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Aus der Sicht der Stader "Uul"

Matthias Beckmann kämpfte beim Zeichnen am Stadthafen gegen die blendende Sommersonne Foto: tp/Zeichnung: Matthias Beckmann
 
Zeichnung von Matthias Beckmann: die Kogge im historischen Rathaus

Kennen Sie die Stadt? Kunst-Stipendiatsträger Matthias Beckmann präsentiert seine Zeichnungen im Rathaus

tp. Stade. Im Sommer 2018 war der Berliner Künstler Matthias Beckmann als Träger des Stipendiats "Stader Uul" (Eule) der Stader Stiftung für Kultur und Geschichte zu Gast. Er wohnte, wie auch die Stipendiaten vor ihm, im Pförtnerhaus des ehemaligen Noga-Werks an der Bremervörder Straße. Mit dem Fahrrad fuhr er, wie berichtet, jeden Tag in die Altstadt oder in andere Stadtteile. Zeichenblock, Druckbleistift, Anglerhocker und eine Schirmmütze zum Schutz gegen die Sonne hatte er immer dabei. Seine Zeichnungen von dem Gastaufenthalt in Stade zeigt er jetzt in einer Ausstellung im Rathaus.

Die Ausstellung ist ab Montag, 15. Oktober, bis Freitag, 26. Oktober, zu sehen. Zur Vernissage lädt Bürgermeisterin Silvia Nieber mit dem neugewählten Stiftungsvorstand Kersten Schröder-Doms um 19 Uhr ein. Die Begrüßung übernimmt Sönke Hartlef, Stellvertretender Bürgermeister. Einführende Worte spricht Dr. Lars Hellwinkel, Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung.

Die Ausstellung ist dem kürzlich verstorbenen Dieter Kunze gewidmet, der sich seit Jahrzehnten ehrenamtlich und überaus engagiert für Stade, Kultur, Geschichte und Denkmalschutz eingesetzt hat. Ihm ist etwa der Erhalt des Krans am Stadthafen zu verdanken. Dieter Kunze hatte die Idee des Stipendiums, um Kulturschaffende der Bereiche Literatur, Bildende Kunst oder Musik für jeweils drei Monate nach Stade zu holen. Er lud auch Beckmann nach Stade ein.

Zur Ausstellung erscheint das Malbuch "Mutter Flints Katze". Zusammen mit der Katze gehen die Kinder auf eine Entdeckungsreise durch die Altstadt Stades.

Die Ausstellung umfasst auch Zeichnungen, die in einer folgenden Publikation vorgestellt werden sollen. Das Skizzenbuch "Kennen Sie Stade?" wird Details und Orte der Hansestadt zeigen, die wir in den üblichen Reiseführern nicht finden - die Graffiti unter der Hansebrücke, den jüdischen Friedhof, das Altländer Viertel, das stillgelegte Atomkraftwerk, das Gewerbegebiet Ottenbeck, Protestplakate auf der Schölischer Straße, den Wertstoffhof RZS oder die Raucherecke vor den Elbe Kliniken. Einige Tipps für Motive bekam Beckmann im Sommer bei einem WOCHENBLATT-Ortstermin.

Matthias Beckmann wurde bekannt durch seine Zeichenprojekte über ausgesuchte Orte und Institutionen. Dort zeichnet er, wie auch in Stade, stets vor Ort, ohne vorbereitende Skizzen oder fotografische Hilfsmittel. Seine dokumentarischen Zeichnungsserien arbeiten mit Mitteln, die man aus der Filmwelt kennt: Totale, Detail, Zoom, Bewegungen im Raum, wechselnde Perspektiven. Matthias Beckmann hat einen Blick für merkwürdige Bildausschnitte und das oft groteske Zusammentreffen von Alltag und Aura, Bemerkenswertem und Banalem. (tp). Matthias Beckmann wurde 1965 in Arnsberg geboren und lebt in Berlin. Er hat an den Kunstakademien in Düsseldorf und Stuttgart studiert und unterrichtete an Hochschulen in Dortmund, Darmstadt, Halle und Berlin. Er erhielt zahlreiche Förderungen und Auszeichnungen. Seine Werke werden international ausgestellt. Ausgezeichneter
Künstler