Flüchtlingskoordinator
Nach zwölf Jahren: Gerhard Koch (85) zieht die Reißleine
Nach mehr als einem Jahrzehnt unermüdlichen Einsatzes geht in Stelle eine Ära zu Ende: Gerhard Koch hat seine offizielle Tätigkeit als ehrenamtlicher Flüchtlingskoordinator zum 1. Mai beendet. Da trotz langer Suche kein Nachfolger für den 85-Jährigen gefunden werden konnte, müssen sich Bürger und Geflüchtete ab sofort direkt an die Gemeindeverwaltung wenden.
Zwölf Jahre lang war Gerhard Koch das Gesicht der Flüchtlingshilfe in unserer Gemeinde. Er baute ein stabiles Netzwerk auf und war das entscheidende Bindeglied zwischen den Unterkünften, dem Landkreis Harburg und der Gemeinde Stelle. Ob Behördenangelegenheiten, Arztbesuche oder die Suche nach Wohnungen und Arbeit – Koch war immer zur Stelle, wenn Hilfe gebraucht wurde. „Sie haben sich über Jahrzehnte für die Integration von Geflüchteten engagiert“, würdigte Landrat Rainer Rempe das außergewöhnliche Engagement in einem persönlichen Schreiben. Dabei habe Koch sich auch nie gescheut, „auf Missstände und Probleme hinzuweisen.“ Auch die Gemeinde Stelle bedauerte das Ausscheiden ihres Koordinators zutiefst und sprach Koch höchste Anerkennung für die geleistete Arbeit aus.
Für den engagierten Steller war der Schritt dennoch unumgänglich: „Nach langer, erfolgloser Suche einen Nachfolger für die Position zu finden, habe ich im Alter von 85 Jahren nun die Reißleine gezogen“, erklärt Koch. Ganz aufhören kann und will der Steller aber nicht: Rund 20 bereits in Stelle ansässige und integrierte Menschen wird er auch weiterhin individuell und privat betreuen.
Da die offizielle Koordinatorenstelle vorerst unbesetzt bleibt, übernimmt die Verwaltung der Gemeinde Stelle ab sofort alle Flüchtlingsbelange wieder in Eigenregie. Anfragen, Anliegen und Angebote sind direkt per E-Mail an fluechtlingshilfe@gemeindestelle.de zu richten.
Redakteur:Jan Filter aus Winsen |
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