Kulturstiftung Seevetal
Junge Virtuosen aus der Ukraine begeistern in Hittfeld
- Oleh Kytskai und Serhij Kovalov überzeugten mit eindrucksvollen Interpretationen auf Geige und Klavier
- Foto: Kulturstiftung Seevetal
- hochgeladen von Sven Rathert
Ein junges Duo, das Charme und Virtuosität vereint: Der Geiger Oleh Kytskai (21) und der Pianist Serhij Kovalov (27), beide aus der Ukraine stammend, gastierten am Samstag, 23. August, im großen Foyer der Burg Seevetal auf Einladung der Kulturstiftung Seevetal und ließen das Publikum nicht nur mit ihrer technischen Brillanz, sondern auch mit ihrer humorvollen Moderation aufhorchen. Das fast voll besetzte Foyer bot dafür die ideale Atmosphäre; von Beginn an herrschte eine gespannte Erwartung, die sich rasch in Begeisterung verwandelte.
Von Romantik bis Folklore
Das Programm war klug zusammengestellt und spannte einen Bogen von romantischer Klangfülle über folkloristische Anklänge bis hin zu jazzigen und heiteren Miniaturen. Gleich zu Beginn faszinierte Florence B. Prices „Elfentanz“, in dem Kytskais Violine mit federnder Leichtigkeit die Saalakustik erfüllte. Josef Bernhard Knümanns „Rumänisch“ brachte folkloristische Leidenschaft ein, bevor Antonín Dvořáks innig gespieltes „Als die alte Mutter“ für berührende Stille im Publikum sorgte.
Ein temperamentvolles Allegro des ukrainischen Komponisten Julij Meitus setzte markante Akzente, ehe die beiden Musiker auch solistisch glänzten. Mit einer Eigenkomposition von Oleh Kytskai offenbarte dieser eindrucksvoll seine kreative Handschrift. Der Höhepunkt des ersten Konzertteils war zweifellos Max Bruchs Violinkonzert g-Moll (erster Satz). Ohne Orchester, allein mit Klavierbegleitung, gelang Kytskai eine packende Darbietung voller Intensität, während Kovalov die orchestrale Klangfülle geschickt am Flügel auffächerte.
Nach der Pause schlugen die beiden Virtuosen leichtere, doch keineswegs belanglose Töne an: Fritz Kreislers „Liebesleid“ und „Schön Rosmarin“ gerieten zu eleganten Miniaturen voller Charme. William Krolls schwungvolles „Banjo and Fiddle“ ließ das Publikum rhythmisch mitgehen, Stéphane Grappellis „Les Valseuses“ brachte jazzige Nonchalance ins Foyer. Zum Abschluss überraschte Alfred Schnittkes augenzwinkernde Polka mit ironischem Unterton und brillanter Präzision.
Standing Ovations und mitreißende Zugabe
Besonders beeindruckte das Zusammenspiel der beiden Musiker: Kytskais warm timbrierte, mitreißend phrasierte Violinentöne und Kovalovs nuancenreiches, fein abgestimmtes Klavierspiel ergänzten sich ideal. Die heitere, persönliche Moderation zwischen den Stücken schuf zudem eine besondere Nähe zum Publikum, die den Abend unverwechselbar machte.
Am Ende gab es lang anhaltenden Applaus und Standing Ovations, was das Duo mit der Zugabe „Csárdás“ von Vittorio Monti belohnte. Letztlich waren sich die Besucher einig, dass das junge Duo nicht nur musikalisch, sondern auch menschlich Herzen erobern konnte.
Redakteur:Sven Rathert aus Seevetal |
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