Gottfried Schrader GmbH in Stade: Die Türen schließen zum Jahresende

Angelika und Alfred Schaarschmidt schließen ihren Betrieb zum Jahresende
9Bilder
  • Angelika und Alfred Schaarschmidt schließen ihren Betrieb zum Jahresende
  • hochgeladen von Stephanie Bargmann

Nach drei Generationen ist die Zeit der Gottfried Schrader GmbH in Stade zuende

sb. Stade. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge verabschieden sich Angelika und Alfred Schaarschmidt (beide 65), Inhaber der Gottfried Schrader GmbH in Stade, Ende des Jahres in den Ruhestand. „Einerseits freuen wir uns darauf, mehr Zeit für uns und die Familie zu haben“, sagt das Ehepaar. „Andererseits sind wir traurig, dass wir für unseren Handwerksbetrieb keinen Nachfolger gefunden haben und die Ära des Familienunternehmens nach drei Generationen zu Ende geht.“

Das Ehepaar verbindet mit seiner Firma nicht nur berufliches, sondern auch privates Glück. Denn Alfred und Angelika Schaarschmidt lernten sich bei der Arbeit kennen. Sie absolvierte im Betrieb ihrer Eltern eine Ausbildung zur Bürokauffrau, er machte eine Lehre zum Elektriker. „Der Firma sind wir beide immer treu geblieben“, sagt Angelika Schaarschmidt.

Auch nach der Geburt der beiden Kinder blieb sie im Unternehmen tätig. Als Sohn und Tochter erwachsen wurden, war es den Eltern wichtig, dass sich ihre Kinder der Firmentradition nicht verpflichtet fühlen. „Sie sollten lernen und arbeiten, was ihnen Spaß macht. Und sie haben sich beruflich anders orientiert. Das ist für uns in Ordnung“, sagt das Ehepaar.

Insgesamt vier Mitarbeiter bleiben Angelika und Alfred Schaarschmidt bis zum Schluss erhalten. „Das sind unter anderem Angestellte, die uns seit mehreren Jahrzehnten die Treue halten. Deshalb sind wir sehr froh, dass alle vier beruflich gut untergekommen sind“, sagen die Unternehmer. Zum Abschluss wird auch noch einmal gefeiert: Zum Jahresende lädt Ehepaar Schaarschmidt zu einer besinnlichen Weihnachtsfeier ein, um sich bei allen Angestellten persönlich zu bedanken.
Einen großen Dank richten sie auch an ihre ehemaligen Kunden, Lieferanten und Geschäftspartner. „Danke für die Treue und die schöne Zeit“, sagen sie unisono.

Großer Ausverkauf

Bis Freitag, 18. Dezember, laden Angelika und Alfred Schaarschmidt zum großen Ausverkauf in ihren Laden in der Thuner Straße 44 ein. Weil die gesamte Ware raus muss, gibt es Elektro-Kleingeräte und Weiße Ware von der Waschmaschine bis zum Kühlschrank zu stark reduzierten Preisen. Auch Sanitär- und Elektroinstallations-Material ist bis dahin besonders günstig erhältlich.

84 Jahre Erfolgsgeschichte: 1931 gründete Gottfried Schrader seinen Handwerksbetrieb im alten Stader Gefängnis

Im Jahr 1931 eröffnete Gottfried Schrader seinen Handwerksbetrieb in Stade. Der Klempner- und Elektromeister kaufte das ehemalige Stader Gefängnis Beim Salztor 5 und machte daraus einen Handwerksbetrieb mit angeschlossenem Laden. Unterstützt wurde er dabei von seiner Frau Rebecca, die das Unternehmen in den Kriegsjahren komplett allein leitete, während ihr Mann Soldat war.

„Mein Großvater hat damals noch typische Klempnerarbeiten ausgeführt und unter anderem Dachrinnen von Hand gefertigt“, erzählt Angelika Schaarschmidt. „Unter anderem führte er Kupferarbeiten am Dach der St. Wilhadikirche und an der Johanniskirche durch.“

Auch sein Sohn, der ebenfalls Gottfried hieß, lernte das Elektrohandwerk sowie Gas-Wasser-Installateur. In beiden Gewerken machte Gottfried Junior seinen Meister und spezialisierte sich zusätzlich auf Kältetechnik. „Die Kältetechnik war das Steckenpferd meines Vaters“, erinnert sich Angelika Schaarschmidt. „Zum Einsatz kam sie bei Schlachtereien und Bäckereien sowie in Schankbetrieben und Restaurants.“

Das Familienunternehmen übernahmen Angelika Schaarschmidts Eltern Gottfried und Getrud Schrader Ende der 1950er Jahre. Zu Spitzenzeiten beschäftigten sie bis zu 20 Mitarbeiter. Aufgrund der guten Auftragslage wurde damals der Firmenstandort Beim Salztor zu klein. Da die Stadt dort jedoch eine Betriebserweiterung untersagte, kaufte das Unternehmerpaar 1965 das Grundstück mit großer Villa in der Thuner Straße 44, wo der Betrieb bis heute ansässig ist. Vor die Villa setzten die Schraders einen Anbau für Laden, Büro und Werkstatt. „Der Laden gehörte immer zum Geschäftskonzept meiner Eltern und Großeltern“, sagt Angelika Schaarschmidt. „Während die Männer auf den Baustellen arbeiteten, bedienten die Frauen im Geschäft und erledigten die Büroarbeit.“

