegebiet anfahren oder nicht doch über den Kreisel fahren", so Gerdau. Die AfD möchte laut Kreistagsmitglied Frank-Oliver Lein zunächst die Einführung der Biotonne abwarten. "Wir wollen erstmal prüfen, ob man nicht mit kleinen Änderungen, z.B. einer Ausweitung der Öffnungszeiten oder einer zweiten Anfahrtspur auf dem Gelände, eine Verbesserung herbeiführt, bevor man so viel Geld investiert", sagt Volkmar Block von den Grünen. "Auch unter der Woche sollte die Anlage mindestens an zwei Tagen bis 18 oder 18.30 Uhr geöffnet haben. Zwischen 7.30 und 15.30 Uhr haben Berufstätige ja kaum eine Chance, ihre Grünabfälle zu entsorgen."
Viele Bürger beschweren sich bei Dirk Seidler, Bürgermeister der Gemeinde Rosengarten. Die Gemeinde kann allerdings nur an den Landkreis verweisen. Am Andrang zu Spitzenzeiten werde sich auch mit erweiterten Öffnungszeiten oder der veränderten Verkehrsführung so schnell nichts ändern, so Seidler - der Mensch halte an seinen Gewohnheiten fest. Er ist überzeugt: "Unter heutigen Gesichtspunkten ist der Standort für die Anlieferung von Grünabfällen einfach falsch!" Ideal wäre laut Seidler ein Standort außerhalb der Ortschaft, wo nicht eine Haupteinfahrtsstraße durch den Anlieferungsverkehr blockiert wird.
Eine Lösung ist so schnell nicht in Sicht. "Aktuell untersucht ein Fachbüro, inwieweit eine Überplanung der Müllumschlaganlage in Nenndorf möglich ist und zu einer Verbesserung der Annanhmesituation und zu einer verkehrlichen Entlastung führen könnte", teilt Kreissprecherin Andrea Deutschmann auf WOCHENBLATT-Nachfrage mit. Ergänzend werden die Abfallarten und Herkunftsorte der Abfallanlieferer abgefragt, aus denen der Verkehrsplaner Rückschlüsse auf die Verkehrsströme zieht. Die Ergebnisse der Untersuchungen werden voraussichtlich erst Ende August vorliegen.

Autor:

Anke Settekorn aus Jesteburg

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