Camping im Herbst: Heizsysteme im Überblick
Draußen Lagerfeuer, drinnen ein warmer Wohnwagen
- Auch im Herbst ist Camping möglich mit einem zuverlässigen Heizsystem im Wohnwagen
- Foto: aw/KI
- hochgeladen von Anika Werner
Das Feuer knistert, die Hände liegen um einen warmen Becher, und über dem Campingplatz wird es langsam dunkel. Noch ein bisschen sitzen bleiben, noch eine Geschichte erzählen. Wenn die Kälte schließlich durch die Jacke kriecht, wartet nur wenige Schritte entfernt der eigene Wohnwagen. Tür auf, Schuhe aus, hinein ins muckelig Warme. So darf ein Herbstabend im Campingurlaub enden.
Mit den letzten Sommertagen muss die Reisesaison deshalb längst nicht vorbei sein. Auch der Herbst hat seine schönen Seiten, wenn nach einem Spaziergang durch buntes Laub oder einem Abend am Lagerfeuer ein gemütlicher Rückzugsort wartet. Eine passende Heizung macht den Unterschied. Welche Lösung sich eignet, hängt vor allem davon ab, wohin die Reise geht und wie Camper unterwegs sein möchten.
Gas: schnell warm und unabhängig vom Stromanschluss
In vielen Wohnwagen gehört eine Gasheizung zur vertrauten Ausstattung. Bekannt sind etwa die Modelle von Truma. Sie nutzen Flüssiggas, also Propan oder Butan, und bringen den Innenraum in kurzer Zeit auf angenehme Temperaturen. Wer nach einem kühlen Tag zurückkommt, weiß das zu schätzen.
Ein Vorteil ist die Unabhängigkeit von einem Stromanschluss am Stellplatz. Damit eignet sich das Heizen mit Gas besonders für Camper, die bei ihrer Platzwahl flexibel bleiben möchten. Je nach Modell lässt sich die Wärme über eine Warmluftverteilung im Fahrzeug verteilen. Viele Anlagen übernehmen außerdem die Warmwasserbereitung. Zur sicheren Nutzung gehören regelmäßige Wartung und die vorgeschriebene Gasprüfung.
Diesel: eine Möglichkeit für kalte Reiseziele
Wer auch im Winter auf Tour geht oder gern in kältere Regionen reist, kann eine Dieselheizung in Betracht ziehen. Sie bietet eine hohe Heizleistung auch bei Minusgraden und gilt als sparsam im Betrieb. Der Brennstoff kommt je nach Fahrzeug und Anlage aus dem Fahrzeugtank oder einem separaten Tank.
Für das Heizen werden dann keine Gasflaschen benötigt. Das kann Platz sparen. Allerdings gehört zur Entscheidung auch ein Blick auf die Geräuschentwicklung: Dieselheizungen können etwas lauter arbeiten. Eine gute Schalldämmung hilft, die Betriebsgeräusche zu verringern. Gerade wenn es abends im Wohnwagen still wird, ist dieser Punkt für den eigenen Komfort wichtig.
Strom: unkompliziert auf dem Campingplatz
Wer überwiegend Campingplätze mit Stromanschluss ansteuert, findet unter den elektrischen Heizungen verschiedene Möglichkeiten. Dazu gehören klassische Heizlüfter ebenso wie Infrarotheizungen. Sie lassen sich einfach in Betrieb nehmen und gut regulieren. Gasflaschen oder Dieselvorräte braucht es für diese Form des Heizens nicht.
Besonders Infrarotheizungen arbeiten nahezu geräuschlos. Das kann angenehm sein, wenn am Abend ein Buch auf dem Schoß liegt und draußen der Wind um den Wohnwagen streicht. Voraussetzung bleibt eine geeignete Stromversorgung. Wer häufig ohne Stromanschluss übernachtet, muss diese Abhängigkeit bei der Auswahl berücksichtigen.
Kombiheizung: die Energiequelle passend zum Stellplatz wählen
Mal ein Campingplatz mit Stromversorgung, mal ein Aufenthalt ohne Anschluss: Für solche wechselnden Reisegewohnheiten bieten sich Kombiheizungen an. Sie verbinden meist Gas und Strom oder Diesel und Strom. Je nach Anlage und Situation lässt sich die passende Energiequelle wählen.
Viele dieser Systeme sorgen zugleich für warme Räume und warmes Wasser. Das macht sie für Camper interessant, die mehrere Funktionen in einer Anlage wünschen. Die flexible Nutzung kann je nach Anschlussart Energie und Betriebskosten sparen. Dafür fällt die Anschaffung in der Regel teurer aus. Wie sinnvoll diese Investition ist, hängt deshalb auch davon ab, wie häufig und unter welchen Bedingungen der Wohnwagen genutzt wird.
Die eigenen Reisepläne entscheiden
Vor der Auswahl lohnt sich ein Blick auf den Campingalltag: Steht der Wohnwagen meist auf Plätzen mit Stromanschluss? Sind auch Winterreisen geplant? Wie groß ist das Fahrzeug, und soll die Heizung zusätzlich warmes Wasser liefern? Wer bewusst ohne Gas heizen möchte, kann sich mit elektrischen Anlagen oder Dieselheizungen beschäftigen.
Die Antworten helfen dabei, die Auswahl einzugrenzen. Schließlich soll die Wärme zu den eigenen Reisen passen, vom gelegentlichen Herbstwochenende bis zur längeren Tour in der kalten Jahreszeit.
Zu all diesen Möglichkeiten können sich Besucher auf der Herbstmesse im Freizeit-Center Albrecht vom 25. bis 27. September von Experten vor Ort beraten lassen. An der Porschestraße 15 in Winsen ist dafür jeweils von 10 bis 18 Uhr Gelegenheit. Damit der nächste Campingurlaub auch dann noch gemütlich bleibt, wenn draußen längst Mützenwetter ist.
Redakteur:Anika Werner aus Winsen |
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