Was steckt im Restmüll?
Landkreis Stade startet große Müllanalyse
- Rund 80.000 Restmüllbehälter stehen derzeit im Kreisgebiet
- Foto: KI-generiert
- hochgeladen von Nicola Dultz
Was landet eigentlich in den Restmülltonnen im Landkreis Stade? Wie viele Bioabfälle und andere Wertstoffe werden weggeworfen, obwohl sie getrennt entsorgt werden könnten? Das will der Landkreis Stade mit einer umfassenden Restmüllanalyse herausfinden. Dahinter steckt auch eine finanzielle Frage: 2025 musste die Abfallwirtschaft knapp eine Million Euro für CO₂-Zertifikate zahlen.
Restmüll im Landkreis Stade wird untersucht
Rund 80.000 Restmüllbehälter stehen derzeit im Kreisgebiet. Um herauszufinden, was darin landet, werden in den Kalenderwochen 40 und 41 repräsentative Stichproben genommen.
Dabei berücksichtigt der Landkreis unterschiedliche Siedlungsstrukturen. Untersucht wird der Restmüll aus ländlich geprägten Gebieten, aus städtischen Bereichen mit Einfamilienhäusern sowie aus Bereichen mit Mehrfamilienhäusern. Die Proben werden jeweils am regulären Abfuhrtag genommen.
Aus dem eingesammelten Müll wird eine ausreichend große Stichprobe entnommen und anschließend genau untersucht. Damit soll ein möglichst realistisches Bild davon entstehen, wie sich der Restmüll im Landkreis Stade zusammensetzt.
Restmüll wird von Hand sortiert
Bei der Analyse wird der Abfall zunächst mit einem Trommelsieb nach unterschiedlichen Korngrößen getrennt. Größere Bestandteile mit mehr als 40 Millimetern werden anschließend von Hand sortiert. Auch aus den kleineren Bestandteilen werden repräsentative Mengen untersucht, nach Stoffgruppen getrennt und gewogen.
So lässt sich beispielsweise feststellen, wie viel Biomüll oder andere verwertbare Materialien noch in der Restmülltonne landen.
„Wir wollen mit der Restmüllanalyse eine belastbare Datengrundlage schaffen“, erklärt Kreisbaurätin Madeleine Pönitz. „Dabei geht es zum einen um die Überprüfung der für die Zertifikatskosten zugrunde gelegten Faktoren. Zum anderen wollen wir genauer wissen, was tatsächlich in unserer Restmülltonne landet.“
Sollten größere Mengen an Bioabfällen oder anderen Wertstoffen gefunden werden, könnten daraus nach Angaben von Pönitz gezielte Maßnahmen für eine bessere Abfalltrennung entwickelt werden.
Landkreis Stade zahlte knapp eine Million Euro für CO₂-Zertifikate
Die Untersuchung hat noch einen weiteren Hintergrund. Der Restmüll aus dem Landkreis Stade wird derzeit in einer Müllverbrennungsanlage in Hamburg verbrannt. Für die Abfallwirtschaft des Landkreises fielen 2025 knapp eine Million Euro an CO₂-Zertifikatskosten an, die aus dem Gebührenhaushalt finanziert wurden.
Mit der Müllanalyse sollen unter anderem Heizwert, Wassergehalt, biogener Kohlenstoffgehalt und Emissionsfaktor des Restmülls ermittelt werden. Die Ergebnisse könnten anschließend als Nachweis gegenüber der Deutschen Emissionshandelsstelle dienen und zur Überprüfung der bislang verwendeten Berechnungsfaktoren für die Zertifikatskosten herangezogen werden.
Restmüllanalyse kostet rund 40.000 Euro
Für die Untersuchung gibt der Landkreis Stade nach eigenen Angaben rund 40.000 Euro aus. Die Ergebnisse sollen nach Abschluss der Analyse veröffentlicht und für die weitere Planung der Abfallwirtschaft genutzt werden.
Auch die Landkreise Rotenburg (Wümme), Harburg und Cuxhaven führen entsprechende Untersuchungen durch. Dadurch entstehen vergleichbare Daten darüber, was in der Region tatsächlich in den Restmülltonnen landet.
Redakteur:Nicola Dultz aus Buxtehude |
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