"Kein Grund zur Ausgrenzung": "HiPsy" zur Teilnahme von psychisch Kranken an Castingshows

Bei einem Auftritt: die "Putensen House Band", in der Leiter Thomas Anschütz (Mi.) mit psychisch Kranken Musik macht | Foto: archiv/ce
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ce. Landkreis. "Nur weil jemand psychisch krank ist, heißt das nicht, dass er beipielsweise nicht singen kann." Das sagt Holger Maack, Geschäftsführer der landkreisweit aktiven gemeinnützigen "HiPsy" GmbH ("Hilfe für psychisch kranke Menschen"). Maack nimmt damit Stellung zum Bericht eines Boulevardblattes, das einen "DSDS-Skandal um psychisch Kranken" gewittert hatte, nachdem ein 25-jähriger gebürtiger Brasilianer, der unter einer Psychose leidet, in der RTL-Castingshow "Deutschland sucht den Superstar" aufgetreten war. Der Hobby-Rapper, der in einer Einrichtung für Menschen mit psychischen Handicaps betreut wird, überzeugte jedoch die Mehrheit der DSDS-Jury und sogar eine Runde weiter, in den im März zu sehenden "Recall". Während das Boulevardblatt RTL vorwarf, der Sender habe den "direkt aus der Anstalt" gekommenen Kandidaten vorgeführt, war Chefjuror Dieter Bohlen aus Tötensen beeindruckt vom Sänger. "Es muss ja nicht alles immer so Mainstream sein", sagte Bohlen im TV. Der Brasilianer sei womöglich "ein bisschen verrückt", räumte er ein: "Da muss man einfach mal sagen: Komm, das probieren wir mal. Ich halte es für echt spannend, was mit ihm passiert."
"Es ist gut für psychisch Kranke mit einem musikalischen Talent, wenn auch sie die Möglichkeit bekommen, an Wettbewerben teilzunehmen", sagt Holger Maack. "Ihre Erkrankung darf kein Grund für eine Ausgrenzung sein, schließlich leben wir im Zeitalter der Inklusion." Und die wird bei "HiPsy" in der seit 2001 bestehenden "Putensen House Band" gelebt. Sie ist nach dem Heideort benannt, in dem sie auf dem Gelände der Therapeutischen Wohngemeinschaft von "HiPsy" ihren Proberaum hat. Dort treffen sich die Bandmitglieder seit vielen Jahren unter der Leitung des Sozialpädagogen Thomas Anschütz regelmäßig, um Rock- und Popsongs einzuüben. "Wir haben schon viele erfolgreiche Auftritte auch über den Landkreis hinaus absolviert", freut sich Anschütz. "Im vergangenen Jahr haben wir bei der 'Kulturellen Landpartie' im Wendland gespielt. Es war toll, dass wir dabei sein durften." Derzeit arbeitet die Band eifrig an ihrem zweiten Album. Thomas Anschütz: "Alle sind mit großem Erfolg dabei."

Redakteur:

Christoph Ehlermann aus Salzhausen

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