Frisch aus dem Hahn trinken: Ein Appell zum Weltwassertag

Unser Leitungswasser unterliegt strengeren Kontrollen als Mineralwasser und ist zudem preiswerter und nachhaltiger
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  • hochgeladen von Lena Stehr

(lt). Frisch und kühl sprudelt es aus dem Hahn, sobald wir ihn aufdrehen: Dass jeder von uns täglich beim Duschen, auf Toilette gehen, Blumen gießen oder Wäsche waschen rund 140 Liter Trinkwasser verbraucht, ist dabei aber wohl nur den wenigsten bewusst.
Und obwohl es bei uns - im Gegensatz zu vielen anderen Ländern auf der Erde - keinen akuten Wassermangel gibt, sollte man sich darüber im Klaren sein, wie wertvoll und nicht selbstverständlich sauberers Wasser ist, sagt Fred Carl, Geschäftsführer des Trinkwasserverbandes Stader Land, anlässlich des Weltwassertages am 22. März.
"Wir müssen immer wieder von Neuem dafür sorgen, dass unser Trinkwasser sauber bleibt", sagt Carl. Gefährdet sei die Wasserqualität insbesondere durch Nitrat, dass z.B. über Gülle ins Grundwasser gelangen kann. Auch Medikamente, die unbedacht in der Toilette entsorgt werden, könnten zu einer Verunreinigung des Grundwassers führen.
Grundsätzlich sei das aus 40 bis 60 Meter tiefen Brunnnen geförderte Grundwasser aber durch die darüberliegenden Deckschichten gut geschützt, sagt Carl. Probleme mit einer zu hohen Nitratbelastung gebe es - auch aufgrund einer guten Kooperation mit den Landwirten - im Landkreis Stade nicht. Das gleiche gilt laut Geschäftsführer Uwe Paschke auch für das Trinkwasser der Wasserbeschaffungsverbände Harburg und Elbmarsch.
Fred Carl weist außerdem darauf hin, dass Trinkwasser strenger untersucht werde als z.B. Mineralwasser. In wöchentlichen und monatlichen Rhythmen werde es auf mehr als 100 Inhaltsstoffe getestet und könne bedenkenlos zur Zubereitung von Babynahrung verwendet werden.
Zudem sei Wasser aus dem Hahn deutlich günstiger und frischer als abgefülltes Mineralwasser. Bis das kühle Nass vom Brunnen aus dem Hahn läuft, vergehen nur rund drei bis vier Tage, so Carl. Auch der ökologisch bedenkliche Transport über weite Strecken entfalle beim Griff zum Glas Wasser aus dem Hahn.
Gut zu wissen: Die Erde besteht zu 70 Prozent aus Wasser, davon sind aber nur 2,5 Prozent Süßwasser. Und das ist nur zum geringsten Teil nutzbar, denn Gletscher und Eisdecken binden 69 Prozent davon. Ein knappes Drittel des Süßwassers ist als Grundwasser unter der Erde verborgen und kann nur an einigen Stellen zu Tage gefördert werden. In Flüssen und Seen befindet sich nur 0,3 Prozent der Süßwasservorräte der Erde.

Anlässlich des Weltwassertages weist Julia Vierlinden, Grünen-Bundestagsabgeordnete für Nordost-Niedersachsen, darauf hin, dass die Qualität unseres Wassers in Norddeutschland in erster Linie durch zu viele Nährstoffe und Pestizide aus der Landwirtschaft bedroht sei. Zudem gefährden die Erdgas- und Erdölförderung, chemische Rückstände von Arzneimitteln oder Schwermetalle das Wasser, so Vierlinden. Die Regierungen im Bund und Niedersachsen müssten deshalb mit klaren gesetzlichen Regelungen dafür sorgen, dass die Verusracher von Wasserverunreinigungen konsequent in die Pflicht genommen werden.
Vierlinden appelliert auch an die Verbraucher, das ökologischere und günstigere Wasser aus dem Hahn dem Wasser aus Plastikflaschen vorzuziehen. Wasserqualität ist bedroht 

Mit diesen einfach umsetzbaren Mitteln, lässt sich effizient Wasser sparen:
• häufiger duschen statt baden
• beim Händewaschen und Einseifen zwischendurch den Wasserhahn abdrehen
• einen Zahnputzbecher nutzen
• die Toilettenspülung nur kurz betätigen bzw. die Spartaste benutzen
• den Geschirrspüler im Öko-Waschgang betreiben
• Obst und Gemüse in einer Schüssel statt unter fließendem Wasser reinigen.
• die Waschmaschine möglichst immer voll beladen
• im Garten auf Rasensprenger verzichten: Eine bessere Bewässerung mit weniger Wasser und ohne schnelles Abdampfen garantiert ein Tropfschlauch

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