WOCHENBLATT-Leser erinnern sich an Jahrhundertwinter 1978/1979 / Neue Serie (I)

Manche Kreisbewohner trotzten dem harten Winter mit Humor
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"Es schneite, was die Wolken hergaben"

  ce. Landkreis. Schwere Schneestürme, unter der vermeintlichen "weißen Pracht" begrabene Straßen und von der Außenwelt abgeschnittene Dörfer - dieses dramatische Szenario hat auch 40 Jahre später noch vor Augen, wer den Jahrhundertwinter 1978/1979 erlebt hat. In der Bundesrepublik starben 17 Menschen infolge der Schneekatastrophe, die einen volkswirtschaftlichen Schaden von mindestens 140 Millionen Mark anrichtete. Dem WOCHENBLATT-Aufruf nach Zeitzeugen-Berichten sind Dutzende Leser gefolgt. Ausgewählte Beiträge werden wir in einer Serie veröffentlichen, die in dieser Ausgabe mit Erinnerungen an die Ereignisse rund um den Jahreswechsel 78/79 startet. "Es ging nicht um Leben und Tod, wie für andere Menschen, sondern eher um Geburt und Abschied", blicken Klaus und Angelika Damian aus Emsen (Landkreis Harburg) zurück. Die Geburt von Sohn Bjarne stand damals unmittelbar bevor. "Unser Kind sollte im Krankenhaus in Harburg zur Welt kommen. Deshalb galt unsere tägliche Sorge dem Zustand der Straßen. Oft war schon die Fahrbahn auf der Kreisstraße nach Langenrehm, die auf unserem Weg lag, nur noch zu erahnen", so Klaus Damian. Weil es "schneite, was die Wolken hergaben", zog seine Frau im Januar 1979 zu ihren Eltern in die Nähe des Krankenhauses, wo der Sohn im gleichen Monat zur Welt kam. Mitte Februar wurde das Land von einer weiteren Schneewelle überrollt - auch mit Folgen für Familie Damian: "Unsere Taufgäste staunten über die bis zu zwei Meter hohen weißen Wälle, die unser Haus und die Parkplätze festungsartig umgaben."
Durch ein wetterbedingtes Fahrverbot erschwert wurde schließlich Klaus Damians Anreise zu seiner Verabschiedung als Lehrer an einer Harburger Schule, bevor er für drei Jahre als Pädagoge ins südamerikanische Santiago de Chile wechselte. Damian schnallte kurzerhand seine Langlaufskier unter und machte sich auf den Weg nach Harburg. "Für die Rückfahrt nach der sehr emotionalen Feier umging ein Vater das Fahrverbot und kutschierte mich dank der Spikes an seinen Reifen sicher nach Hause."

"Lustigste Silvesterfeier in 42 Jahren Gastronomie"

Mit dem Jahreswechsel 1978/1979 verbindet Erika Marquardt die "lustigste Silvesterfeier, die ich in 42 Jahren Gastronomie erlebt habe". Sie war Geschäftsführerin des Restaurants "Kajüte" in Alvesen (Landkreis Harburg) und mit dem Inhaber verlobt. "Vollkommen eingeschneit, Verwehungen versperrten alle Wege, der Strom fiel aus und somit auch unser Kühl- und Tiefkühlhaus", beschreibt Erika Marquardt den Ausnahmezustand, der am Silvestertag 1978 herrschte. In der Nachbarschaft befand sich das Hotel "Schwarzer Hahn", wo "gewisse Damen ihren Dienst anboten". Die Betreiber nahmen an, dass die "Damen" den Jahreswechsel nicht am Arbeitsplatz verbringen würden, und hatten daher zur Silvesterfeier eingeladen. "So kam es, dass einige Herren - die das Haus kannten - mit ihren Ehefrauen gebucht hatten und schon am 30. Dezember anreisten", erzählt Erika Marquardt mit einem Schmunzeln. Als die Party steigen sollte, waren die Frauen aus dem horizontalen Gewerbe noch immer im Hotel, da sie aufgrund der Wetterlage nicht die Heimreise antreten konnten. So trafen die Liebesdamen auf die Ehepaare aus Alvesen und Umgebung, die Silvester feiern wollten. Die Folge: "Ein Chaos, das sich niemand vorstellen kann. Je mehr der Alkohol floss, desto hemmungsloser wurde es", fasst Erika Marquardt zusammen. Sie war mit ihrem Verlobten ebenfalls Gast auf der Silvesterparty und somit Augenzeugin des wilden Treibens. Einige der Hotelgäste nutzten den Aufenthalt wohl auch zum (kurzfristigen) Partnerwechsel, was nicht ohne Folgen blieb. "Es gibt sehr tragische Geschichten um diesen Jahreswechsel, unter anderem viele Scheidungen", schließt Erika Marquardt ihre Erzählung.

