Pirat Richard Bodo Klaus bewirbt sich erneut
Das gab es noch nie: Sechs Kandidaten wollen Stader Bürgermeister werden

Richard Bodo Klaus von der Piratenpartei kandidiert nach 2019 erneut für den Bürgermeisterposten der Hansestadt Stade | Foto: Piraten
  • Richard Bodo Klaus von der Piratenpartei kandidiert nach 2019 erneut für den Bürgermeisterposten der Hansestadt Stade
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Das Bewerberfeld für die Bürgermeisterwahl in Stade ist auf sechs Kandidaten angewachsen: Mit Richard Bodo Klaus (Piraten) ist nun der sechste Kandidat in das Rennen um die Nachfolge des scheidenden Bürgermeisters Sönke Hartlef (CDU) eingestiegen. Außer Klaus kandidieren Arne Kramer (CDU), Kai Koeser (SPD), Tristan Jorde (parteilos, unterstützt von der Linken), Jörg Baumann ("Gemeinsam etwas ändern") und Enrico Bergmann (FDP). Weitere Bewerber wird es aber nicht geben: Die Frist für die Anmeldung der Kandidatur zu den hauptamtlichen Bürgermeisterposten endete niedersachsenweit am Montag um 18 Uhr. 

Eine vergleichbar hohe Zahl an Bürgermeisterkandidaten hat es in der Geschichte der Hansestadt Stade bislang nicht gegeben. Auch im niedersächsischen Vergleich dürfte Stade bei den Kommunalwahlen im September eine Ausnahme sein, denn kaum eine Kommune dürfte sechs Bewerber für das Bürgermeisteramt vorweisen.

Für Richard Bodo Klaus ist es bereits der zweite Anlauf. Der 1965 geborene selbstständige IT-Unternehmer trat bereits bei der Bürgermeisterwahl 2019 an und erreichte damals etwas mehr als sechs Prozent der Stimmen. Bis Herbst 2021 gehörte er dem Stader Kreistag an. Bei den Kommunalwahlen 2021 kandidierte er sowohl für den Kreistag als auch für den Stadtrat, errang aber kein Mandat. Bei den Bundestagswahlen 2013, 2017 und 2021 trat Klaus für die Piraten im Wahlkreis Stade I – Rotenburg II an und erzielte Ergebnisse um die Ein-Prozent-Marke. Zudem ist er ehrenamtlich als Verwaltungsrichter tätig.

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Digitalisierung als zentrales Wahlkampfthema
Einen Schwerpunkt seines Wahlprogramms will Klaus auf die Schaffung einer modernen, sicheren und unabhängigen Stadtverwaltung legen. Nach seiner Auffassung müsse die Digitalisierung der Verwaltung deutlich konsequenter vorangetrieben werden. Gleichzeitig fordert er mehr Investitionen in die IT-Sicherheit, um die Verwaltung besser gegen Cyberangriffe zu schützen.

Ein besonderes Anliegen ist ihm die digitale Unabhängigkeit. Die Stadt solle sich nach Möglichkeit von außereuropäischen Softwareanbietern lösen und verstärkt auf europäische beziehungsweise offene Softwarelösungen setzen. Dadurch will Klaus sowohl die Datensicherheit erhöhen als auch langfristig die digitale Souveränität der Kommune stärken.

Mehr Transparenz und Bürgerbeteiligung
Ein weiterer Schwerpunkt ist die stärkere Einbindung der Bürgerinnen und Bürger. Klaus setzt sich für mehr Transparenz bei politischen Entscheidungen ein und möchte Beteiligungsmöglichkeiten ausbauen. Verwaltungsprozesse sollen nachvollziehbarer werden, Informationen leichter zugänglich sein und Entscheidungen möglichst offen kommuniziert werden.

Stadtentwicklung mit Blick auf die Altstadt
Auch zur Stadtentwicklung formuliert Klaus konkrete Vorstellungen. Er spricht sich dafür aus, das historische Erscheinungsbild der Hansestadt stärker zu bewahren. Neubauten sollten sich besser in das vorhandene Stadtbild einfügen und die gewachsene Architektur berücksichtigen.

Die Stader Altstadt sieht er weiterhin als wichtigen Einkaufs- und Aufenthaltsort. Um ihre Attraktivität zu steigern, fordert er unter anderem Verbesserungen bei der Erreichbarkeit und der Parkplatzsituation. Gleichzeitig sollen öffentliche Plätze und Grünflächen aufgewertet werden.

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Energieversorgung, Klima und Sicherheit
Im Bereich Energie setzt Klaus auf eine möglichst regionale und krisenfeste Versorgung. Die Stadt solle ihre Energieversorgung widerstandsfähiger gestalten und lokale Lösungen fördern.

Beim Umwelt- und Klimaschutz spricht er sich für mehr Entsiegelung von Flächen, den Erhalt und Ausbau von Grünanlagen sowie Maßnahmen zur Verbesserung des Stadtklimas aus. Ferner gehören Verkehrssicherheit und ein stärkeres Sicherheitsgefühl im öffentlichen Raum zu seinen Wahlkampfthemen. Klaus befürwortet unter anderem eine bessere Präsenz der Sicherheitsbehörden sowie Maßnahmen zur Vermeidung von Gefahrenstellen im Straßenverkehr.

Redakteur:

Jörg Dammann aus Stade

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