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"Ankerplatz"-Besucher verteilten Spenden an Stader Obdachlose

Gemeinsam kümmern sich Mitarbeiter und Besucher des "Ankerplatz"-Cafés um die Verteilung der Lebensmittel- und Kleiderspenden
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Panorama
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Corona-Zahlen am 27. Januar im Landkreis Harburg
1.290,2: Sieben-Tage-Inzidenz wieder leicht gestiegen

(lm). Der Landkreis Harburg hat am gestrigen Donnerstag, 27. Januar, 589 neue Corona-Fälle registriert. 3.303 Fälle waren es in den vergangenen sieben Tagen. Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis ist leicht angestiegen und lag bei 1.290,2 (1.263,6 am Vortag). Ebenfalls angestiegen sind die Werte der landesweiten Hospitalisierungsinzidenz (7,3 auf 7,4) und der Intensivbettenbelegung (5,2 Prozent auf 5,4 Prozent). Seit Ausbruch der Corona-Pandemie sind im Landkreis Harburg insgesamt 20.969...

Wirtschaft
Die Beluga XL soll die Beluga ST ersetzen
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Die Beluga-Reihe
Airbus gründet kommerzielle Airline für XXL-Fracht

(sv). Sie ist zu einem gewohnten Anblick am Himmel über Stade geworden: Die Beluga im Anflug auf Finkenwerder. Vor fast 30 Jahren absolvierte die Airbus-Beluga-Reihe ihren Erstflug mit XXL-Frachten, nun sollen die bisher eingesetzten Beluga ST bis 2023 durch sechs größere Beluga XL ersetzt werden, die statt einem gleich zwei A350-Flügel transportieren können. Am Boden sollen die ausgemusterten ST-Flugzeuge jedoch nicht bleiben: Angesichts des wachsenden Nischenmarkts hat Airbus jetzt einen...

Blaulicht
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Horneburg: 68-Jähriger stirbt an Unfallstelle
Toter nach schwerem Verkehrsunfall

sv/nw. Horneburg. Ein 68-jähriger Fahrer ist am frühen Donnerstagnachmittag bei einem schweren Verkehrsunfall in Horneburg ums Leben gekommen. Gegen 13.30 Uhr war der VW-Tiguan-Fahrer aus Friedrichskoog auf der Landesstraße 124 zwischen Issendorf und Horneburg unterwegs, als er in einer leichten Rechtskurve aus bisher ungeklärter Ursache nach links von der Fahrbahn abkam und dort frontal gegen einen Straßenbaum prallte. Durch die Wucht des Aufpralls stürzte der Pkw auf die Beifahrerseite, der...

Blaulicht
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Nächtlicher Großeinsatz in Agathenburg
Feuer in Motorradwerkstatt: 400.000 Euro Schaden

tk. Agathenburg. Ein Feuer in einer Motorradwerkstatt im Gewerbegebiet in Agathenburg hat in der Nacht zu Freitag einen Schaden von rund 400.000 Euro verursacht.  Der Brand wurde gegen 4.45 Uhr von einem Wachdienst entdeckt. Das Sicherheitsunternehmen hatte zuvor eine Alarmmeldung bekommen und vor Ort kontrolliert. Der Mitarbeiter bemerkte den Brand ind er werkstatt und alarmierte Feuerwehr und Polizei. Die Ortswehren Agathenburg und Dollern fuhren zum Brandort entsandt. Es schlugen bereits...

Politik
So sieht das Grobkonzept für das Eingangsgebäude für Gastronomie undden Eingangs-/Kassenbereich aus   Foto: Polyplan GmbH und Planungsbüro Kreikenbaum + Heinemann, Bremen

Baubeginn im August
Im August beginnt der Bau des Naturbades in Winsen

thl. Winsen. Im Mai 2024 soll das Naturbad im Eckermannpark fertig sein und kurz danach eröffnet werden. Diesen Fahrplan gab jetzt Angelina Gastvogel von der Stadtverwaltung in der Sitzung des des Ausschusses für Kultur, Freizeit, Tourismus und Partnerschaften vor, die am Dienstagabend im Marstall stattfand. Gastvogel stellte dabei die Entwurfsplanung für das Bad vor, die nahezu komplett abgeschlossen ist. "Der Förderantrag beim Bund ist fristgerecht eingereicht worden, jetzt sind wir im...