Zu Schneewehen kamen Geburtswehen dazu

• Mit Schnee- und Geburtswehen sah sich Gerold Lohse aus Salzhausen vor 40 Jahren konfrontiert. Damals lebte er in Dorum bei Bremerhaven. Am 30. Dezember 1978 gegen 7 Uhr weckte ihn seine damalige hochschwangere Ehefrau Margret mit der Nachricht, dass ihre Wehen eingesetzt hätten und sie zur Geburt ins Krankenhaus nach Bremerhaven fahren müssten. Komplett verschneite Straßen machten dieses Vorhaben nach wenigen Kilometern jedoch zunichte. Auf dem Rückweg musste das Paar an Bahnübergangs-Schranken warten, da sich direkt daneben am Dorumer Bahnhof ein Zug mit Ziel Bremerhaven in Bewegung setzte. "Ich stand an den Schranken und ruderte wild mit den Armen. Tatsächlich hielt der Lokführer den Zug an", erinnert sich Lohse. "Beherzte Helfer zogen meine Frau in den Zug und keine 30 Minuten später waren wir in Bremerhaven." Per Taxi ging es zum Krankenhaus und "tatsächlich noch pünktlich in den Kreißsaal". Dort erblickte schließlich die kleine Kathrin das Licht der Welt.

"Wochenende mit Glaseis und Dauerschnee"

• Heinz Erler aus Buchholz arbeitete seinerzeit in Hamburg, wohin er aber als Bahnfahrer "nach einem Wochenende mit Glatteis und Dauerschnee" eine erschwerte Anreise hatte. Statt der "normalen" Bahn kam bis Harburg eine Diesellok mit Güterwaggons zum Einsatz. "Wir standen wie die Heringe Bauch an Bauch oder Po. Wenigstens war es dadurch nicht ganz so kalt und es kam eine lustige Stimmung auf", weiß Erler noch heute. "In Harburg war der Bahnsteig schwarz vor wartenden, johlenden Menschen." Per S-Bahn und mit anderthalbstündiger Verspätung gelangte er zur Arbeit. Zuhause in Buchholz ließen die Wetterkapriolen Heinz Erler kreativ werden: "Wir bauten einen dicken Schneemann mit Hut und einem Schild mit dem Slogan 'Sommer? Nein Danke!'"

Eiskaltes Silvester im Stau erlebt

• Wenn Mehmet Niyazi Bilinir aus Buchholz an den Jahrhundertwinter denkt, "gefriert mein Atem wie damals auf dem Innenpolster eines schwarzen Volvo P130". Mit diesem Wagen waren Bilinir und zwei Freunde als Studenten unterwegs zu einer Silvesterfeier in Heiligenhafen. Nach einer wetterbedingten zehnstündigen Odyssee über verschiedene Bundesstraßen steckten sie in Schnee und Stau in Richtung Grömitz fest. Erschöpft und müde schlief das Trio im Auto ein, bis plötzlich von draußen ein lautes Brummen zu hören war und jemand schrie: "Der Panzer ist da!". "Wir werden gerettet", freute sich Bilinir. Jedoch zu früh: Der Bundeswehr-Panzer hatte den Weg durch den Schnee lediglich freigemacht für den BMW des damaligen Verteidigungsministers Hans Apel (SPD) - der mit seinem Wagen genau hinter Bilinir & Co. im Stau stand. Die Studenten wurden wenig später von der Feuerwehr aus ihrer misslichen Lage befreit und feierten mit einem guten Dutzend weiterer aus der Schneekatastrophe Geretteter im schleswig-holsteinischen Groß Schlamin. Frieren musste Mehmet Niyazi Bilinir dort - wenn auch aus Platzgründen - nicht mehr: "Drei Tage lang schlief ich in der Küche neben dem Holzofen."

Schmerzhafte Erinnerungen an Jahrhundertwinter

• Nicht ganz so angenehme Erinnerungen an den "historischen" Winter hat Frederik Stock aus Buxtehude, der damals sechs Jahre alt war. "Nach stundenlangem Freischaufeln der Einfahrt haben wir versucht, unseren VW-Bus auf die Straße zu bekommen. Einer saß am Steuer und mehrere andere Leute halfen draußen durch Anschieben mit", berichtet Stock. "Dabei sind wir meinem Vater über beide Fußspitzen gefahren. Er war hinterher sehr lange krankgeschrieben."

Autor:

Christoph Ehlermann aus Salzhausen

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