"Hugo soll weiterleben!"

Elisabeth Schön verabschiedet sich von ihrem Schafbock "Hugo" und seiner Reisebegleitung "Else"
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  • Elisabeth Schön verabschiedet sich von ihrem Schafbock "Hugo" und seiner Reisebegleitung "Else"
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Der Lebenshof am Mühlenbach erhält Zuwachs: Günter Garbers rettet Schafbock "Hugo" vor dem Tod

as. Glüsingen. Liebevoll streicht Elisabeth Schön dem Schwarzkopfschaf "Hugo" über den Kopf. "Hugo war schon immer ein verschmuster Typ", sagt die Tierschützerin, die in Brandenburg einen Lebenshof betreibt. "Ich bin froh, dass er leben darf und jetzt eine zweite Chance erhalten hat." Elisabeth Schön ist dem Tier tief verbunden - obwohl der Bock sie gefährlich verletzt hat. Sie hat den Bock auf den auf dem Lebenshof am Mühlenbach gebracht, der von Günter Garbers betrieben wird.
"Ich habe überhaupt nicht mit dem Angriff und auch nicht mit dieser Intensität gerechnet", sagt Schön. Im März betrat sie Hugos Weide, um gefrorenes Wasser aufzuschlagen. "Auf einmal bin ich hingeknallt." Als sie sich umdrehte, erblickte sie Hugo, der mit gesenktem Kopf erneut Anlauf nahm. "Ich bin geflogen wie ein Fußball. Hugo hat eine unglaubliche Kraft", so Schön. Mit dem Fuß versuchte sie das Tier abzuwehren - mehrere Brüche im Fuß waren die Folge. "Ich hatte bereits mit meinem Leben abgeschlossen. Mir war klar, den nächsten Sturz überlebe ich nicht." Mit letzter Kraft zog sie sich an einem Pfosten hoch. "Das war mein Glück, sonst wäre ich vermutlich tot." Etwa eine Stunde hat Hugo sie noch umrundet, dann konnte sie von der Weide flüchten.
"Hugo hätte mich fast umgebracht. Aber für mich ist er nicht böse", stellt Elisabeth Schön klar. "Man kann ihm keinen Vorwurf machen. Er kann ja nicht anders." Als sie ins Krankenhaus kam, war sie völlig aufgelöst. Allerdings nicht wegen des erlittenen Angriffs, sondern aus Angst um Hugo. Obwohl ihr geraten wurde, den Schafbock zu töten, stand für sie fest: "Hugo soll leben!"
Sie suchte nach Möglichkeiten, Hugo zu retten, und stieß auf den Lebenshof am Mühlenbach in Seevetal, der von dem Tierrechtler Günter Garbers betrieben wird. Garbers ist gelernter Schäfer, 20 Jahre lang zog er mit seiner Herde durch die Heide. Jetzt hat er sein Leben dem Kampf für Nutztiere gewidmet. Garbers hat ein Händchen für schwierige Fälle, hat unter anderem bereits den Highlandbullen "Schmusi" sowie den Schafbock "Lukas" vor dem Tod gerettet (das WOCHENBLATT berichtete). Bei dem tierlieben Garbers erhalten der Bulle und die Böcke, die von ihren Besitzern als Bedrohung gesehen wurden, eine zweite Chance. "Ich bin froh, dass wir Günter Garbers als Schäfermeister mit Fachverstand gefunden haben. Hier hat Hugo noch eine Chance auf ein gutes Leben. Ich bin sehr glücklich, dass Günter ihn aufgenommen hat", freut sich Elisabeth Schön. Jüngst hat sie Garbers auf seinem Hof besucht. "Ich habe mich total gefreut, Hugo zu wiederzusehen, und dass es ihm hier gut geht".
"Hugo" lebt jetzt auf einer Weide in Seevetal, die betagte Schafdame "Else" leistet ihm dort Gesellschaft. "Hugo hat sich gut eingelebt", berichtet Garbers.
Einen Eindruck vom Alltag auf dem Lebenshof am Mühlenbach gibt derzeit die Fernseh-Serie "Hofgeschichten". Diese läuft jeweils freitags um 18.15 Uhr im NDR-Fernsehen.

Autor:

Anke Settekorn aus Jesteburg

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