Wirtschaft
Beim umstrittenen Thema Surfpark hielten sich die Stimmen von Befürwortern und Gegnern die Waage

Online-Voting im WOCHENBLATT
Leser-Umfrage zum Surfpark Stade: Fast ein Patt

jd. Stade. Dieses Bauprojekt bietet offenbar reichlich Diskussionsstoff: Beim geplanten Surfpark in Stade gehen die Meinungen auseinander. Das WOCHENBLATT wollte ein Stimmungsbild bei den Leserinnen und Lesern einfangen und richtete daher ein Online-Voting aus. Das brachte folgendes Ergebnis: 49 Prozent sprechen sich für einen Surfpark aus, 46 Prozent positionieren sich ganz klar dagegen. Der Aussage, dass der Surfpark nur gebaut werden soll, wenn bestimmte ökologische Kriterien eingehalten...

Service
Zahlreiche mobile Impfteams sind im Landkreis Harburg unterwegs

Wo wird momentan geimpft?
Aktuelle Impfangebote im Landkreis Harburg

(lm). Wo wird im Landkreis Harburg aktuell geimpft? In zahlreichen Einrichtungen nehmen mobile Impfteams des DRK und der Johanniter derzeit den Kampf gegen das Coronavirus auf.  Diese Veranstaltungen wurden im Landkreis Harburg wegen Corona abgesagt Freitag, 28. Januar:  Buchholz, Buchholzer Höfe, 10 bis 17 UhrNeu Wulmstorf, Impfstützpunkt Am Marktplatz 24, 11 bis 18 UhrWinsen, Impfstützpunkt, 10 bis 17 UhrStelle, DRK Ortsverein, 15 bis 18 Uhr Samstag, 29. Januar: Buchholz, Buchholzer Höfe, 9...

Service
Rund 85 bis 90 Prozent der Fragen zu Corona werden direkt bei der Hotline beantwortet
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Corona-Update vom 28. Januar
Große Nachfrage: Corona-Hotline des Landkreises Stade ist ab 31. Januar auch nachmittags besetzt

jd. Stade. Das WOCHENBLATT hatte es im Corona-Update vom gestrigen Donnerstag bereits angekündigt (siehe unten): Der Landkreis Stade wird seine Corona-Hotline (Tel. 04141 – 123456) ab dem kommenden Montag, 31. Januar, auch nachmittags freischalten. Die Hotline wird ab dann nicht nur montags bis freitags von 8 bis 12 Uhr besetzt sein, sondern zusätzlich auch montags bis donnerstags von 14 bis 16 Uhr. „Mit den steigenden Fallzahlen wird das Informationsbedürfnis der Bürgerinnen und Bürger noch...

jab. Stade. Obdachlosigkeit und Drogensucht, das sind die Dinge, die Bonnie Hagenahs (22) Vergangenheit geprägt haben. Mit 14 Jahren nahm sie das erste Mal Drogen. Als sie schließlich wegen Streitereien mit ihrer Mutter mit 19 Jahren auszog, geriet sie auf die schiefe Bahn. Sie hatte die falschen Freunde und wurde drogensüchtig, nahm sogar Heroin. "Wir schliefen in Unterführungen oder auf Bänken", erzählt die junge Frau. Irgendwann habe sie sich entschlossen, einen Entzug zu machen. Seit neun Monaten ist sie nahezu clean. Vor rund drei Wochen hatte Bonnie einen Rückfall, nahm wieder Drogen. Aber: "Ich habe mich sofort wieder gefangen. Das ist eine Sucht, gegen die ich mein ganzes Leben kämpfen muss", sagt die 22-Jährige.

Inzwischen hat sie aber eine Wohnung. Viel Hilfe habe sie von den Mitarbeitern des Christlichen Jugenddorfs (CJD) erhalten, die im Stader Jugendcafé "Ankerplatz" arbeiten. In dem durch das Jobcenter Stade geförderten Angebot kümmern sich Sozialpädagogen um Jugendliche, die von Obdachlosigkeit betroffen sind, und bieten ihnen einen Zufluchtsort und Unterstützung. Auch der jungen Frau halfen sie beispielsweise beim Papierkram, der lange Zeit liegen geblieben war. Als die Mitarbeiter Bonnie vor Kurzem fragten, ob sie bei einer Spenden-Verteilaktion teilnehmen möchte, war sie sofort dabei. Denn so konnte sie helfen und anderen zeigen, dass jeder es schaffen kann, von der Obdachlosigkeit wegzukommen.

