Wie aus Geschichte Erinnerung wird
Winsener Realschüler machen Volksaufstand von 1953 für Jüngere erlebbar
- Bei der Wanderausstellung: die Zehntklässler Max Schmalfeld und Veronika Seifert (v. re.) im Gespräch mit Schülern der Klasse 6b
- Foto: Neises
- hochgeladen von Christoph Ehlermann
Während in diesen Tagen bundesweit an den Volksaufstand in der DDR am 17. Juni 1953 erinnert wird, beschäftigen sich auch Schüler der Winsener Johann-Peter-Eckermann-Realschule mit diesem wichtigen Kapitel deutscher Geschichte. Allerdings nicht nur im Unterricht: Die Jugendlichen geben ihr Wissen an die nächste Generation weiter.
Im Geschichtsunterricht setzten sich die Zehntklässler intensiv mit dem Aufstand auseinander. Grundlage war die Wanderausstellung „Volksaufstand in der DDR – 17. Juni 1953“ der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Anschließend gestalteten die Jungen und Mädchen eigene Rundgänge für die Schüler der 6. Klassen.
Veronika Seifert (15) berichtete vor einer Gruppe von Sechstklässlern von Menschen, die vor mehr als 70 Jahren für Freiheit, Demokratie und Mitbestimmung auf die Straße gingen. Für einen Moment wurde so Geschichte greifbar – nicht durch ein Schulbuch, sondern durch Schüler, die ihr Wissen an andere weitervermitteln. Während der Rundgänge erklärten die Jugendlichen die Hintergründe des Aufstandes, berichteten von den Forderungen der Menschen nach Freiheit und Demokratie und machten deutlich, warum der 17. Juni bis heute ein bedeutendes Datum der deutschen Geschichte ist.
Die Ausstellung zeichnet den Weg von den ersten Protesten der Arbeiter bis zur gewaltsamen Niederschlagung des Aufstandes durch sowjetische Panzer nach und verdeutlicht den Mut vieler Menschen, die sich gegen Unterdrückung und staatliche Willkür stellten.
Für Veronika Seifert gehört zu den wichtigsten Erkenntnissen des Projekts, dass Freiheit und Demokratie nicht selbstverständlich sind. Die Auseinandersetzung mit den Lebensgeschichten und Erfahrungen der Menschen von 1953 - so die Schülerin - habe ihr gezeigt, welchen persönlichen Mut viele damals aufbringen mussten. Auch Max Schmalfeld (16) sieht in der Ausstellung einen wichtigen Beitrag zur Erinnerungskultur. Geschichte werde besonders dann verständlich, wenn junge Menschen sich aktiv mit ihr auseinandersetzen und ihr Wissen an andere weitergeben.
Die Rundgänge boten den Sechstklässlern die Möglichkeit, Geschichte aus einer besonderen Perspektive kennenzulernen. Gleichzeitig übernahmen die Jugendlichen Verantwortung als Vermittler historischer Bildung und setzten sich intensiv mit den Werten auseinander, die den Menschen im Juni 1953 so wichtig waren: Freiheit, Mitbestimmung und Demokratie.
Redakteur:Christoph Ehlermann aus Salzhausen |
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