Weltrekord im Chorsingen
Kreschendo beim Weltrekord in Berlin dabei

Foto: Francesco Cordeddu
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Zwar haben sich die Berliner gerade gegen eine Ausrichtung der Olympischen Spiele 2036 entschieden, aber am letzten Wochenende gab es trotzdem einen neuen Weltrekord in der Stadt. Wer jetzt an den Marathon denkt, liegt falsch. Einen ganz neuen und einzigartigen Weltrekord gab es einen Tag zuvor im Atze Musiktheater. Dort erlangten nämlich 250 Chöre nach 125 Stunden Konzert die Urkunde für das längste Chorkonzert aller Zeiten.

Nach 5 Tagen und 5 Stunden erklang, unter lautem Jubel des Publikums, der letzte Ton des Megaevents. Der Chorverband Berlin wollte zu seinem 125-jährigen Jubiläum mit etwas ganz Besonderem aufwarten. Und so entstand die Idee zum längsten Chorkonzert der Welt. Der Verband startete einen Aufruf an alle Chöre rund um den Globus, mitzumachen. Unter dem Motto: „Lasst uns singen, schlafen können wir später“, schaffte er es tatsächlich, 250 Chöre nach Berlin zu locken. Am Montag, 21. September, pünktlich um 13 Uhr startete der Atze Chor. Bis zum Samstag, 18 Uhr, wurde Tag und Nacht gesungen. Auf zwei Bühnen wechselten sich die Chöre nach jeweils 30 Minuten ab. Mittendrin war auch der Frauenchor Kreschendo aus Seevetal.

Als die Sängerinnen im letzten Jahr von der verrückten Idee hörten, war schnell klar, dass sie dabei sein wollten. Da der Chor 2026 ebenfalls ein Jubiläum zu feiern hatte, wenn auch nur 30 Jahre, lag der Plan auf der Hand. Anfang September sollte das eigene Konzert stattfinden, und mit dem gleichen Programm wollte der Chorleiter Stephan Sieveking dann mit seinen Damen in die Hauptstadt reisen. Leider platzte der Plan, denn drei Wochen vor dem Konzert erkrankte Stephan Sieveking und musste pausieren. Das Konzert wurde vorerst ausgesetzt und auch die Reise nach Berlin drohte auszufallen. Allerdings wollten Kreschendo nicht dafür verantwortlich sein, dass der Weltrekord gefährdet war. Und so schnell noch einen Ersatzchor zu finden, schien aussichtslos. Aufgeben war also keine Option. Jetzt war die erste Vorsitzende Heidi Meier gefragt. Sie erklärte sich bereit, den Chor selber zu dirigieren. Außerdem musste die Liedauswahl noch mal komplett umgestellt werden. Denn Sieveking leitet die Sängerinnen nicht nur, sondern begleitet sie auch am Klavier. Keine leichte Aufgabe für Heidi Meier. Während einige Sängerinnen noch daran zweifelten, ob das ganze Unternehmen nicht doch zum Scheitern verurteilt war, suchte sie aus dem Krescendo-Repertoire genug A-cappella-Noten heraus und startete mit den Proben. Nach nur vier Wochen waren alle bereit für das Abenteuer Berlin.
Und dann passierte ein kleines Wunder. Direkt aus der Reha erschien Stephan Sieveking 2 Tage vor dem Rekordauftritt zur letzten Probe und konnte doch mitreisen. Das Programm wurde natürlich nicht mehr umgestellt und auch das Dirigat übernahm Heidi Meier weiterhin. Schließlich hatte der Chor alle Stücke mit ihr eingeübt, aber die zusätzliche Klavierbegleitung war allen sehr willkommen. Und so wurde der Krescendo-Auftritt eine runde Sache und der Chor Teil dieses einzigartigen Weltrekords.

Trotzdem bleibt den Seevetalerinnen keine Zeit, sich auf den Lorbeeren auszuruhen. Denn nach dem Konzert ist bekanntlich vor dem Konzert. Der Chor Sound & Pepper erwartet die Damen am 29. November 2026 um 17 Uhr in der Winsener Marienkirche zu einem Weihnachtskonzert. Und das 30-jährige Jubiläum wird im kommenden Jahr auf jeden Fall nachgeholt. Beide Auftritte dann wieder mit Stephan Sieveking als Chorleiter.

Foto: Francesco Cordeddu
Foto: Francesco Cordeddu
Leserreporter:

Gesa Schönfeld aus Seevetal

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