Team vom Stader Regionalzentrum der Verbraucherzentrale hilft bei Kundenärger
Im Kampf gegen die "Abzocke"

Das Stader Team der Verbraucherzentrale (v.li.): Renate Schlünzen, Susanne Kirk-Jenett, Werner Neumann und Leiterin Uta Wiebalck   Foto: jd
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jd. Stade. Man hat den Schlüssel im Haus liegen lassen und steht jetzt vor der verschlossenen Tür: Diese Situation haben wohl schon viele erlebt. Solch eine missliche Lage ist schon unangenehm genug, richtig schlimm wird es aber, wenn der Mann vom Schlüsseldienst anrückt und für eine simple Türöffnung den horrenden Preis von 800 Euro verlangt, natürlich sofort zahlbar in bar oder per EC-Karte. Fälle dieser Art gehören zu den Klassikern bei der Verbraucherzentrale, ebenso wie unseriöse Haustürgeschäfte, erschlichene Abonnements, untergeschobene Handyverträge oder Betrügereien mit bestellten Waren. Kunden, die mit miesen Betrügereien über den Tisch gezogen wurden, sind die häufigste Klientel bei den Beratungsgesprächen der Verbraucherschützer. Das geht aus dem Tätigkeitsbericht für 2018 hervor, den das Regionalzentrum Stade der Verbraucherzentrale Niedersachsen jetzt vorgelegt hat.

Die geschilderten Fälle machen mit fast 37 Prozent den größten Anteil bei den Beratungsthemen aus, gefolgt vom Ärger mit Mobilfunk, Festnetz- und Internetanbietern mit knapp 24 Prozent. Platz drei belegt der Themenkomplex Energie und Bauen (18 Prozent), danach kommen Versicherungen (neun Prozent) und Geldanlagen inklusive Altersvorsorge (fünf Prozent). Insgesamt wurde das Stader Regionalzentrum, das für das gesamte Elbe-Weser-Dreieck zuständig ist, im vergangenen Jahr rund 3.700 Mal von Kunden aufgesucht oder angerufen, die Hilfe suchten oder Fragen hatten. Dabei ging es bei einem Drittel der Fälle um eine gezielte Fach- und Rechtsberatung. Bei den restlichen zwei Dritteln erteilte das Team um Regionalleiterin Ute Wiebalck Auskünfte oder gab kurze Infos..

Neben den wirklich gemeinen "Abzocken" durch dubiose Geschäftemacher haben es die vier Beraterinnen des Regionalzentrums immer wieder mit der allzu großen Sorglosigkeit und Nachlässigkeit mancher Zeitgenossen zu tun. Wie etwa bei dem Fall eines jungen Mannes, der sich zum "Schnupperpreis" von 1 Euro für einen Testmonat bei einer Online-Dating-Plattform angemeldet hatte und erst nach zwei Jahren feststellte, dass ihm Monat für Monat 90 Euro abgebucht werden. Das Kleingedruckte hatte er offenbar überlesen und seine Kontodaten in Vorfreude auf den Testzugang allzu schnell herausgerückt. "Das ist in unseren hektischen Zeiten ohnehin ein Grundproblem", sagt Beraterin Susanne Kirk-Jenett. Kaum jemand nehme sich noch Zeit, die allgemeinen Geschäftsbedingungen zu lesen.

Gerade bei Angeboten im Internet würden sich viele schnell durch die Webseite klicken und sich hinterher wundern, dass sie etwa bei Versicherungsverträgen ein Häkchen hinter teure Zusatzleistungen gesetzt haben. Sie rät dazu, mit Bedacht bei den Mausklicks vorzugehen und sich weder im Internet noch an der Haustür von angeblich zeitlich begrenzten Schnäppchen unter Druck setzen zu lassen. "Das gilt im Prinzip für alle Verträge: Bevor man etwas abschließt, am besten vorher eine Nacht darüber schlafen."

Beratung zu vielen Themen

(Das Team der Verbraucherzentrale berät in allen Fragen rund ums Verbraucherrecht und versucht auch zu helfen, wenn "das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist". "Viele Unternehmen lenken ein und zeigen sich kooperativ, wenn sie die Verbraucherzentrale am Telefon haben", sagt Beraterin Renate Schlünzen. Da sei einiges auf Kulanz machbar. Wenn bereits Mahnbriefe ins Haus flattern, sollte man schleunigst die Verbraucherzentrale aufsuchen - selbst wenn einem die Forderungen unberechtigt erscheinen. "Einfach nichts zu machen, ist meist der falsche Weg", meint Schlünzen.

Auch Hausbesitzer und Häuslebauer sind beim Regionalzentrum Stade an der richtigen Adresse. Angeboten werden u.a. Beratungen zur energetischen Sanierung und ein ausführlicher Check zur Immobilienfinanzierung. Ähnliches gilt für den Bereich Versicherungen: "Wer wissen will, welche Leistungen zum Schutz der Familie sinnvoll sind, bringt seinen Ordner mit und geht mit mir sämtliche Versicherungsverträge durch", sagt die zuständige Beraterin Susanne Kirk-Jenett.
Die Leistungen der Verbraucherzentrale sind kostenpflichtig. Die Gebühren liegen zwischen 10 Euro für eine viertelstündige Beratung bis 120 Euro für einen zweistündigen Versicherungs-Check.

• Das Regionalzentrum ist unter Tel. 04141 - 44944 zu erreichen. Eine Terminvergabe ist auch via Internet möglich: www.verbraucherzentrale-niedersachsen.de/beratung/stade

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