Zu viel Lärm in Winsen-Roydorf
Abholzung an der Osttangente sorgt für Unmut
- An dieser Stelle der Osttangente wurden Büsche und Bäume radikal entfernt. Anwohner klagen nun über Lärmbelästigung durch den Verkehr
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Liebe Leserinnen, liebe Leser,
ein ruhiger, beschaulicher Ort – das war Winsen-Roydorf für viele Jahre. Doch für eine langjährige Bewohnerin ist es mit der Ruhe vorbei. „Seitdem die Bäume weg sind, stehe ich jeden Morgen um halb sieben senkrecht im Bett“, erzählt sie. Der Grund: Der massive Kahlschlag an der Osttangente hat den Lärmpegel in ihrem Viertel drastisch erhöht. Der Verkehrslärm von der Osttangente und der nahen Autobahn dringt nun ungehindert herüber.
„Früher haben die Bäume den Schall geschluckt, jetzt hört man jedes vorbeifahrende Auto, jedes Brummen der Lkw. Es ist unerträglich“, sagt sie verärgert. Noch bitterer für sie: Eigentlich soll in diesem Bereich erst 2026 gebaut werden. „Warum wurde das jetzt schon gemacht? Hätte man uns nicht wenigstens informieren oder eine andere Lösung finden können?“ Die fehlende Rücksichtnahme und die spürbar gesunkene Lebensqualität haben sie nun zu einer drastischen Entscheidung bewegt: Sie wird wegziehen.
Alles auf einmal – aus Planungsgründen
Auf Nachfrage beim Landkreis Harburg gibt es eine klare Antwort: Die Abholzung sei als vorbereitende Maßnahme für die Baustelle erfolgt. „Wir haben die Gehölze in einem Zug entfernt, um später keine Probleme mit Zeitverzögerungen oder ungünstigen Witterungsverhältnissen zu bekommen“, erklärte Bernhard Frosdorfer, Pressesprecher beim Landkreis Harburg. Der Abschnitt, in dem die Anwohnerin wohnt, wird zwar erst 2026 gebaut, doch der Landkreis wollte sämtliche Arbeiten im Vorfeld erledigt wissen.
Eine echte Lösung für das Lärmproblem gibt es derzeit nicht. Eine Lärmschutzwand sei nicht geplant, stattdessen sollen nach Abschluss der Bauarbeiten neue Bäume und Büsche gepflanzt werden. Doch bis diese wieder so hoch gewachsen sind, dass sie den Lärm abschirmen, werden Jahre vergehen. „Was soll mir das jetzt helfen? Ich bin Rentnerin, ich will jetzt meinen Balkon genießen können, nicht erst in fünf oder zehn Jahren!“, sagt die Anwohnerin frustriert.
Ein Schicksal, das viele trifft?
Diese Geschichte ist kein Einzelfall. Der massive Eingriff in die Natur bringt für viele Menschen spürbare Veränderungen mit sich – nicht nur optisch, sondern auch akustisch. Wie erleben andere Anwohner in Roydorf die Situation? Gibt es Ideen oder Vorschläge, wie kurzfristig für Abhilfe gesorgt werden könnte?
Schreiben Sie mir gern Ihre Gedanken – denn Stadtentwicklung sollte nicht bedeuten, dass Anwohner auf der Strecke bleiben.
Beste Grüße,
Anika Werner
Redakteur:Anika Werner aus Winsen |
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