Kriminalitätsstatistik 2020 für den Landkreis Stade
Rekordquote bei derAufklärung von Straftaten

Polizeioberrat Jan Kurzer: "Die Fallzahlen sind auf ähnlichem Niveau wie 2019"
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tk. Stade. Die Pandemie hat nicht dafür gesorgt, dass die Zahl der Straftaten im Landkreis Stade sinkt. 244 Fälle mehr sind 2020 aktenkundig geworden. Das ist ein Anstieg um 2,2 Prozent. Allerdings ist der Landkreis Stade alles andere als ein Paradies für Kriminelle: Denn die Aufklärungsquote ist im vergangenen Jahr um rund 20 Prozent gestiegen. Von insgesamt 11.159 Delikten sind 7.410 Fälle aufgeklärt worden. Über diese Aufklärungsquote von 66 Prozent freut sich Polizeioberrat Jan Kurzer, Leiter des Zentralen Kriminaldienstes bei der Polizeiinspektion Stade. Das Jahr 2020 bilanziert er so: "Die Fallzahlen sind auf annähernd gleichem Niveau geblieben. Die Schwerpunkte haben sich aber verschoben." Die Zahl der Eigentumsdelikte sei zurückgegangen, Betrug habe dagegen zugenommen.

Ein Überblick über die einzelnen Deliktfelder, Tätergruppen und Altersstrukturen:
• Bei den Betrugsdelikten, die um 33,47 Prozent zugenommen haben,  sind es vor allem die zu oft erfolgreichen Abzockversuche bei Senioren. Falsche Polizisten oder Enkel luchsen den Menschen ihr Erspartes ab. Auch Betrug beim ebay-Handel nehme zu.

• Die Zahl der Eigentumsdelikte, zum Beispiel Diebstahl oder Einbruch, ist um 6,24 Prozent auf insgesamt 3.548 Taten gesunken. 72 Wohnungseinbrüche wurden 2020 aufgeklärt. Dass die Zahl der Wohnungseinbrüche im Kreis Stade im Gegensatz zu anderen Kommunen leicht (von 322 auf 341 Taten) gestiegen sind, hat mit einer Serie aus 2019 zu tun, die erst 2020 zu Ende ermittelt wurde. 

• Kritisch betrachten die Ermittler die Zahl der Fälle von häuslicher Gewalt: Die sind 2020 nämlich trotz Pandemie, Lockdown und Homeoffice gesunken: von 444 auf 374 Fälle, was einem Rückgang von 15,77 Prozent entspricht. Vermutlich haben die Opfer häuslicher Gewalt weniger Gelegenheit, ihren Peinigern zu entkommen bzw. sich Dritten anzuvertrauen, so die Einschätzung der Polizei.
• Die Anzahl der Straften gegen die sexuelle Selbstbestimmung hat zugenommen: Von 167 auf 207 Fälle im vergangenen Jahr. Grund für diesen Anstieg ist vor allem eine Verschärfung der entsprechenden Strafgesetze.

• Deutlich zugenommen hat auch die Zahl der Fälle von Kinderpornographie. Und zwar um 118 Prozent auf 24 Fälle (im Vorjahr 11). Der Grund dafür liegt in den USA. Seit Einführung eines neuen Bundesgesetzes in den USA 2020 werden deutlich mehr Fälle von Kinderpornographie gemeldet und Hinweise gehen auch ins Ausland. Beim Landeskriminalamt in Hannover ist dafür ein eigenes Dezernat mit 30 Ermittlern eingerichtet worden, die die jeweiligen Fälle an die zuständigen Polizeiinspektionen weiterleiten.

• Im Bereich der Kinder- und Jugendkriminalität hat sich im vergangenen Jahr kaum etwas verändert: 953 Straftaten gehen auf junge Täter zurück. Sowohl bei Raub und Körperverletzung als auch bei Drogendelikten nimmt die Zahl junger Täter ab. Übrigens: Bei den Betäubungsmittelverstößen kommt ein Großteil der Strafverfahren durch die Auswertung von Chats auf Handys zustande.

• 74,93 Prozent der Tatverdächtigen sind 21 Jahre oder älter. Und: 75,90 aller Verdächtigen sind männlich. 72,71 Prozent aller Tatverdächtigen waren 2020 Deutsche und 27,29 Prozent ohne deutschen Pass. 60 Straftäter (1,29 Prozent) hielten sich illegal in Deutschland auf.

Insgesamt ist der Landkreis Stade ein sicheres Pflaster: Die Häufigkeitszahl, also die Zahl der Straftaten bezogen auf 100.000 Einwohner, liegt bei 5.456. Im Vergleich mit Niedersachsen, das eine Häufigkeitszahl von 6.219 aufweist, ist das ein guter Wert.

Autor:

Tom Kreib aus Buxtehude

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