Aufatmen für Familien in Winsen
Frühbetreuung an Grundschulen gesichert

Der Stadtelternrat Kitas Winsen (Luhe) hat einen entscheidenden Sieg für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf errungen. Nachdem die Stadt Winsen aus Kostengründen plante, die Frühbetreuung an Grundschulen ab dem Schuljahr 2026/2027 einzustellen, konnte dieser Schritt durch hartnäckiges Engagement und eine umfassende Bedarfsumfrage abgewendet werden.

Für viele berufstätige Eltern beginnt der Tag weit vor dem ersten Schulklingeln. Umso größer war die Sorge, als bekannt wurde, dass die Stadtverwaltung die seit 2019 bestehende Frühbetreuung (7.00 bis 8.00 Uhr) streichen wollte. Der Grund: Zu geringe Anmeldezahlen. Im aktuellen Schuljahr nutzen lediglich 27 Kinder das Angebot, für das kommende Jahr liegen 25 Anmeldungen vor.

Diskrepanz zwischen Meldungen und echtem Bedarf

Janine Herzberger, Vorsitzende des Stadtelternrates Kitas Winsen (Luhe), wollte diese Begründung nicht hinnehmen. Sie warnte vor einer Betreuungslücke, die Eltern nach der Kita-Zeit vor existenzielle Probleme stellen könnte.

„Es kann nicht sein, dass Eltern in der Kita eine Frühbetreuung buchen können und nach der Einschulung ihrer Kinder ihren Beruf nicht mehr ausüben können, weil die Betreuung vor Schulbeginn einfach gestrichen wird“, so Herzberger.

Um zu beweisen, dass der Bedarf höher ist als die bisherigen Anmeldungen per Handzettel vermuten ließen, startete der Stadtelternrat eine groß angelegte Online-Umfrage. Zwischen August und November 2025 beteiligten sich knapp 500 Familien. Das Ergebnis war eindeutig: 93 Familien gaben an, für das Schuljahr 2026/2027 zwingend auf die Frühbetreuung angewiesen zu sein – fast viermal so viele, wie bisher angemeldet waren. Hauptgrund sind in fast allen Fällen die beruflichen Verpflichtungen der Eltern.

Rat der Stadt lenkt ein

Mit diesen Zahlen im Rücken suchte der Stadtelternrat das Gespräch mit Politik, Verwaltung und Schulleitungen. Trotz einzelner kritischer Stimmen folgte der Rat der Stadt Winsen schließlich der Argumentation der Elternvertretung. Am 18. Dezember 2025 wurde beschlossen, das Angebot um ein weiteres Jahr zu verlängern.

Das Modell bleibt dabei bestehen: Die Betreuung kostet monatlich 40 Euro pro Kind. Voraussetzung für das Zustandekommen einer Gruppe ist jedoch, dass sich pro Schule mindestens fünf Kinder anmelden.

Appell an die Eltern: Jetzt anmelden

Der Erhalt des Angebots ist ein Erfolg, aber kein Selbstläufer. Der Stadtelternrat appelliert nun dringend an alle betroffenen Familien, ihren Bedarf nicht nur in Umfragen zu äußern, sondern jetzt direkt bei den jeweiligen Schulen anzumelden. Nur wenn die Mindestteilnehmerzahl von fünf Kindern pro Standort erreicht wird, kann die Betreuung tatsächlich stattfinden.

„Nur wenn wir uns gemeinsam auf den Weg machen und Bedarfe deutlich benennen, können wir auch etwas erreichen“, resümiert Herzberger zufrieden. Für den 2019 gegründeten Stadtelternrat reiht sich dieser Erfolg in eine Serie von Maßnahmen ein, darunter die Erhöhung integrativer Kita-Plätze und Beitragsbefreiungen während der Pandemie.

Redakteur:

Jan Filter aus Winsen

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