13,9 Millionen Euro fürs Gymnasium Hittfeld

Das Gymnasium Hittfeld wird nach über 40 Jahren grundlegend saniert und modernisiert  Foto: ts
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bim. Hanstedt. Das Gymnasium Hittfeld soll für 13,9 Millionen Euro modernisiert, sicherheitstechnisch saniert und für G9 umgebaut werden. Das beschloss jetzt der Kreistag mehrheitlich in seiner Sitzung im Hotel Sellhorn in Hanstedt. Mit diesem Konzept werden 1,1 der mit 15 Millionen veranschlagten Maßnahmen eingespart. Trotz der hohen Investition soll die Prioritätenliste bei den übrigen im Landkreis notwendigen Schulsanierungsmaßnahmen nicht verändert werden.
Aufgeteilt sind die Maßnahmen in drei Kostenstufen. Keine Einsparungen gibt es in der Stufe 1 und den veranschlagten 8,9 Millionen Euro für die Sicherheitstechnik. Dabei werden u.a. aktuelle baurechtliche und haustechnische Standards und ein umfassender Brandschutz umgesetzt.
Die 1,1 Millionen Euro werden eingespart bei Kostenstufe 2, bei der es um eine bessere Ausnutzung vorhandener Flächen für G9 durch Um- und Ausbau der Flure und Raummitten sowie Umbau der Klassenräume geht sowie bei Stufe 3 mit der räumlichen Aufteilung für das pädagogische Konzept.
Im Fachausschuss im Mai sahen ich die Ausschussmitglieder außer Stande, über die vorgestellten Maßnahmen und die Kostensteigerungen für die Modernisierung abzustimmen. Daraufhin tagte im Juni eine Arbeitsgruppe, bestehend aus dem Architekten, Kollegium, Eltern und je einem Kreistagsmitglied, die sich auf die Einsparungen verständigten.
André Bock (CDU) ging auf die damalige Problematik ein, vor der die Mitglieder des Fachausschusses standen. Schließlich waren für die Modernisierung im Haushalt 2014/15 zunächst nur 4,2 Millionen eingestellt worden. Im Mai war dann von 15 Millionen Euro die Rede und sogar ein Neubau für 37 Millionen Euro in der Diskussion. "Aber wir haben noch 34 weitere Schulstandorte im Landkreis", so Bock. Seine Gruppe habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, hoffe nun aber auf eine zügige Umsetzung der Maßnahmen.
"Diese Entwicklung hat bei uns zu Schockwellen geführt", erklärte Arno Reglitzky (FDP). Neben den Kosten stand die Befürchtung, dass andere Schulen auch gern ein solches "Pilotprojekt" hätten.
Kreisrat Kai Uffelmann erläuterte die irritierende Kostenspanne. Das Gymnasium sei ein riesiger Baukörper, an dem in den vergangenen 45 Jahren relativ wenig getan worden sei. Hinzu kämen Baukostensteigerungen und Vorgaben des Landes, die nicht absehbar gewesen seien. Die ursprünglichen 4,2 Millionen Euro, die sich an dem 2014/15 abschnittsweise erfolgten Umbau der Realschule zur Integrierten Gesamtschule orientierten, seien eine Fehleinschätzung gewesen.
Mit dem in der Arbeitsgruppe erzielten Kompromiss, mit dem die schulische Arbeit am Gymnasium Hittfeld verbessert werde, könnten sicherlich alle Beteiligten leben, so Brigitte Somfleth (SPD).
"Schulen müssen zeitgemäß, zukunftsorientiert und sicher sein, damit dort Unterricht ablaufen kann", so Klaus-Dieter Feindt (SPD). Alle anderen Schulstandorte seien allerdings nicht so intensiv diskutiert worden. Und für weitere 18 Maßnahmen seien bislang Mittel von insgesamt rund 49 Millionen Euro vorgesehen. Feindt forderte die Kreisverwaltung auf, bis zur nächsten Finnzausschuss-Sitzung am 27. November die Kosten für die nächsten Maßnahmen auf der Prioritätenliste samt Baukostensteigerungen und der Honorarordnung für Architekten- und Ingenieurleistungen zu aktualisieren.
• Um Haupt- oder Ehrenamt ging es bei der Diskussion um einen Plattdeutschbeauftragten für den Landkreis Harburg. Seit Herbert Timm dieses Amt, das er 17 Jahre lang ehrenamtlich und mit viel Herzblut ausübte, im März abgegeben hat, fehlt ein Nachfolger. Der Kreistag beschloss nun mehrheitlich, dass der Landkreis die Personalkosten eines hauptamtlichen Plattbeauftragten mit 13.500 Euro bezuschussen wird, der Förderverein des Freilichtmuseums am Kiekeberg gibt 10.000 Euro dazu.
Die Halbtagsstelle soll beim Kiekebergmuseum angesiedelt sein, berichtete Klaus-Wilfried Kienert (SPD), der in seiner Funktion als Vorsitzender des Stiftungsrates um Unterstützung warb. Denn die Suche nach einem ehrenamtlichen Plattbeauftragten sei seit Juni erfolglos gewesen.
Ruth Alpers (Grüne) wollte dem nicht zustimmen. "Wir hatten einen ehrenamtlichen Plattdeutschbeauftragten. Es kommt darauf an, was man für Ansprüche stellt", sagte sie und nannte weitere Beispiele wie Sicherheitsbeauftragte bei der Feuerwehr oder Naturschutzbeauftragte, die gegen eine Aufwandsentschädigung ehrenamtlich tätig seien. Zumal der Plattbeauftragte aus dem Budget des Kiekebergmuseums finanziert werde. "Haben wir nicht wichtigere Dinge, zum Beispiel im sozialpädagogischen Bereich?", fragte Alpers.
Reinhard Riepshof (Grüne) stellte klar, dass es um Haupt- oder Ehrenamt gehe. "Das Geld, das wir in die Stelle investieren, können wir diekt an die Gruppen geben, die sich jetzt schon für Plattdeutsch engagieren", so sein Vorschlag.
Es sei zwar ein Trauerspiel, dass diese Aufgabe nicht mehr ehrenamtlich zu erfüllen sei, so Arno Reglitzky (FDP), aber er unterstützte das Anliegen ebenso wie Maximilian Leroux (CDU), der es als Chance sieht, einen neuen Weg zu gehen mit der zunächst auf zwei Jahre befristeten Halbtagsstelle.
"Plattdeutsch ist eine echte Sprache, die unwiederbringlich verlorengeht. Tun wir etwas für die Heimat", spielte Klaus-Dieter Feindt auf Aussagen des Bundes-Grünenchefs Robert Habeck an. Und Necdet Savural (CDU) erklärte: "Hier geht es nicht nur um Sprache, sondern um Kulturgüter."
Die Gesamtkosten für das "Projekt Plattdeutschbeauftragter" sind mit 36.700 Euro veranschlagt. Zu den Personalkosten kommen u.a. Mittel für Öffentlichkeitsarbeit, das Erstellen eines Terminkalenders für die Region und ein Zuschuss an das Plattdeutschzentrum am Kiekeberg.

Autor:

Bianca Marquardt aus Tostedt

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