Über die Aktion gefreut hat sich Mika-Finn Bergmann (21). Er ist seit einem Jahr obdachlos und bewohnt eine Unterkunft im Fredenbecker Weg. Aufgewachsen im Heim, kam er mit 18 Jahren in eine Wohngruppe, wo es ihm nicht gut ging. Nun wohnt er in den Stader Baracken. Hier fühlt er sich nicht wohl, wurde bereits zusammengeschlagen. Zwei volle Tüten mit frischen und haltbaren Lebensmitteln nimmt er mit in seine Unterkunft und auch einen Karton mit Kleidung. "Ich bin wirklich dankbar", sagt er.

Mika-Finn Bergmann ist sehr dankbar für 
die zahlreichen Spenden
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Kevin Porta (24) lebt seit Februar im Fredenbecker Weg. Er wohnte nach einem Streit mit seinem Vater u.a. bei seiner Großmutter und bei Pflegeeltern. Aus seiner jetzigen Unterkunft will er, so schnell es geht, weg. Da er eine Chance auf einen Arbeitsplatz hat, ist es bald vielleicht möglich. Während der Spenden-Aktion hat er Tobias kennengelernt. Durch ihn weiß Kevin, dass auch er im Jugendcafé Hilfe und Unterstützung erhält und will dort bald vorbeikommen.

Insgesamt wurden ca. 100 Tüten mit Lebensmitteln von famila gespendet und von den unermüdlichen Helfern verteilt. Die Kleidungsspenden stammen von den CJD-Mitarbeitern. Zusätzlich haben sie noch Schokoladen-Weihnachtsmänner eingekauft. Angefahren wurden die Unterkünfte im Fredenbecker Weg und in Haddorf an der B73 sowie der Bahnhof.

Die Aktion wurde sehr gut angenommen. "Wir hätten noch 50 Tüten mehr gebrauchen können", sagt Kai Hyks, pädagogischer Mitarbeiter des Jugendcafés, als Resümee der Aktion. Das Projekt diente aber nicht nur dem guten Zweck, sondern auch der Aufklärung, erklärt er. Bei der Verteilung der Spenden haben junge Menschen geholfen, die regelmäßig zu Besuch im "Ankerplatz" sind - so wie Bonnie. Die jungen Menschen sollten sehen, wie es ihnen ergehen kann, wenn sie sich keine Unterstützung suchen und fachkundig beraten lassen.

Bericht von Bonnie Hagenah

Bonnie Hagenah war sofort dabei, als sie von dem Projekt hörte
  • Bonnie Hagenah war sofort dabei, als sie von dem Projekt hörte
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Ich wurde gefragt, ob ich vielleicht helfen möchte, Obdachlosen Essen und Kleidung zu verteilen. Liebend gerne, denn auch ich habe eine Zeit lang auf Bänken und in Unterführungen mit nur einem Schlafsack oder einer Decke geschlafen.

Was mich am meisten schockiert hat, ist, dass die Leute hier Geld bezahlen für Unterkünfte, in denen andere Leute nicht mal für 100 Euro geschenkt wohnen würden. Noch dazu zahlen sie für die selbe Unterkunft verschiedene Preise.

Rolf Mau (61) wohnt seit zwei Wochen in einer Unterkunft und zahlt ca. 114 Euro im Monat. Joachim Kruse(49) wohnt seit neun Jahren hier und hat das selbe "Zimmer" (wie er sagt) und zahlt nur 62,50 Euro im Monat.

Personen und Hintergründe:
Kevin Porta (24) hat noch im Januar bei seinen Pflegeeltern in Schleswig-Holstein gelebt. Jetzt wohnt er seit Februar hier in dieser Unterkunft. Auch er bleibt von Prügeleien nicht verschont

Mika-Finn Bergmann (21) ist noch ziemlich frisch dabei (Anfang November). Er war vorher auf der Straße. Er erzählt mit, dass er von anderen, die dort wohnen, verprügelt wird. Er geht den Leuten seitdem aus dem Weg. Auch weil durch seine Epilepsie die Gefahr besteht, jeder Zeit einen Krampfanfall zu bekommen. Die Wohnungen sollen abgerissen werden. Hier wurde schon eines weggenommen, erzählt Mika mir. Ich frage mich, wohin dann mit den Leuten? Einzige Antwort: die Straße.

Die Unterkünfte:
Na klar, ist es besser, als auf der Straße zu leben, aber der Unterschied ist nicht groß bzw. das Niveau des Lebensstandards immer noch unterste Schublade. Kaputte Fenster, Schimmel, Türen nicht abschließbar, Einbruch wird leicht gemacht. Tücher vor die Fenster gehängt für etwas Privatsphäre. Es wirkt auf mich, als ob man diese Menschen bei Seite geschoben hat, aus den Augen, aus dem Sinn.

Autor:

Jaana Bollmann aus Stade

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