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Das Kunsthaus: Antworten? Fehlanzeige!

Kuratorin Isa Maschewski
 
Kunsthaus-Chef Rainer Löding

Kunsthaus-Chef Rainer Löding möchte 11.000 Euro von der Gemeinde - Fragen dazu aber nicht beantworten.

mum. Jesteburg. Was hat der Verein „Kunstwoche Jesteburg“ zu verbergen? Am Mittwoch stimmt der Wirtschafts- und Kulturausschuss über einen Zuschuss-Antrag von Vereins-Chef Rainer Löding ab. Der Verdacht: Er versteckt hinter unverfänglichen Positionen verdeckte Gehaltszahlungen an Kuratorin Isa Maschewski.
11.000 Euro möchte Löding gern für die Vereinskasse haben. „Das ist viel Steuergeld“, sagt ein Jesteburger Politiker, der lieber nicht genannt werden möchte. Vor allem, wenn man bedenkt, dass die Gemeinde schon jetzt reichlich Geld in den Verein investiert - Kritiker sprechen von „versenkt“.
Doch nicht die Höhe der einzelnen Posten wirft Fragen auf, es ist der jeweilige Verwendungszweck: Laut Antrag möchte Löding 4.000 Euro für die „grafische Gestaltung aller Werbemittel“ haben. Zusätzlich 4.000 Euro für die „Pflege Blog und Social Media“, die „Pressearbeit“ schlägt mit 4.800 Euro zu Buche. Addiert man dazu die 7.200 Euro „Kuratoren Gehalt“, sind es 20.000 Euro - genau die Summe, die ein Gönner Kuratorin Isa Maschewski voriges Jahr als einmaliges Honorar zur Verfügung gestellt hat. Insider vermuten, dass Löding jetzt diese Kosten aus dem Vereins-Etat zahlen will. Insgesamt rechnet der Vorsitzende übrigens mit Kosten in Höhe von 51.000 Euro.
Das WOCHENBLATT wollte sich von Löding die Zahlen erklären lassen. Doch statt einer Auskunft gab es nur eine Mail eines offensichtlich beleidigten Vorsitzenden: „Leider gehen Sie mit keiner Ihrer Fragen auf die Inhalte unserer geplanten Veranstaltungen ein. Anscheinend sind Sie daran nicht interessiert“, so Löding. Selbstverständlich interessiert sich das WOCHENBLATT auch für die Ausstellungen, doch Fragen zu öffentlichen Zuschüssen müssen gestattet sein. Vor allem dann, wenn sie sich plötzlich fast verdoppeln.
In diesem Jahr gab es 3.500 Euro für Ausstellungen und einen Zuschuss in Höhe von 2.500 Euro für die Kunst- und Kulturwoche. Zudem kommen die Steuerzahler für die Nebenkosten in Höhe von jährlich 8.000 Euro auf. Zusätzlich spendierte die Gemeinde 8.500 Euro für die „Kulturvermittlung an Kinder und Jugendliche“. Unterlagen, die dem WOCHENBLATT vorliegen, erwecken den Eindruck, dass Isa Maschewski auch aus diesem Topf fast 1.000 Euro erhalten hat.
Interessant: Löding weist darauf hin, dass das Konzept für seinen Antrag und die darin enthaltenen Informationen nicht für die Veröffentlichung gedacht sind. Fürchtet er etwa, dass alle anderen Jesteburger Vereine künftig auch einen deutlich größeren Schluck aus der Gemeinde-Pulle fordern könnten, wenn sie auf die Kunsthaus-Zahlen blicken? „Unsere Zahlen sind noch keine verbindliche Finanzplanung, sondern sie bilden unseren derzeitigen Planungsstand ab“, so Löding. Sie sind immerhin so verbindlich, dass die Politik anhand der Daten über 11.000 Euro entscheiden soll.
Diese Fragen wollte Rainer Löding nicht beantworten:
• Wie viele Besucher hat das Kunsthaus im Monat/Jahr?
• 4.800 Euro für die Aufsicht während der Öffnungszeiten: Bitte erklären Sie mir, wie diese Summe zustande kommt.
• Wer bekommt das Kuratorengehalt in Höhe von 7.200 Euro?
• Pressearbeit für 4.800 Euro. Bitte erklären Sie mir auch diesen Posten?
• Für die „Pflege Blog und Sozial Media“ werden 4.000 Euro fällig. Wie kommt diese Summe zustande?
• Wer kommt in den in den Genuss der Honorare für Pressearbeit und „Pflege Blog und Social Media“?
• Sie sagten mir, dass der Verein „Kunstwoche Jesteburg“ kein Gehalt/Aufwandsentschädigung an Isa Maschewski zahlt. Ist dies auch in 2014 der Fall? Falls nicht, wie hoch ist ihr Kuratorengehalt?
• Der Kulturausschuss tagt am Mittwoch, 30.Oktober, um 19 Uhr im „Alten Rathhaus“.

Kommentar

„Gutsherren Art“ ist fehl am Platz
Würde sich der Verein „Kunstwoche Jesteburg“ selbst tragen oder sich über Sponsoren finanzieren, könnte Kunstvereins-Chef Rainer Löding selbstverständlich nach „Gutsherren Art“ entscheiden, wie hoch das Honorar von Kuratorin Isa Maschewski ist. In Jesteburg ist dies aber nicht der Fall. Ohne die Mittel der Gemeinde, (allein in den vergangenen zwei Jahren fast 500.000 Euro, inklusive Kauf des Kunsthauses) wären dort schon längst die Lichter ausgegangen.
Löding sagt aber nicht nur nichts zu den Zahlungen; er versucht sie sogar noch zu verschleiern. Warum - das weiß wohl nur er selbst.
Jeder Jesteburger muss nun darauf vertrauen, dass die Kulturausschuss-Mitglieder nicht ohne gründliche Prüfung dem 11.000 Euro Zuschuss zustimmen.
Sascha Mummenhoff

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