Humor in der Pandemie: Warum wir auch über Schlechtes lachen
Witze über Corona: Von lustig bis fies

Ein eher harmloser Corona-Witz: die Mona Lisa mit Mundschutz
  • Ein eher harmloser Corona-Witz: die Mona Lisa mit Mundschutz
  • Foto: pexels/cottonbro
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(sb). "Gegen das Coronavirus isst man am besten täglich drei Knoblauchzehen. Es wirkt zwar nicht gegen das Virus, aber der Abstand von eineinhalb Meter wird definitiv eingehalten." Das Internet ist zurzeit voll mit Coronawitzen. Ist das jetzt zum Schmunzeln oder einfach nur geschmacklos?

Zunächst einmal: Lachen - auch über schwierige Themen - sollte grundsätzlich erlaubt sein. Denn Lachen entspannt, und Entspannung können wir derzeit alle gut gebrauchen. Schon seit Wochen befassen sich Kabarett und Satire mit der Covid-19-Pandemie. Die Promis stehen zu ihrem Galgenhumor. Nach Ansicht des Kabarettisten Gerd Dudenhöffer, vor allem bekannt durch seine Kunstfigur Heinz Becker, sind Witze rund um das Coronavirus durchaus legitim. In einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa) sagt er: "Humor ist grundsätzlich ein gutes Ventil in schlechten Zeiten. Allerdings gilt auch da unbedingt das Prinzip: mit Maß, Ziel und Fingerspitzengefühl."

"Kauft Seife statt Klopapier! Das Virus wird schließlich über die Hände übertragen." Was die Gesellschaft sehr beschäftigt, darüber werden auch Witze gemacht. Das ist ein Weg, die schwierige Situation kreativ zu bewältigen und dem Stress ein Ventil zu geben. "Wir müssen blöde Corona-Witze machen, weil so die Situation für uns erträglicher wird“, sagt der Psychologe Sebastian Bartoschek zum Bayerischen Rundfunk (BR). "Wenn du nichts machen kannst, kannst du dich wenigstens noch darüber lustig machen. Dadurch stellst du dich über das Subjekt deiner Angst und nimmst ihr ein Stück weit den Schrecken." Das bestätigt auch Kareen Seidler vom Deutschen Institut für Humor. Aktuelle Witzschwerpunkte seien da neben dem fehlenden Toilettenpapier das Home-Office, das für viele zurzeit Alltag ist. "Das kann ausgesprochen amüsant sein", sagt die Humortrainerin. "Bis hin zur ironisierten Durchsage des Piloten im Flugzeug: ,Bin im Homeoffice'."

In einem sind sich alle Experten einig: Wichtig ist, andere mit den Witzen nicht zu beschämen, bloßzustellen oder gar zu verurteilen. In Zeiten drohenden Lagerkollers gerät da der eine oder andere Spaß schnell unter die Gürtellinie. "Oma, gib mir deine Handtasche, sonst huste ich dich an" mag für den einen lustig sein, für den anderen jedoch deutlich zu aggressiv. Als der chinesische Künstler Ai Weiwei auf Twitter witzelte: "Das Coronavirus ist wie die Pasta. Die Chinesen haben sie erfunden und die Italiener haben sie verbreitet", fanden das vor allem viele Italiener gar nicht lustig. Besser ist es da, sich selbst durch den Kakao zu ziehen: "Die Berliner haben in China angefragt, ob die Arbeiter, die das Krankenhaus in Wuhan gebaut haben, nicht auch den Berliner Flughafen fertigstellen könnten. China hat abgesagt. Nur für einen Tag schicken sie die Leute nicht los."

Autor:

Stephanie Bargmann aus Stade

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