thl. Lüneburg. Ein 66-jähriger Rentner aus Winsen soll die neunjährige Freundin seiner Tochter zwischen Dezember 2014 und März 2015 sechs mal sexuell missbraucht haben. Zudem soll er einem achtjährigen Jungen in den Schritt gefasst und kinderpornografische Bilder besessen haben. Da ist sich die Staatsanwaltschaft Lüneburg sicher und hat den Mann vor dem Lüneburger Landgericht angeklagt.
Dort stellte der Winsener zu Prozessbeginn die ganzen Vorwürfe als Fantasien der Kinder hin. "Ich hier der Dumme, das Opfer. Ich habe gar nichts gemacht, nur mit den Kindern gespielt", sagte der Rentner, der wegen der Vorwürfe von Mai 2015 bis Januar 2016 in U-Haft saß. "Wenn meine Hand dabei mal irgendwo hingerutscht ist, wo sie nicht hin darf, dann war es nicht bewusst gemacht", so der Angeklagte. Und bei dem Jungen könne es sein, dass er ihm versehentlich in den Schritt gefasst habe. Auch für die schmutzigen Bilder, die auf einem Datenträger gespeichert waren, hatte der Mann eine Erklärung: "Bis das Ding bei der Hausdurchsuchung gefunden wurde, wusste ich gar nicht mehr, dass ich die CD überhaupt noch habe." Er wisse nicht, ob er die Bilder selbst aus dem Internet heruntergeladen habe oder ein Freund, der Zugang zu seinem PC hatte. "Auf jedem Fall stammen die Bilder aus dem Ende der 1990er Jahre. Damals war das Speichern noch nicht strafbar", sagte der Winsener.
Im Rahmen des Prozesses wird der Anklagte von einem Psychiater begutachtet und eine Psychologin beschäftigt sich mit der Glaubwürdigkeit des neunjährigen Opfers. Der Prozess geht weiter. Ein Urteil wird frühestens am 26. April erwartet.

Autor:

Thomas Lipinski aus Winsen

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