Zahnärztlicher Dienst im Landkreis Stade
Karies bei Kindern früh erkennen
- Zahnärztin Maria Gravani vom Zahnärztlichen Dienst des Amtes Gesundheit untersucht die Viertklässlerinnen und Viertklässler der Grundschule Steinkirchen
- Foto: Landkreis Stade / Nina Dede
- hochgeladen von Nicola Dultz
Mit großen Augen verfolgen die Kinder der vierten Klasse in der Grundschule Steinkirchen, wie Zahnärztin Maria Gravani den riesigen Modellzahn „Willi“ öffnet – und tiefschwarze Karies sichtbar wird. Der anschauliche Start in die Reihenuntersuchung des Zahnärztlichen Dienstes des Landkreises Stade zeigt sofort Wirkung: Die Kinder verstehen, was passiert, wenn man es mit dem Zähneputzen nicht so genau nimmt.
Diese Art von Gesundheitsbildung ist ein wichtiger Baustein in der Präventionsarbeit des Landkreises. Jährlich besucht das Team des Zahnärztlichen Dienstes, bestehend aus zwei Zahnärztinnen und fünf Prophylaxefachkräften, rund 145 Kitas und 45 Grundschulen sowie Förderschulen und Einrichtungen für Menschen mit Behinderung. Ziel ist es, Karies und Zahnfehlstellungen frühzeitig zu erkennen – und das mit Erfolg: 80 Prozent der Zwölfjährigen im Landkreis Stade haben heute gesunde Zähne. Mit solchen Ergebnissen liegt Deutschland im internationalen Vergleich ganz vorne.
Doch es bleibt Handlungsbedarf. Vor allem bei den Kleinsten sind die Herausforderungen groß. Rund 14 Prozent der Dreijährigen haben bereits behandlungsbedürftige Karies – ein Wert, der laut Dr. Farnaz Lückermann, der Leiterin des Zahnärztlichen Dienstes, besonders in sozial belasteten Familien auffällt. Deshalb ist die freiwillige Einverständniserklärung der Eltern bei Kita-Untersuchungen besonders wichtig – und eine große Hürde.
Kindgerecht und spielerisch vermittelt das Team der Prophylaxe-Fachkräfte den richtigen Umgang mit Zahnbürste, Zahnpasta und Zahnarztbesuch. In der Kita Bützfleth ist es Plüschkrokodil „Kroki“, der mit seinem strahlenden Gebiss und kleinen Wasserspielen die Herzen der Kinder erobert. Gemeinsam mit Ilka Dehde üben sie Zahnputzreime, zählen Zähne und erfahren, warum Zucker nur in Maßen gut ist.
Zahnärztin Maria Gravani erklärt, wie wichtig Diskretion und Motivation sind. Während sie die Kinder untersucht, gibt sie kurze, verschlüsselte Befunde an die Kollegin am PC weiter. Die Ergebnisse werden vertraulich auf einem gelben Zettel notiert und den Kindern mit nach Hause gegeben. „So wird niemand stigmatisiert“, betont Gravani. Auch für das richtige Verhalten bei Zahnschmerzen oder den nächsten Kontrolltermin wird sensibilisiert.
Ab 2026 soll zudem die zahnärztliche Früherkennung im gelben U-Heft verankert werden. Sechs Untersuchungen vom sechsten Lebensmonat bis zum sechsten Lebensjahr sollen dann von den Krankenkassen übernommen und dokumentiert werden. Ein wichtiger Schritt, so Lückermann: „Der Grundstein für gesunde Zähne wird mit dem ersten Milchzahn gelegt.“
Tipps für Eltern:
Ab dem ersten Zahn mit der Pflege beginnen
Fluoridhaltige Zahnpasta verwenden
Zwei Mal täglich Zähneputzen, bis zum 8. Lebensjahr nachputzen
Regelmäßige Zahnarztbesuche einplanen
Zuckerarme Ernährung fördern
Dauernuckeln frühzeitig abgewöhnen
Redakteur:Nicola Dultz aus Buxtehude |
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