Perfekt inszeniert: Neue Jäger-Generation zeigt sich gern mit Waffen und toten Tieren im Netz

Cecilia Wichels hat als "Jaegerin3011" schon knapp 12.000 Follower auf Instagram
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  • hochgeladen von Lena Stehr

lt. Harsefeld. Zierlich und mit wasserstoffblond-gefärbten Haaren, professionell geschminkt und figurbetont gekleidet zeigt sich Cecilia Wichels (23) gern auf Instagram. Eins unterscheidet die Friseurin aus Harsefeld allerdings von den unzähligen anderen jungen Frauen, die die sozialen Netzwerke als Plattform zur Selbstvermarktung nutzen. Cecilia ist leidenschaftliche Jägerin - und zählt damit zu einer wachsenden Gruppe Waidfrauen, die sich selbstbewusst und ganz selbstverständlich mit Waffen und toten Tieren im Netz präsentieren. Vor einem Jahr hat Cecilia Wichels den Jagdschein bestanden und zeigt sich seither am liebsten mit Büchse oder Fernglas in Wald und Flur sowie mit so genannten Erlegerfotos, auf denen kurz zuvor erschossene Tiere zu sehen sind - vom kleinen Hasen über den kapitalen Rehbock bis zum stattlichen Zebra auf Großwildjagd in Namibia.
Auf Instagram hat sie als "Jaegerin3011" inzwischen knapp 12.000 Follower, von denen sie viel Zuspruch erhält. Richtig bekannt wurde die zielsichere Blondine durch mehrere Auftritte in YouTube-Videos der "Hunter Brothers", Gerold und Paul Reilmann aus Mecklenburg-Vorpommern, die man auf ihrem Jagdblog bei der Pirsch begleiten kann.
"Wir wollen die Jagd so darstellen, wie es wirklich ist, die neue Generation von Jägern modern präsentieren und alte Klischees aufbrechen", sagt Cecilia Wichels, die schon als Kind und Jugendliche gemeinsam mit ihrem Vater auf Jagd ging und sich schon immer für die Natur begeistert hat. Das Image des dickbäuchigen Waidmannes mit Hut und Dackel sei ja längst überholt.
Im Gegensatz zu den "Hunter Brothers", die für ihren Blog schon viel Kritik, u.a. von der Tierschutzorganisation "Peta" einstecken mussten, erfährt Cecilia Wichels viel Unterstützung. Und wer sie und das was sie tue nicht gut finde, müsse ja nicht auf ihre Seite gehen, sagt die Jung-Jägerin. Sie sei aber auch gerne stets bereit, jedem "Nichtjäger" zu erklären, dass das Töten von Tieren nur einen kleinen Teil des Jägertums ausmache. Im Mittelpunkt stünden die Hege und Pflege der Natur sowie das Wissen über die heimische Flora und Fauna.
Dreimal die Woche streift Cecilia Wichels im Durchschnitt durchs Revier und genießt die Zeit draußen, während andere auf dem Sofa sitzen und fernsehen. Neulich lief ihr dabei ein sichtlich krankes Reh vor die Flinte, das sich mit einem abgestorbenen Hinterlauf wohl schon seit Wochen quälte. "Ich habe das Tier erlöst", sagt Cecilia Wichels.
Mit der Lust am Töten habe der Jagdsport für sie nicht zu tun. Grundsätzlich halte sie es für ehrlicher, Fleisch von Tieren zu essen, die man selbst erlegt habe, statt abgepackte Massentierhaltungs-Ware aus dem Supermarkt zu kaufen.
Gemeinsam mit ihrem Vater engagiert sich Cecilia Wichels auch bei der Initiative Lernort Natur des Deutschen Jagdverbandes und bringt Grundschülern die Natur näher.

Es gibt immer mehr Jägerinnen
Die Anzahl der Jägerinnen ist in Deutschland so hoch wie nie zuvor. Dem Deutschen Jagdverband (DJV) zufolge machten Frauen Ende der 1980er-Jahre nur etwa ein Prozent aller Jäger aus. Heute sind es bundesweit sieben Prozent. In den Prüfungskursen sitzen im Schnitt 20 Prozent Frauen. Auch insgesamt ist das Interesse an der Jagd gestiegen: 2018 machten deutschlandweit fast doppelt so viele Menschen einen Jagdschein wie ein Jahrzehnt davor. 2018 haben 20.060 Menschen in der Jägerprüfung gesessen. 19 Prozent bestanden nicht. Niedersachsen ist bundesweit Spitzenreiter mit 5.000 Prüflingen. Quelle: Deutscher Jagdverband 

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