1993 übernahmen Angelika und Alfred Schaarschmidt den Familienbetrieb in dritter Generation. Mit seinen Ausbildungen zum Elektromeister, Gas- und Wasserinstallateurmeister sowie Kälteanlagenbauer brachte der Schwiegersohn perfekte Voraussetzungen für die Betriebsleitung mit. „Wie mein Vater hat auch mein Mann ein besonderes Faible für die Kältetechnik“, erzählt Angelika Schaarschmidt. „Unter anderem haben wir viele Kühllager für Obst im Alten Land gebaut und gewartet.“

Bis Jahresende ist Alfred Schaarschmidt Mitglied im Prüfungsausschuss für Gas- und Wasserinstallateure. Mit der Geschäftsaufgabe gbit er auch diese Amt auf. Angelika Schaarschmidt engagiert sich seit vielen Jahren ehrenamtlich als Beisitzerin im Arbeitsgericht. Auch im Ruhestand möchte sie weiterhin ein Ehrenamt ausüben. „Trotz Enkelkind, Haushalt und Hobbys wird mir der Alltag sonst bestimmt zu langweilig“, sagt sie.

Autor:

Stephanie Bargmann aus Stade

Sport
Louise Cronstedt (Mitte) fest im Griff von Maxi Mühlner
18 Bilder

Erster Saisonsieg der Handball-Luchse

HANDBALL: Aufsteiger gewinnt 24:20 gegen Bad Wildungen (cc). Der erste Sieg ist perfekt! Aufsteiger Handball-Luchse (HL) Buchholz 08-Rosengarten hat am dritten Spieltag der 1. Bundesliga der Frauen mit 24:20 (Halbzeit 10:12) gegen die HSG Bad Wildungen Vipers durch eine starke Teamleistung seinen ersten Saisonsieg eingefahren. Auf beiden Seiten konnten sich auch die Torhüterinnen durch starke Leistungen auszeichnen: Mareike Vogel bei den Luchsen, und Manuela Brütsch bei den Vipers....

Wirtschaft
Der Wasserinjektionsbagger "Njörd" kommt derzeit zur 
Schlickbeseitigung zum Einsatz
5 Bilder

Schlickbeseitigung an der Estemündung löst Massensterben aus
Fische verenden in der Este

sla. Estebrügge. Noch immer herrscht an der Este extrem übler Fischgeruch, das Wasser ist trüb und am Ufer wurden etliche tote Fische angeschwemmt, schildert Jacob Beßmann von der Feuerwehr Estebrügge und Vorsitzender des Fischereivereins Lühe-Este die aktuelle Situation an der Este. Am vergangenen Mittwoch wurden hunderte von toten Fischen zwischen Buxtehude und Cranz bemerkt. Este-Anlieger hatten daraufhin die Feuerwehr und Angler des Fischereivereins Lühe-Este informiert, die feststellten,...

Blaulicht
Machen auf den "Holländischen Griff" aufmerksam: Dirk Poppinga (li.) und Peter Eckhoff
2 Bilder

Rücksicht mit Rückblick
Der "Holländische Griff" rettet Leben: Präventionsaktion von Polizei und Verein Buchholz fährt Rad

sv. Buchholz. In den letzten Jahren hat der Trend, in urbanen Gegenden mit dem Fahrrad zu fahren, merklich zugenommen. Mehr Radfahrer auf den Straßen bedeuten aber auch ein höheres Unfallrisiko. Der Verkehrsraum werde für Fahrradfahrer zwar weiterentwickelt, doch die Sicherheit der Radler sei damit nicht immer gewährleistet, betonen Peter Eckhoff, Vorsitzender des Vereins Buchholz fährt Rad, und Dirk Poppinga, Verkehrssicherheitsberater der Polizeiinspektion Harburg. Um das zu ändern und gerade...

Blaulicht

Prozess vor dem Amtsgericht Buxtehude
Versuchter Missbrauch und Kinderpornos: 1.500 Euro Strafe

tk. Buxtehude. Wenn der Richter eindringlich nachfragt, ob der Angeklagte viel mit Kindern und Jugendlichen zu tun hat, etwa als Jugendtrainer, und die Anklage auf den Besitz von Kinder- und Jugendpornographie lautet, dann sollte der Mann auf der Anklagebank ahnen, dass eine Geldstrafe noch ein relativ milder Schlussstrich unter einem Verfahren ist. In Buxtehude wurde ein 56-Jähriger wegen Besitzes dieser Pornos zu 60 Tagessätzen zu je 25 Euro verurteilt.   Bei dem Buxtehuder, der ohne...

Panorama
Christian Druse zeigt das Schild, mit dem er auf die Maskenpflicht aufmerksam macht

Anzeige gegen Einzelhändler: Maskengegnerin beschäftigt die Justiz

os. Buchholz. Als die Polizei jüngst bei ihm im Geschäft in Buchholz stand und ihm eröffnete, dass gegen ihn eine Anzeige wegen Nötigung vorliegt, überlegte Christian Druse (Druse Sicherheitstechnik), ob er jemanden mit seinem Auto bedrängt hatte, ohne es zu merken. Doch weit gefehlt: Angezeigt wurde der Einzelhändler von einer Seniorin, nachdem Druse sie aus seinem Geschäft geworfen hatte. Zuvor habe er die Kundin gebeten, eine Maske anzulegen oder ihm das Attest zu zeigen, das sie angeblich...

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen