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Undeloh: Jetzt wird "sachlich" diskutiert

Bürgermeister Albert Homann (CDU)

Mehr als 50 Undeloher diskutieren mit dem Landkreis über geplante Asylbeweber-Unterkunft.

Das ist ein Schritt in die richtige Richtung: Ende vergangener Woche trafen sich etwa 50 Undeloher gemeinsam mit Bürgermeister Albert Homann (CDU) und Hanstedts Samtgemeinde-Bürgermeister Olaf Muus, um mit Vertretern des Landkreises einen umfangreichen Fragenkatalog zu diskutieren. Die Bürger wollten genau wissen, wie sich der Landkreis die Unterbringung von 29 Asylbewerbern im ehemaligen Hermann-Löns-Café vorstellt.
„Das Gespräch verlief sachlich und in ruhiger Atmosphäre“, sagt Landkreis-Sprecher Bernhard Frosdorfer. Sämtliche Fragen hätten beantwortet werden können. Unter anderem wollten die Undeloher mehr über „Human Care“ wissen. „Human-Care“ betreibt deutschlandweit 39 Unterkünfte; davon zehn in Niedersachsen und drei im Landkreis Harburg. Auch für die Unterkunft in Undeloh ist das Unternehmen im Gespräch.
Zudem wollten die Undeloher vom Landkreis wissen, wie man die Flüchtlinge im Dorf einbinden kann. Welche Freizeit- und Bildungsangebote werden den Asylbewerbern gemacht? Wie ist die Versorgung mit Lebensmitteln geregelt? Die Bürger wollten zudem erfahren, „wer sich um Dorfbewohner kümmert, die sich unsicher fühlen“. Und wie Undeloher vor Rassismus-Tourismus geschützt werden?
Eine schriftliche Zusammenfassung der Antworten sei laut Frosdorfer nicht vorgesehen.
Und wie geht es jetzt weiter: „Wir werden weiterhin Undeloh als Option in Betracht ziehen“, sagt Frosdorfer. Eine finale Entscheidung sei aber noch nicht gefallen. Positiv bewerte der Landkreis-Sprecher, dass die Samtgemeinde angeboten habe, Alternativ-Standorte zu suchen. Fakt ist jedoch auch, dass nach jetzigem Stand noch mindestens 300 Plätze fehlen. Diese müssen bis spätestens September eingerichtet sein. Wie das WOCHENBLATT erfuhr, soll bereits daran gedacht werden, Asylbewerber zur Not in Zelten unterzubringen. „Wir arbeiten mit Hochdruck an Lösungen“, betont Frosdorfer.
Warum das Treffen ohne Medienvertreter stattfand, konnte Frosdorfer nicht beantworten. „Zu dem Gespräch hatten die Undeloher eingeladen, nicht der Landkreis.“ Hinter vorgehaltener Hand heißt es, die Undeloher hatten befürchtet, dass es erneut zu ausländerfeindlichen Äußerungen kommen könnte. Dazu passt eine Frage, die unter dem Stichwort „Schutz“ als erstes von den Undelohern verfasst wurde: „Wer schützt uns vor einseitiger, diskriminierender Berichterstattung?“
Das kleine Heide-Dorf Undeloh war bundesweit in die Kritik geraten, nachdem ausländerfeindliche Parolen während einer Gemeinderatssitzung gefallen waren - ohne dass jemand versucht hatte, dies zu unterbinden.

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