Sicherheit auf dem Schulweg
Grüne fordern Gesamtkonzept für Winsen
Wie sicher sind die Wege zu den Winsener Grundschulen? Geht es nach den Grünen, reicht die bisherige Straßenplanung für unsere Kinder nicht aus. Die Ratsfraktion fordert in einem neuen Antrag ein stadtweites Sicherheitskonzept – während die Verwaltung abwinkt und die aktuellen Maßnahmen für ausreichend hält.
Bis spätestens Ende März 2027 soll die Stadt nach dem Willen der Grünen einen systematischen Plan vorlegen, der auch sämtliche Ortsteile umfasst. Bisher fehle eine übergeordnete Struktur, um Gefahrenstellen vor den Schultoren sinnvoll und schulübergreifend zu bewerten. „Sichere Schulwege dürfen nicht davon abhängen, ob eine einzelne Gefahrenstelle gerade auffällt“, betont Malte Tödter aus dem Bau- und Verkehrsausschuss.
Die Winsener Stadtverwaltung sieht das grundlegend anders. Sie erteilte dem Vorstoß bereits wenige Tage nach Eingang eine Absage: Die Wege seien ausreichend sicher, ein integriertes Konzept nicht erforderlich. Das Rathaus verweist auf flächendeckende Tempo-30-Zonen, Querungshilfen, Verkehrshelfer, Ampeln und eine unauffällige Unfallstatistik. Für die Grünen greift das viel zu kurz. Tödter kritisiert die voreilige Einschätzung: Nur weil irgendwo eine Ampel stehe, sei ein Weg für Kinder noch lange nicht sicher.
Das geforderte Gesamtpaket soll daher nicht nur harte Unfalldaten, sondern auch Beinahe-Unfälle sowie das morgendliche Chaos durch „Elterntaxis“ einbeziehen. Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Janine Herzberger unterstreicht: „Kinder und Eltern wissen oft sehr genau, an welchen Stellen der Schulweg schwierig oder unübersichtlich ist.“ Dieses Wissen müsse zwingend in die Planung einfließen.
Der Konflikt verdeutlicht für die Grünen ein grundsätzliches Prinzip: „Der Stadtrat, nicht das Bürgermeisteramt, stellt die Weichen.“ Während am 13. September viele vor allem auf die Bürgermeisterwahl blicken, betonen die Grünen, wie entscheidend die Wahl des Stadtrats ist. Denn genau dort fallen die Beschlüsse über Schulen, Kitas, Straßen und Verkehr. Anders als beim Bürgermeisteramt steht die Zusammensetzung des Stadtrats zudem direkt am Wahltag fest. Die Grünen treten ohne eigene Bürgermeisterkandidatur an und setzen voll auf eine starke Vertretung im Rat. Mit ihren drei Stimmen können die Bürgerinnen und Bürger unter anderem Kandidierende wie Margot Schäfer, Malte Tödter und Janine Herzberger sowie weitere engagierte Köpfe aus allen Ortsteilen unterstützen.
Wie es beim Schulwegekonzept konkret weitergeht, entscheidet sich ebenfalls auf politischer Ebene: Nach Sitzungen von Verwaltungs- und Bau- und Verkehrsausschuss hat am 27. Oktober der Winsener Stadtrat das letzte Wort. Bis dahin hoffen die Grünen, dass bereits bekannte Gefahrenstellen parallel geprüft und sofort entschärft werden.
Redakteur:Jan Filter aus Winsen |
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