Museum im Marstall lädt zu zwei Zeitreisen ein
Kinderbauhütte am Krankenhaus und historische Stadtführung durch Winsen
- Zimmermann Uli führt bei der historischen Stadtführung durch das Winsen um 1900
- Foto: Museum im Marstall
- hochgeladen von Anika Werner
Wie wurden früher Fachwerkhäuser gebaut, Dächer mit Reet gedeckt und Ziegel hergestellt? Und wie veränderten neue Baumaterialien und die markante Backsteinarchitektur um 1900 das Winsener Stadtbild? Antworten auf diese Fragen gibt das Museum im Marstall am Samstag, 8. August, bei zwei Veranstaltungen. Während die Kinderbauhütte vor dem Krankenhaus zum Mitmachen einlädt, führt Zimmermann Uli in historischer Kleidung durch die Winsener Innenstadt.
Von 14 bis 16 Uhr schlägt die Kinderbauhütte des Museums ihre Baustelle unmittelbar vor dem Krankenhaus Winsen auf. Die Aktion ist Teil der Veranstaltungsreihe „Kulturpause“, mit der das Museum im Marstall Abwechslung in den Krankenhausalltag bringen möchte.
An mehreren Mitmachstationen können Kinder traditionelle Handwerkstechniken kennenlernen und selbst ausprobieren. An einem steckbaren Gefach erfahren sie, wie die Verbindungen eines Fachwerkhauses aufgebaut sind. Mit kindgerechten Ziegelformen lassen sich außerdem kleine Ziegel aus Lehm herstellen.
Auch die historische Form der Dacheindeckung wird anschaulich vermittelt: An einem kleinen Dachmodell können die Kinder selbst versuchen, ein Dach mit Reet einzudecken. Sämtliche Stationen orientieren sich an Bauweisen, die früher in der Region verbreitet waren. Werkzeuge, Materialien und Modelle sind dabei so gestaltet, dass die Kinder die Techniken in überschaubarer Größe praktisch erproben können.
Die Angebote richten sich ausdrücklich nicht nur an Patienten, ihre Angehörigen sowie die Mitarbeitenden des Krankenhauses. Auch alle anderen Interessierten sind eingeladen, vorbeizukommen. Die Teilnahme an der Kinderbauhütte ist kostenlos. Gefördert wird die Veranstaltungsreihe von der Sozial- und Kulturstiftung Giesela und Rolf Wiese, kurz GiRoWi-Stiftung, sowie vom Förderverein des Krankenhauses Winsen.
Parallel zur Kinderbauhütte bietet das Museum eine historische Führung durch Winsen an. Um 14.30 Uhr macht sich Zimmermann Uli mit den Teilnehmenden vom Museum im Marstall aus auf den Weg durch die Innenstadt. Der Rundgang endet gegen 16 Uhr.
In historischer Kleidung tritt der Zimmermann als Mann auf, der „aus dem Jahr 1860 stammt“. Mit Fachwissen und Geschichten aus seinem Handwerk nimmt er die Teilnehmenden mit in eine Zeit, in der sich das Erscheinungsbild Winsens deutlich wandelte.
Neben dem Schloss und den zahlreichen Fachwerkhäusern prägen bis heute markante Backsteinbauten die Innenstadt. Viele dieser Gebäude entstanden vor rund 120 Jahren und stehen beispielhaft für die Architektur und Baukunst der Zeit um 1900. Auf dem Rundgang erläutert Zimmermann Uli, welche neuen Baumaterialien damals zur Verfügung standen, wie sich die Bauweisen veränderten und welchen Einfluss diese Entwicklung auf das Winsener Stadtbild hatte.
Eine Station ist der im Jahr 1898 errichtete Turm der St.-Marien-Kirche. Weitere Ziele der Rundtour sind unter anderem das Rathaus, die Alte Rats-Apotheke und die Alte Post. Anhand der Gebäude zeigt der Zimmermann, welche architektonischen Besonderheiten sich bis heute entdecken lassen und was sie über die Entwicklung der Stadt erzählen.
Die historische Führung beginnt um 14.30 Uhr am Museum im Marstall. Karten sind am Empfang des Museums erhältlich. Erwachsene zahlen 6 Euro. Für Kinder sowie Mitglieder des Heimat- und Museumsvereins ist die Teilnahme kostenlos.
Die Termine im Überblick: Die Kinderbauhütte ist am Samstag, 8. August, von 14 bis 16 Uhr vor dem Krankenhaus Winsen zu Gast. Der Eintritt ist frei. Die historische Stadtführung startet am selben Tag um 14.30 Uhr am Museum im Marstall und endet gegen 16 Uhr. Die Teilnahme kostet für Erwachsene 6 Euro; Kinder und Vereinsmitglieder nehmen kostenlos teil.
Redakteur:Anika Werner aus Winsen |
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