Tempo 50 ist erlaubt, mit 117 km/h geblitzt
Wahnsinn: Raser macht Straße in Stade zur Rennstrecke

Ein Autofahrer bretterte mit 117 Stundenkilometern durch Stade | Foto: Adobe Stock/junce11
  • Ein Autofahrer bretterte mit 117 Stundenkilometern durch Stade
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Früher sprach man in solchen Fällen von Bleifuß, heute würde man es klipp und klar als idiotische Raserei bezeichnen: Kürzlich zeigte der Fahrer eines VW mit Hamburger Kennzeichen auf der Freiburger Straße in Stade eindrucksvoll, wie man sämtliche Verkehrsregeln in einem einzigen Rutsch ignoriert. Mit 117 Stundenkilometern – erlaubt wären 50 gewesen – rauschte der rasante VW-Fahrer frühmorgens um 5.15 Uhr durch die Stadt, vermutlich auf der Suche nach dem ultimativen Adrenalinkick oder wenigstens dem schnellsten Weg zu Punkten in Flensburg.

Immerhin: An Konsequenzen wird es dem Mann nicht mangeln. Zwei Punkte sind ihm sicher, ein dreimonatiges Fahrverbot auch – und wer sich gerade fragt, ob das nicht ein bisschen wenig ist, dem sei gesagt: Es könnte sogar noch teurer werden. Bei dieser Art von Temporekord gehen die Behörden nämlich gerne von Vorsatz aus. Und das heißt: Bußgeld-Verdopplung! Statt der ohnehin stolzen mindestens 700 Euro könnte die kleine Spritztour also locker einen vierstelligen Betrag kosten. Glückwunsch – da hat einer alles gegeben.

Wer jetzt glaubt, die Freiburger Straße sei bei der Geschwindigkeitskontrolle des Landkreises Schauplatz eines generellen Tempowahns gewesen, irrt: In zwei Stunden passierten fast 500 Autos die Messstelle. Gerade einmal sechs davon fielen negativ auf. Dabei war der ertappte Raser aus Hamburg mit Abstand der schnellste. Was ihn dazu brachte, aus den Stader Straßen ein Formel-1-Testgelände zu machen, ist nicht bekannt. 

Polizei ertappt Raser in Harsefeld und im Alten Land

Für die Verkehrsüberwacher des Landkreises sind solche Fälle extremen Rasens jedenfalls Grund genug,  ihre Geschwindigkeitskontrollen fortzusetzen. Wer bei Tempo 117 durch die Stadt brettert, für den ist vermutlich jegliche Geschwindigkeitsbegrenzung allenfalls ein „Vorschlag“ und kein verbindliches Tempolimit, an das man sich halten muss. 

Doch die Zeiten, in denen Verkehrsdelikte mit einem Augenzwinkern abgetan wurden, sind glücklicherweise vorbei. Die Realität ist ernst: Raserei innerorts gefährdet nicht nur den eigenen Führerschein, sondern vor allem Menschenleben.

Redakteur:

Jörg Dammann aus Stade

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