Winsener Bahnhofstraße
Schluss mit der Schmuddelecke: Millionen für das Bahnhofsviertel
- Der Anfang ist gemacht: Das neue Bürogebäude an ehemals „Riedels Eck“ wertet das Bahnhofsumfeld jetzt bereits deutlich auf.
- hochgeladen von Jan Filter
Wie wird die Bahnhofstraße wieder zu einem sicheren und sauberen Aushängeschild für Winsen? Darüber diskutierten Bürgermeister André Wiese, Stadtplaner der BIG Städtebau GmbH und zahlreiche interessierte Bürger jetzt intensiv in der Stadthalle. Klar ist: Es muss sich dringend etwas ändern – kurzfristig beim Thema Müll und langfristig durch ein massives Förderprogramm in Form einer sogenannten 3/3-Förderung von Bund, Land und Kommune.
Die Stadt wartet allerdings nicht einfach nur auf die Fördergelder, sondern wird bereits jetzt schon tätig, was Sauberkeit und Sicherheit betrifft. Weil der städtische Bauhof den alltäglichen Müll rund um den Bahnhof kaum noch bewältigen kann, starten ab Anfang Mai sogenannte „Stadtmeister“. Diese speziellen Einsatzkräfte sollen sich gezielt um die Schmuddelecken kümmern. Zudem bessern die Stadtwerke aktuell die Straßenbeleuchtung aus, um Beleuchtungslücken aus den 1970er Jahren endlich zu beseitigen. Auch der düstere Bahnhofstunnel soll bald durch ein Jugendprojekt von vier Winsener Schulen farblich aufgewertet werden.
Doch derartige kleineren Maßnahmen reichen auf Dauer nicht aus. Es mangelt im öffentlichen Raum massiv an Aufenthaltsqualität, hinzu kommen deutliche funktionale und gestalterische Defizite im Bahnhofsumfeld. Um die Straße grundlegend umzubauen, will sich die Stadt nun für das lukrative Programm zur Städtebauförderung bewerben. Das klare Ziel für die kommenden Jahre: Neue Wohnangebote schaffen, den Bahnhof als Mobilitätsknoten stärken und eine klimagerechte Stadtentwicklung vorantreiben.
Wichtig für Anwohner: Von einer erfolgreichen Aufnahme in das Förderprogramm würden nicht nur die öffentlichen Kassen profitieren. Wenn das Areal offiziell zum Sanierungsgebiet erklärt wird, winken auch privaten Grundstückseigentümern massive finanzielle Vorteile. Wer sein Haus modernisiert, kann bis zu 90 Prozent der Baukosten steuerlich geltend machen – bei Vermietung sogar 100 Prozent. Auch an Fördergelder für Wärmepumpen oder neue Fenster kämen die Bürger dann deutlich schneller.
Bis die Bagger rollen, braucht es allerdings noch Geduld und viel Papierkram. Spätestens am 1. Juni muss der offizielle Antrag beim Wirtschaftsministerium in Hannover eingereicht werden. Dafür erarbeiten die beauftragten Stadtplanerinnen Brigitte Vorwerk und Bele Anders-Brockmöller in Abstimmung mit dem städtischen Projektleiter David Forster derzeit die nötigen Konzepte. Ein entscheidender Zwischenschritt steht am 28. Mai an: Dann muss der Stadtrat grünes Licht für den Antrag geben. Mit einer Rückmeldung vom Land, ob die Förder-Millionen nach Winsen fließen, ist erst um Ostern 2027 zu rechnen.
Redakteur:Jan Filter aus Winsen |
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