Happyend für PS-Pechvogel

Georg Ude (re.) und Kfz-Meister Klaus Nieper: Er wird das Karmann Cabrio wieder zusammenbauen
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bc. Stade/Jork. Dieses Auto ist nicht nur irgendein Auto für Georg Ude. Dieses weiße VW Käfer 1500 Cabriolet ist ein Teil seines Lebens. So viele Erinnerungen hängen daran: die erste große Liebe, der erste Urlaub im ehemaligen Jugoslawien, und, und, und...

Umso schlimmer, was dem Mann aus Stade vor Kurzem mit seinem Oldtimer auf der Glückstädter Straße widerfahr. Der PS-Pechvogel stand vor der Entscheidung: Reparieren oder Schrottplatz? "Eigentlich habe ich überhaupt nicht überlegt", sagt der 65-Jährige.

Was war passiert? Ein Auto rauscht am 11. Juni aus einer Seitenstraße in Udes Cabrio. Ihn trifft keine Schuld. Ein Schock! Die Frontpartie wird zerbeult. Kotflügel, Motorhaube, Stoßstange, Achse und Beleuchtung sind hin. Kein Totalschaden, aber das Problem ist die Neubeschaffung der Ersatzteile. Und trotzdem: Auto-Friedhof ist keine Option für Georg Ude.

Sein Cabrio ist ein Auto in erster Hand. Als junger Bursche holte er den Wagen 1970 persönlich aus dem Karmann-Werk (siehe Kasten) in Osnabrück ab. 10.000 D-Mark bezahlte er damals. Heute, 45 Jahre und 183.501 Kilometer später, ist das Schmuckstück ein Vielfaches wert.

Solche Auto-Typen werden unter Liebhabern zwischen 40.000 und 80.000 Euro gehandelt. Georg Udes Wagen ist eines der letztes produzierten Modelle aus der alten Käfer-Serie. Ab August 1970 bekam Deutschlands liebste Knutschkugel ein Facelift. "Bis auf die Kopfstützen sind alle Teile noch original", sagt der Oldtimer-Freund.

Bei der mühseligen Suche nach Original-Bauteilen aus dem Jahr 1970 made in Germany wurde Georg Ude in Hamburg-Bergedorf bei Dieter Schmidt-Lorenz fündig - ein Kenner der luftgekühlten Volkswagen. Weltweit schaut sich Schmidt-Lorenz bei Händlern um, um mittels alter Bestände die "Schönheit dieser unvergleichlichen Automobile zu bewahren". So heißt es auf seiner Website. Ude: "Ein Ersatzteile soll sogar aus Südafrika kommen."

Repariert wird das Auto bei Volvo Bröhan in Jork-Königreich - ein ausgewiesener und zertifizierter Oldtimer-Experte. Für Kfz-Meister Klaus Nieper ist die Arbeit an historischen Karossen etwas ganz Besonderes: "Ich habe an solchen Autos gelernt. Alleine schon der Duft war früher ein ganz anderer."

Ude rechnet mit Reparatur-Kosten von mehr als 22.000 Euro, die die Versicherung übernehmen wird. Einige Wochen wird es noch dauern, bis er seinen geliebten vierrädrigen Freund wieder zu Hause begrüßen kann. Das Happyend will der PS-Pechvogel feiern. Fortsetzung folgt.

Karmann entwirft Cabrio für VW

Die "Wilhelm Karmann GmbH" war ein Automobil- und Karosseriebauunternehmen mit Hauptsitz in Osnabrück. Neben der Fertigung und Entwicklung von Fahrzeugen, insbesondere von Cabriolets und Coupés auf Basis von Fahrzeugen anderer Hersteller, erstellte das Unternehmen hauptsächlich Dachsysteme und Großwerkzeuge für andere Fahrzeughersteller. Bereits 1949 startete Karmann seine erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Volkswagenwerk, für das er ein viersitziges Cabriolet, das VW Käfer Cabrio entwarf. Quelle: Wikipedia

Georg Ude (re.) und Kfz-Meister Klaus Nieper: Er wird das Karmann Cabrio wieder zusammenbauen
Ein Bild aus dem Jahr 1970
Autor:

Björn Carstens aus Buxtehude

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