Grüne werfen Freien Wählern Angstmache vor
Brennendes Windrad war Fotomontage
- Fotomontage der Freien Wähler: Ist das brennende Windrad im Wald Panikmache oder realistische Gefahr?
- Foto: Fotomontage: Freie Wähler
- hochgeladen von Gabriele Poepleu
Ein brennendes Windrad, umgeben von Wald: Mit diesem Motiv informieren die Freien Wähler in Seevetal in einer Wahlbroschüre über ihre Position zur Windkraft. Doch bei dem Bild handelt es sich um eine Fotomontage. Das sorgt wenige Tage vor der Kommunalwahl für Streit zwischen den Freien Wählern und den Grünen.
Der Seevetaler Grünen-Ortsverband wirft den Freien Wählern vor, mit dem nicht als Montage gekennzeichneten Bild gezielt Ängste zu schüren. Nach Angaben der Grünen stammt die Aufnahme des brennenden Windrades ursprünglich von einer Anlage auf freiem Feld. Der Wald sei nachträglich in das Bild eingefügt worden.
„Hier wird künstlich Angst geschürt und mit den Gefühlen der Bevölkerung gespielt“, kritisiert Peter Stielert, Vorsitzender der Seevetaler Grünen. Auch die Grünen stünden dem Bau von Windkraftanlagen im Wald kritisch gegenüber. Eine solche Darstellung sei jedoch eine „Verfälschung der Wahrheit“ und schade der Glaubwürdigkeit von Politik.
Auf die Veränderung des Fotos aufmerksam geworden sei Grünen-Ratsmitglied Gerd Ott Kruse. Er habe das Originalbild in einem Facebook-Video entdeckt und die Freien Wähler damit konfrontiert.
Klingenberg: Bild soll Gefahr veranschaulichen
Der Vorsitzende der Freien Wähler in Seevetal, Willy Klingenberg, bestätigt auf WOCHENBLATT-Nachfrage, dass es sich um eine Fotomontage handelt. Den Vorwurf einer Fälschung weist er zurück. Das Bild sei nicht mit Künstlicher Intelligenz erstellt worden, sondern solle illustrieren, „wie ein brennendes Windrad im Wald aussehen würde“.
Eine Kennzeichnung der Montage hält Klingenberg nicht für erforderlich. „Hierbei von einer Fälschung zu sprechen, halte ich für überzogen“, erklärt er. Die Freien Wähler bewegten sich mit der Veröffentlichung aus seiner Sicht im rechtlich zulässigen Rahmen.
Inhaltlich verteidigt Klingenberg die Darstellung ebenfalls. Viele Bürger wüssten seiner Ansicht nach nicht, dass Windkraftanlagen auch in Wäldern geplant seien und welche Gefahren damit verbunden sein könnten. „Deshalb haben wir das mit unserer Veröffentlichung klar gemacht“, erklärt er.
Klingenberg weist zugleich die politische Kritik zurück. Einige Grünen-Politiker hätten aus seiner Sicht nicht verstanden, dass die Energiewende mit der derzeitigen Energiepolitik nicht gelingen könne. Die Kritik an der Broschüre wertet er als Versuch, die Informationskampagne der Freien Wähler zu bekämpfen.
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